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Louis van Gaal ließ Franck Ribery in Florenz 89 Minuten auf dem Feld © imago

Der Bayern-Trainer blickt ohne Euphorie auf die Partie gegen Freiburg. Schuld daran sind neuerliche Verletzungsprobleme.

Vom FC Bayern berichtet Andreas Kloo

München - Die Euphorie bei den Bayern nach dem Champions-League-Krimi in Florenz ist schnell verflogen.

Wenn sie denn überhaupt da war.

"Wir haben verloren, ich war nicht besonders glücklich", sagt Louis van Gaal zu seiner Gefühlslage nach der 2:3-Pleite in Florenz, die die Münchner dennoch ins Viertelfinale der Champions League führte.

Und auch mit der Freude bei der Mannschaft war es schnell vorbei. Haarklein hatte van Gaal der Mannschaft nach dem Spiel die Defensivfehler vor Augen geführt. "Das kann man normalerweise nicht wettmachen", stellt der Niederländer fest.

Schalke zieht vorbei

Druck und Sorgen regieren nun an der Säbener Straße vor der Begegnung mit Aufsteiger Freiburg (ab 18.15 Uhr LIVE) statt Euphorie.

Der Druck kommt in erster Linie von Schalke 04. Durch den 2:1-Sieg am Freitagabend gegen Stuttgart zog die Elf von Trainer Felix Magath an den Bayern vorbei an die Tabellenspitze.

Sorgen bereiten neben den Defensivschwächen die erneuten Personalprobleme.

Ribery fehlt, van Bommel fraglich

Franck Ribery fällt wegen einer Knöchelblessur mal wieder aus. Statt zu spielen trainiert er am Wochenende, wie van Gaal berichtet: "Wir müssen Franck Ruhe geben und ihn langsam wieder aufbauen. Es war klar: Wenn er gegen Florenz spielt, fällt er gegen Freiburg aus".

Für die Partie in Florenz hatte sich der Franzose fitspritzen lassen.

Darüber hinaus ist auch der Einsatz von Mark van Bommel fraglich. Der Kapitän hat eine Stirnhöhlenentzündung, über seinen Einsatz soll erst kurz vor Spielbeginn entschieden werden.

"Tymo" und Pranjic im Mittelfeld

Da Bastian Schweinsteiger wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist, werden wohl Anatolyi Tymoshchuk und Danijel Pranjic das defensive Mittelfeld-Duo bilden.

"Die beiden können das, das haben sie schon öfter bewiesen", macht sich van Gaal keine Sorgen.

Doch es ist nicht die einzige Umstellung, die der Coach vornehmen muss. In der Sturmspitze läuft Miroslav Klose erstmals in der Rückrunde von Beginn an auf. Er ersetzt Mario Gomez, der sich in Florenz einen Muskelfaserriss zuzog.

"Er ist ein völlig anderer Spielertyp als Gomez. Darauf muss sich die Mannschaft erst einmal einstellen. Aber dafür trainieren wir", ordnet van Gaal die Umbesetzung in vorderster Front ein.

Nur auf links doppelt besetzt

Wer auf links verteidigt, wollte van Gaal auf Nachfrage von Sport1.de noch nicht preisgeben. Diego Contento hat seine Fleischwunde auskuriert, Youngster David Alaba überzeugte in Florenz mit einem couragierten Auftritt.

"Auf dieser Position sind wir doppelt besetzt", freut sich der Trainer.

211273(DIASHOW: Alaba im Wunderland - die jüngsten Bayern-Debütanten)

Van Gaal mahnt zur Geduld

Durch die Umstellungen in der Mannschaft wird die Aufgabe gegen den Tabellenvorletzten schwerer als gedacht. Die kurze Regenerationszeit nach dem Champions-League-Auftritt sieht van Gaal zwar nicht als Problem, schon eher die erwartet defensive Spielweise des Gegners.

"Wir müssen Geduld haben, aber auch dominant sein, gibt der 58-Jährige als Marschroute vor. Er warnt davor, die Freiburger zu unterschätzen, auch wenn der Aufsteiger seit elf Spielen sieglos ist.

Entscheidende Phase gekommen

Doch die schwierigen Wochen kommen erst noch für die Bayern: Pokal-Halbfinale auf Schalke, Stuttgart in der Liga, Champions-League-Hinspiel, Schalke in der Liga, Champions-Legue-Rückspiel und dann der Kracher in Leverkusen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich habe immer gesagt, dass die Monate März und April entscheiden werden. Die sind jetzt gekommen" sagt van Gaal zur Bedeutung der aktuellen Phase. Die Ausgangslage seiner Mannschaft sieht er als ideal an: "Wir sind in der Bundesliga vorne und in Pokal und Champions League noch dabei."

"Im November hat das keiner geglaubt, da dachten alle ich werde entlassen", kann sich der frühere niederländische Nationaltrainer eine Spitze gegen seine Kritiker nicht verkneifen.

Real-Scheitern vorhergesagt

Auch Real Madrid bekommt einen Seitenhieb des Trainers zu spüren.

"Das habe ich vorhergesagt. Man kann sich eine Mannschaft nicht einfach zusammenkaufen. Perez hat nichts aus seinen Fehlern gelernt", kommentiert der Niederländer das Aus der königlichen Superstar-Truppe in der Champions League süffisant.

Ob van Gaals Spieler aus den individuellen Fehlern in Florenz gelernt haben, müssen sie gegen Freiburg zeigen.

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