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Dominic Maroh (2. v. r.) wird gegen Berlin den verletzten Breno bei Nürnberg ersetzen © imago

Nürnberg will im Kampf um den Klassenerhalt im "Endspiel" gegen Hertha nachlegen. Auch Hannover 96 schöpft neue Hoffnung.

Von Nikolai Kube

München - Es geht um die Existenz, ums nackte Überleben.

Der Abstiegskampf in der Bundesliga spitzt sich zu - und das bereits am 26. Spieltag. "Ich bin davon überzeugt, dass es einen Vierkampf geben wird", sagte Bundesliga-Urgestein Klaus Augenthaler Sport1.de.

Der Blick auf die Tabelle bestätigt: Nürnberg (21 Punkte), nach dem überraschenden 3:2-Sieg gegen Leverkusen auf Rang 15 vorgerückt, Hannover (20), Freiburg (20) und Tabellenschlusslicht Hertha BSC (15) werden wohl den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit unter sich ausmachen.

Denn: Bochum (27) und Köln (27) sind schon zu weit enteilt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Wolf bläst zur Attacke

Im Schneckenrennen um den Klassenerhalt kommt es am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) zum Abstiegsshowdown: Der Club peilt in Berlin den endgültigen Befreiungsschlag an.

"Gegen die Hertha wollen wir vergolden, was wir gegen Leverkusen begonnen haben", sagte FCN-Keeper Raphael Schäfer Sport1.de.

Todesstoß für die Hertha

Mit einem Dreier in der Hauptstadt könnte das Team von Trainer Dieter Hecking die nächsten Aufgaben gegen Hoffenheim und Bremen deutlich gelassener angehen. Kapitän Andreas Wolf bläst bei Sport1.de daher zur Attacke: "Wir wollen den nächsten Schritt machen und müssen mit aller Macht dagegenhalten."

Für die Berliner dagegen wäre bei einer Pleite wohl mehr als die Relegation nicht mehr drin. Der Rückstand auf den 15. Nürnberg würde dann schon neun Punkte betragen.

"Wenn wir gewinnen, war es das für die Alte Dame", hat Wolf erkannt.

"Bester Mann der Rückrunde" fehlt

Bei der "Mission Nichtabstieg" fehlen wird der laut Wolf "beste Mann der Rückrunde".

Innenverteidiger Breno, der von den Bayern bis Saisonende ausgeliehen wurde, zog sich gegen Leverkusen nach einem Foul von Stefan Reinartz einen Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie zu.

"Nun müssen es halt die anderen richten", forderte Coach Hecking nach der schlimmen Diagnose.

Preetz: "Ganz, ganz entscheidende Partie"

An den letzten Strohhalm klammert sich derweil der Gegner. Gegen den HSV kassierte die Hertha die 16. (!) Saisonniederlage. Somit grüßen Kapitän Arne Friedrich und Co. seit unglaublichen 20 Spieltagen vom Tabellenende.

"Das wird eine ganz, ganz entscheidende Partie", weiß auch Manager Michael Preetz.

Das große Problem: Die Hertha ist offenbar zu nett für den Existenzkampf: "Es fehlen die Schweine, die fiesen Charaktere. Das sind fast durch die Bank alles liebe Schwiegersöhne", stellt Pal Dardai in der "BZ" fest.

Aufbruchstimmung bei Hannover

Eher in der Defensive drückt der Schuh bei Herthas Abstiegskonkurrent Hannover 96. Die Niedersachen kassierten bislang 47 Gegentore - nur Freiburgs Abwehr kann da "mithalten".

Dennoch: Hannover beendete durch den glücklichen 2:1-Erfolg im Breisgau eine Serie von neun Niederlagen in Folge und tankte neues Selbstbewusstsein.

"Seit dem Sieg in Freiburg bin ich sicher, 96 geht nicht in die Zweite Bundesliga", brachte der vom VfB ausgeliehene Elson die Aufbruchstimmung beim Team von Mirko Slomka in der "Hannoverschen Allgemeinen" auf den Punkt.

Freiburg in München klarer Außenseiter

Mit einem Heimspiel gegen Frankfurt wartet zudem eine durchaus lösbare Aufgabe. Denn die Tendenz der Eintracht zeigt nach unten: In den letzten drei Partien gelang den Hessen kein Sieg.

Doch Elson warnt: "Das wird ein schweres Spiel."

Ein ganz anderes Kaliber muss der Vierte im Bunde bewältigen. Aufsteiger Freiburg reist in die Allianz Arena und will gegen Tabellenführer Bayern München das Unmögliche möglich machen.

Butscher setzt auf den Überraschungseffekt

"Gegen München haben wir nichts zu verlieren", sagte Sportdirektor Dirk Dufner dem "kicker". Und auch Kapitän Heiko Butscher glaubt an eine Überraschung: "Jeder geht von einer Niederlage aus. Wir nicht. Vielleicht erwischen die Bayern einen schlechten Tag."

Der wird auch vonnöten sein. Denn der Abwärtstrend der Freiburger ist nicht wegzudiskutieren. Der letzte Sieg datiert vom 28. November (1:0 in Nürnberg). "Es gibt nichts zu beschönigen. Die Lage wird immer schwieriger", betonte Dufner.

Er weiß, woran es hapert: "Vielleicht sollte man, wenn man ums körperliche Überleben kämpft, etwas körperbetonter spielen", fordert Dufner. Die SC-Abwehr kassierte insgesamt in dieser Saison erst zehn Gelbe Karten. Für Abstiegskampf spricht das nicht unbedingt. Nur die Bayern-Defensive kam bislang mit weniger Karten aus.

Gegen den großen Favoriten soll der Beistand von oben zurückkehren: "Vielleicht haben wir dort als krasser Außenseiter endlich mal das Glück auf unserer Seite", sagte Butscher.

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