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Der Nürnberger Risse (r.) läuft Berlins Kobiashvili davon © getty

Die Hertha macht das Spiel, nutzt aber ihre Chancen nicht. Nürnberg bestraft diese Nachlässigkeit in der Nachspielzeit.

Berlin - Die "alte Dame" Hertha BSC Berlin taumelt dem Abstieg entgegen.

Der Tabellenletzte ist nach der 1:2 (1:0)-Heimpleite im Kellerduell gegen den 1. FC Nürnberg wohl kaum noch zu retten.

Die Berliner blieben damit im zwölften Heimspiel in Folge seit dem 8. August 2009 ohne Sieg.

Angelos Charisteas stürzte die Berliner mit seinem Treffer zum 2:1 (90.+2) endgültig ins Tal der Tränen.

Der Grieche Theofanis Gekas hatte die Berliner mit seinem dritten Saisontor (37.) in Führung gebracht, Albert Bunjaku (61.) erzielte mit seinem zwölften Saisontreffer den Ausgleich.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Hertha lange Zeit besser

Vor der Saison-Rekordkulisse von 57.761 Besuchern waren die Berliner lange Zeit die bessere Mannschaft.

Ungewohnt mutig und offensiv gingen die Hausherren die Partie an und erarbeiteten sich dank eines verbesserten Flügelspiels eine Vielzahl guter Chancen.

Vor allem Gekas hatte beste Möglichkeiten. In der 16. Minute traf der Winterneuzugang aus fünf Metern mit einem Schuss aus der Drehung nur den Pfosten.

Starker Schäfer

Eine Minute später scheiterte Sturmkollege Adrian Ramos aus halbrechter Position mit einem unplatzierten Schuss an Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer.

Auch in der Folgezeit stand der starke Schäfer im Mittelpunkt.

In der 21. Minute lenkte er den Ball nach einem Kopfball von Raffael an die Latte, kurz danach entschärfte er einen Kopfball von Gekas aus kurzer Distanz.

In der 37. Minute war Schäfer nach einem Abstauber von Gekas dann aber machtlos.

Gündogan vergibt

Die Gäste konnten sich nur selten vom Druck der Berliner befreien. Lediglich Marcel Risse mit einem Distanzschuss und Ilkay Gündogan, der frei vor dem Tor den Fuß nicht hinter den Ball brachte, sorgten vor der Pause für Gefahr.

Nach dem Seitenwechsel blieb zunächst Hertha am Drücker. In der 55. Minute scheiterte Raffael nach schöner Einzelleistung erneut an Schäfer.

Fans stürmen das Spielfeld

Wie aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich.

Nach einer Ecke köpfte Bujanku ein, Gegenspieler Arne Friedrich stand zu weit von ihm entfernt.

Nach Abpfiff spielten sich dann schockierende Jagdszenen auf dem Rasen des Olympiastadions ab.

Rund 100 Hertha-Chaoten kletterten über den Graben in den Innenraum und jagten zum Teil mit Stangen bewaffnet die überforderten Ordner vor sich her.

Spieler flüchten

Die noch auf dem Spielfeld verbliebenen Spieler, Trainer und Betreuer beider Mannschaften stürmten sofort in die Katakomben.

Die randalierenden Anhänger liefen ebenfalls Richtung Umkleidekabinen und schlugen dabei mit Stangen auf die Reserverbänke sowie Reklametafeln ein.

Es dauerte mehrere Minuten, bis eine Polizei-Hundertschaft eingriff und die Randalierer zurück in den Block drängen konnte.

Zudem sorgte das Abbrennen von Feuerwerkskörpern für zusätzliche Gefahr.

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