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Kevin Kuranyi (l.) und Edu genießen ihre Tor-Erfolge gegen den VfB © getty

Magaths glückliches Händchen, Manuel Neuer in WM-Form und ein "bärenstarker" Kuranyi lassen den VfB Stuttgart nur staunen.

Gelsenkirchen - Die Seriensieger von Schalke 04 berauschten sich nur kurz an der Höhenluft und überließen die Titelprognosen den anderen.

"Sie haben super gekämpft, sich reingehauen. Wenn sie so weitermachen, können sie Meister werden", sagte Jens Lehmann, nachdem er mit dem VfB Stuttgart bei seinem Ex-Klub mit 1:2 verloren hatte.

Sein Trainer Christian Gross ergänzte nach dem achten Schalker Heimsieg in Folge: "Sie sind kompakt, kampfstark und effizient, das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus."

Die so gelobten Königsblauen genossen zwar die Party, die 61.673 begeisterte Fans in der Schalker Arena nach dem Sprung an die Tabellenspitze feierten, doch vom ersten Meistertitel nach 52 Jahren wollte niemand reden.

"Es ist ein tolles Gefühl, da oben zu stehen"

"Es ist ein tolles Gefühl, da oben zu stehen", sagte Kapitän Heiko Westermann, "da draußen kann jeder von der Meisterschaft sprechen, aber wir tun das nicht."

Noch nicht, denn der Sieg gegen den VfB war erst der Auftakt der möglicherweise entscheidenden Wochen im Titelkampf.

Nach Auswärtsspielen beim Hamburger SV und bei Bayer Leverkusen folgt am 3. April der Showdown gegen Bayern München.

"Wenn wir dann noch oben stehen, können wir darüber reden", sagte Torhüter Manuel Neuer, der mit einer Glanzleistung den Schalker Sieg festgehalten und sich noch einmal nachdrücklich als Nummer eins bei der WM empfohlen hatte.

Neuer in WM-Form

Ein Neuer in WM-Form und ein Torjäger Kevin Kuranyi, der mit seinem 14. Saisontor bereits zum siebten Mal den Siegtreffer erzielte, dazu die beste Abwehr der Bundesliga mit nur 20 Gegentoren in 26 Spielen - Trainer Felix Magath könnte auch auf Schalke das Meisterrezept gefunden haben.

"Wenn man hinten stabil ist und vorne einen hat, der immer für einen Treffer gut ist, reicht das manchmal für drei Punkte", sagte der Meistercoach.

Jeden Vergleich mit der Vorsaison, als er mit dem VfL Wolfsburg ebenfalls am 26. Spieltag die Tabellenführung übernommen und sie dann nicht mehr abgegeben hatte, wehrte er aber vehement ab.

"Wolfsburg war ja auch offensivstark und hat sich die Siege nicht nur erkämpft", sagte Magath, "davon sind wir hier auf Schalke noch ein bisschen entfernt."

"Ich kann das kaum glauben"

Dass er dennoch mit 54 Punkten aus 26 Spielen - drei Zähler mehr als Wolfsburg vor einem Jahr - Hauptkonkurrent der Bayern im Titelrennen ist, überrascht Magath selbst.

"Natürlich staune ich über den Punktestand", sagte er: "Ich kann kaum glauben, dass wir gegen so eine Mannschaft wie den VfB gewinnen, und es uns immer wieder gelingt, drei Punkte zu holen."

Großen Anteil daran habe das Schalker Publikum, das nach einigen Unmutsäußerungen zu Saisonbeginn jetzt mit der Mannschaft "eine Einheit" bilde.

Magaths glückliches Händchen

Doch den größten Anteil hat Magath selbst. Was er in seiner ersten Saison auf Schalke auch anfasst, er macht alles richtig.

Gegen Stuttgart wechselte er nach mäßiger erster Halbzeit Edu als Sturmpartner für Kuranyi ein.

Der Brasilianer erzielte mit seinem ersten Ballkontakt das 1:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit. Serdar Tasci, der Edu den Ball unfreiwillig aufgelegt hatte, machte seinen Fehler mit dem Kopfballtreffer zum 1:1 wieder gut.

"Wenn ich ab und zu das Tor treffe, bin ich zufrieden"

Doch Schalke hat Kuranyi, der noch nie so wertvoll war wie derzeit. "Wenn ich ab und zu das Tor treffe, bin ich zufrieden", sagte der Torjäger schmunzelnd und heimste von Magath ein Sonderlob ein: "Er ist in glänzender Verfassung, bärenstark."

Einen Kuranyi in der derzeitigen Form hätte auch der VfB gut gebrauchen können, denn Chancen, ihre Aufholjagd im Kampf um die internationalen Plätze fortzusetzen, hatten die Schwaben genug.

VfB mit Gedanken in Barcelona

Doch immer wieder scheiterten die VfB-Stürmer an Neuer. "

Wir hatten es verdient zu gewinnen", sagte Tasci: "Aber wir waren zu blöd." Zwei Fehler zu viel habe seine Mannschaft gemacht, sagte Trainer Gross.

Derartiges darf sie sich am Mittwoch nicht erlauben, wenn sie in der Champions League beim FC Barcelona antritt: "Dann muss uns ein perfektes Spiel gelingen."

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