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Felix Magath (l.) trainierte den VfB Stuttgart von 2001 bis 2004 © getty

Beim Duell Schalke - Stuttgart begegnen sich zwei Trainer vom gleichen Schlag. Davon wissen zwei Spieler ein Lied zu singen.

Von Thorsten Mesch

München - Wer ist der härtere Hund? Vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart am Freitagabend (ab 20 Uhr LIVE) stehen die beiden Trainer im Fokus - auch, weil sie sich so ähnlich sind.

Felix Magath kennt in Deutschland aufgrund seiner harten Trainingsmethoden jeder als "Quälix". Doch Stuttgarts Coach Christian Gross steht seinem Schalker Gegenüber in nichts nach.

"So anstrengend war es nicht einmal unter Magath", meinte VfB-Mittelfeldstar Alexander Hleb nach dem Winter-Trainingslager unter Gross.

"Cool und hart sich selbst gegenüber" will der Schweizer sein, wie er selbst sagt, "ohne jedoch den Mitmenschen zu verletzen."

Keine Rücksicht auf Einzelschicksale

Wie Magath nimmt auch Gross keine Rücksicht auf Einzelschicksale. Ein Beispiel dafür ist Hleb, der unter Magath 2003 mit dem VfB Vizemeister wurde und unter Gross mitunter nur sporadisch zum Einsatz kam, beim 2:2 in Bremen aber durchspielen durfte. Thomas Hitzlsperger hatte beim Schweizer keine Chance - und wechselte zu Lazio Rom.

Auch bei Magath ist "hart, aber fair" das Leitmotiv. Es zählen keine Namen, sondern nur der Erfolg und die Leistung. So gab er dem schon als Fehleinkauf verschrienen Ivan Rakitic eine neue Chance.

Rakitic nutzte sie und dankte es Magath mit bisher drei Toren und drei Torvorlagen. Der in der Schweiz aufgewachsene Kroate wurde vor seinem Wechsel nach Gelsenkirchen beim FC Basel zum Profi und Nationalspieler - unter Christian Gross.

Rakitic hat Gross "viel zu verdanken"

"Ich habe ihm viel zu verdanken", sagt der 22-Jährige im "kicker" und ist keinesfalls überrascht über den Leistungsschub des VfB seit der Verpflichtung des Trainers.

"Ich musste schmunzeln, als ich die ersten Spiele des VfB unter ihm gesehen habe. Die Stuttgarter kommen schnell ins Spiel, und häufig machen sie dann auch Tore", erklärt Rakitic.

"Die Mannschaften von Christian Gross sind sofort hellwach. Gerade in der Anfangsphase müssen wir aufpassen", warnt Rakitic seine Mitspieler.

Magath voll des Lobes

Auch Magath ist voll des Lobes über seinen Stuttgarter Kollegen. "Der VfB hat nach dem Trainerwechsel überragende Leistungen gezeigt, nicht nur in der Liga, sondern auch in der Champions League gegen Barcelona", sagt Magath.

"Das Team spielt sehr kompakt. Alle arbeiten mit, auch in der Defensive, spielen und kämpfen miteinander. Zudem gelingt ein sehr schnelles Umschalten nach vorne. Alles in allem spielt Stuttgart derzeit einen guten Ball."

Als zweitbeste Rückrunden-Mannschaft tritt der VfB auf Schalke an. Doch obwohl sein Team das drittbeste seit der Winterpause ist und nur zwei Punkte hinter dem FC Bayern steht, will Magath nicht von der Meisterschaft reden.

"Noch haben wir nichts erreicht"

"Die Fans dürfen träumen, damit habe ich kein Problem. Aber die Spieler sollen auf dem Boden bleiben", fordert der Coach.

Wobei Magath inzwischen zumindest andeutet, dass er nach oben schielt. "Meine Sichtweise ändert sich nicht von Tag zu Tag, aber vielleicht, wenn wir die nächsten vier Bundesliga-Spiele hinter uns gebracht haben", meint er in der "tz".

Nach Stuttgart folgen Hamburg, Leverkusen und die Bayern: "Nach den Spielen werden wir sehen, wo wir hinmarschieren."

Platz eins winkt

Marcelo Bordon, der gegen seinen Ex-Klub nach seiner Verletzungspause in die Startelf zurückkehrt, gibt sich angesichts des anstehenden Programms verhalten optimistisch.

"Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen, um auch nach 34 Spielen auf einem der vorderen Plätze zu stehen", sagt Schalkes Kapitän (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit einem Sieg gegen Stuttgart wäre Schalke - zumindest bis zum Samstagabend, wenn der FC Bayern gegen den SC Freiburg spielt - Erster.

Gross will das verhindern: "Ich bin nie mit einem Punkt zufrieden. Ich will immer gewinnen. Wir streben drei Punkte an."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip - Kluge, Rakitic, Schmitz - Farfan, KuranyiStuttgart: Lehmann - Celozzi, Niedermeier, Tasci, Molinaro - Träsch, Khedira - Gebhart, Hleb - Cacau, Pogrebnyak

Schiedsrichter: Wagner

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