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Stuttgarts Sami Khedira wurde 2007 für das DFB-Team nominiert, fiel aber verletzt aus © getty

Fußball made in Baden-Württemberg bestimmt derzeit die Schlagzeilen: Die jungen Wilden bestechen durch Offensivdrang und Konstanz.

Von Andreas Kloo

München - Den 4. Oktober haben sich vermutlich viele patriotische Baden-Württemberger rot im Kalender markiert.

An diesem Tag führte die TSG Hoffenheim vor dem VfB Stuttgart die Bundesliga-Tabelle an.

Auch wenn tags darauf der HSV die beiden Klubs übertrumpfte: Die Momentaufnahme vom Samstagabend dokumentiert eine logische Entwicklung des Fußballs im "Ländle".

Auch Freiburg auf dem Vormarsch

Auch der Karlsruher SC feierte nach einer Schwächephase zu Saisonbeginn zuletzt zwei Siege in Folge.

Zu den Erfolgen der Bundesliga-Klubs gesellt sich auch noch der Aufschwung beim SC Freiburg in Liga zwei. Dort stehen die Breisgauer nach einer Serie von vier Heimsiegen auf einem Aufstiegsrang.

Die Erfolge der südwestdeutschen Klubs kommen nicht von ungefähr. Sport1.de nennt die drei wichtigsten Gründe, warum der badisch-schwäbische Fußball derzeit die Republik verzaubert.

Konsequente Jugendarbeit

Wirft man einen Blick in die letzen sieben Endspiele um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft, findet man dabei viermal einen Finalisten aus Baden-Württemberg.

Der VfB errang 2002 und 2003 den Vizemeistertitel, um die erfolgreiche Entwicklung dann 2005 mit der Meisterschaft zu krönen. Im letzten Jahr errang der SC Freiburg den Titel bei den A-Junioren.

Die Dominanz des "Ländles" krönte die TSG Hoffenheim in der letzten Saison mit dem Meistertitel bei den B-Junioren. Einige Spieler aus den Stuttgarter Juniorenmannschaften haben zudem erfolgreich den Sprung zu den Profis bewältigt.

"Der Jugend eine Chance"

Sami Khedira und Serdar Tasci, A-Jugend-Meister 2005, waren bereits fester Bestandteil der Mannschaft, die sich 2007 den Bundesligatitel sicherte.

Andreas Beck, ebenfalls vor drei Jahren U19-Meister, wechselte vor dieser Saison nach Hoffenheim und hat sich unter Ralf Rangnick einen Stammplatz erkämpft. Tobias Weis holte sich 2002 mit dem VfB den Vizemeistertitel und stand in dieser Saison siebenmal für die TSG auf dem Platz.

Auch der SC Freiburg hält sich in der Zweiten Liga an das Motto "Der Jugend eine Chance". Beim jüngsten 2:0 gegen den MSV Duisburg standen vier Akteure in der ersten Elf, die jünger als 21 Jahre waren.

Offensiver Fußball

Der VfB zerlegte die Bremer beim 4:1 nach allen Regeln der Kunst und hielt bis zum Abpfiff das Tempo hoch. Und das ohne die beiden Spielmacher Yildirai Bastürk und Jan Simak.

Hoffenheim lief zuletzt zweimal mit drei Spitzen auf: Chinedu Obasi, Demba Ba und Vedad Ibisevic. In Bremen ging dieser Mut zum Risiko allerdings ein wenig nach hinten los und die TSG verlor mit 4:5.

Der SC Freiburg schließlich machte schon in den 90ern unter seinem Trainer Volker Finke das schnelle Kurzpassspiel in Deutschland hoffähig. Finkes Nachfolger Robin Dutt führt diese Tradition konsequent fort.

Ruhiges Umfeld

Auch wenn es bei dem Erfolgs-Trio aus Baden-Württemberg einmal schlecht läuft, lässt die Führungsetage ihre Trainer in Ruhe weiter arbeiten.

Selbst als der VfB in der letzten Saison zwischenzeitlich in die hinteren Tabellenregionen abrutschte, hielt der Verein an Armin Veh fest.

Das Vertrauen scheint sich bezahlt zu machen. Gegen Bremen spielte das Team wieder in der Form der Meistersaison 2006/07 auf.

Der Lohn der Kontinuität

Ralf Rangnick bekam vor der Saison von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp gar eine Job-Garantie ausgesprochen: "Für mich stünde Rangnick selbst dann nicht zur Disposition, wenn wir sofort wieder absteigen würden. Er ist das Optimum, da müsste schon vieles passieren, um mich von dem Glauben abzubringen."

Beim SC Freiburg schaffte Volker Finke mit 16 Spieljahren am Stück einen einmaligen Rekord im Profifußball.

Auch unter Robin Dutt setzt der SC auf Kontinuität. Den Vertrag mit Finkes Nachfolger verlängerte der SC trotz des verpassten Aufstiegs in der letzten Saison bis 2011.

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