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Kevin Kuranyi (l.) und Edu feiern ihre Tore gegen den VfB Stuttgart © getty

Nach einer zerfahrenen ersten Hälfte entscheidet der Schalker Stürmer das Spiel. Trainer Magath beweist ein glückliches Händchen.

Gelsenkirchen - Schalke 04 hat dank Kevin Kuranyi die Tabellenführung übernommen und seine Titelambitionen untermauert.

Mit seinem 14. Saisontor sicherte der Ex-Nationalspieler den "Königsblauen" den 2:1 (0:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart und zumindest für eine Nacht Platz eins.

Rekordmeister Bayern München kann am Samstag (ab 18.15 Uhr LIVE) bereits mit einem Unentschieden gegen den SC Freiburg die Spitze zurückerobern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der ehemalige Stuttgarter Kuranyi schoss die Gelsenkirchener mit seinem Treffer in der 55. Minute zum achten Heimsieg in Folge.

Gute Vorzeichen für Schalke

Der Sekunden zuvor eingewechselte Edu hatte die Schalker in Führung gebracht (46.), Abwehrspieler Serdar Tasci für den VfB ausgeglichen (50.).

Für Schalkes Trainer Felix Magath war der Sprung an die Tabellenspitze ein Deja-vu: Vor einem Jahr kletterte er mit dem VfL Wolfsburg ebenfalls am 26. Spieltag auf Platz eins - und gab die Tabellenführung nicht mehr ab.

"Wir gehen glücklich nach Hause und sind zufrieden mit diesem wichtigen Sieg. Wir haben aber noch viel vor uns und müssen weiter hart arbeiten", sagte Matchwinner Kuranyi.

"Das ist Müll mit dem passiven Abseits"

Der Stuttgarter Sportdirektor Horst Heldt haderte mit der Szene vor dem Schalker 2:1, in der drei Schalker Spieler im passiven Abseits gestanden hatten: "Das ist Müll mit dem passiven und dem aktiven Abseits."

Der Torhüter der Schwaben, Jens Lehmann, wollte sich mit dieser Aktion nicht weiter beschäftigen: "Es ist müßig über das Abseits zu diskutieren. Wir haben verloren und damit ist die Sache erledigt."

Nach der Pause überschlugen sich vor 61.673 Zuschauern die Ereignisse in der ausverkauften Schalker Arena: Magath bewies ein glückliches Händchen, als er zur zweiten Halbzeit Edu für den angeschlagenen Jefferson Farfan einwechselte.

Der Brasilianer nutzte die Konfusion in der Stuttgarter Abwehr und erzielte nach einem Querschläger von Tasci sein erstes Bundesliga-Tor für Schalke.

Wiedergutmachung von Tasci und Westermann

Aber Tasci machte seinen Fehler nur vier Minuten später wieder gut.

Nach einem Freistoß von Zdravko Kuzmanovic köpfte der Nationalspieler völlig unbedrängt zum 1:1 ein.

Schalkes Kapitän Heiko Westermann hatte den Stuttgarter ungehindert köpfen lassen.

Doch auch Westermann gelang schnell die Wiedergutmachung: Nachdem Ivan Rakitic die Stuttgarter Abseitsfalle überlistet hatte, legte der Nationalspieler quer auf Kuranyi, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste.

Schwache erste Hälfte

In der ersten Hälfte hatte Schalke zwar versucht, von Beginn an Druck zu erzeugen, doch Torchancen blieben selten.

Die erste Möglichkeit hatten auch die Königsblauen. Peer Kluge eroberte in der gegnerischen Hälfte den Ball, Jefferson Farfan setzte sich durch, doch Kuranyi verfehlte knapp das lange Eck (14.).

Die Stuttgarter, die unter Trainer Christian Gross acht von zwölf Pflichtspielen gewonnen hatten, versteckten sich nicht. So entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel.

Allerdings fehlte auf beiden Seiten zunächst die Präzision beim letzten Pass in die Spitze.

Pogrebnjak scheitert an Neuer

Die beste Möglichkeit für die Gäste hatte Pawel Pogrebnjak, der allerdings aus kurzer Entfernung an Nationaltorwart Manuel Neuer scheiterte (35.).

"Wir können uns bei Manuel bedanken, dass wir in der ersten Halbzeit kein Gegentor bekommen haben", so Magath.

Horst Heldt sagte dazu schon zur Pause: "Wir hatten die größeren Spielanteile und die besseren Chancen. Wir hätten in Führung gehen müssen." Doch danach schlug zunächst Schalke zu.

Bordon und Farfan zurück in der Startelf

Magath konnte wieder auf die beim 4:1 in Frankfurt verletzten Stammspieler Marcelo Bordon und Farfan zurückgreifen.

Dafür wichen Carlos Zambrano und Edu aus der Startformation.

Sein Stuttgarter Gegenüber Gross musste den gelb-gesperrten Abwehrchef Matthieu Delpierre ersetzen, Georg Niedermeier rückte für den Kapitän in die Innenverteidigung.

Bei den Gastgebern verdienten sich Rafinha und Neuer die besten Noten, beim VfB gefielen Nationalspieler Sami Khedira und Kuzmanovic.

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