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159 Bundesliga-Spiele, 17 Tore für Bayern: Bastian Schweinsteiger ist ein gefragter Mann © getty

3,3 Millionen Euro soll Bastian Schweinsteiger pro Jahr verdienen. Bayern will ihm jetzt ein noch üppigeres Angebot machen.

München - Den Konkurrenzkampf im Bayern-Mittelfeld kann Bastian Schweinsteiger ab sofort etwas gelassener angehen:

Die Münchner Klub-Bosse bekennen sich deutlich zu ihrem Eigengewächs und wollen den Nationalspieler unbedingt an der Isar halten.

Die Verhandlungen für den 2009 auslaufenden Vertrag laufen bereits.

Gespräch mit Uli Hoeneß

Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagte der "Bild":" "Es gab ein erstes Gespräch zwischen Uli Hoeneß und ihm. Wir werden diese Gespräche nun intensiv fortsetzen und versuchen, mit ihm den auslaufenden Vertrag zu verlängern."

In dieser Saison gehört "Schweini" fest zum harten Kern der Truppe von Jürgen Klinsmann. Bis auf die Partie in Hannover absolvierte er in der Bundesliga alle Spiele, schoss zwei Tore und gab vier Vorlagen.

Glanz gegen Portugal - Mittelmaß gegen Lyon

Allerdings: Nach einem starken Saisonbeginn trat der Oberbayer zuletzt eher unauffällig auf - das gilt sowohl für das 1:1 gegen Lyon in der Champions League als auch das 3:3 in der Bundesliga gegen Bochum.

Der 24-Jährige kann es besser. Bestes Beispiel: sein leidenschaftlicher Wiedergutmachungsauftritt während der EM, als er nach abgelaufener Rot-Sperre wesentlich dazu beitrug, im Viertelfinale den Titelkandidaten Portugal aus dem Turnier zu werfen.

"Kaiser" bemängelt Sprintgeschwindigkeit

Trotz Höhen und Tiefen - Franz Beckenbauer sieht bei Schweinsteiger eine Weiterentwicklung. Der Bayern-Präsident attestiert ihm, wieder auf dem Leistungsstand zu sein, der ihn während des WM-Sommers 2006 ausgezeichnet hatte.

Gegenüber der "Sport-Bild" mäkelte der "Kaiser" jedoch auch: "Der Antritt auf den ersten Metern ist in Ordnung. Aber wenn er dann 30, 40 Meter laufen muss, ist er nicht schnell genug."

Juve und Inter warfen die Angel aus

Aktuell soll "Schweinis" Jahressalär rund 3,3 Millionen Euro betragen. Der künftige Abschluss dürfte um einiges höher ausfallen.

Zumal einige europäische Top-Vereine wie Juventus Turin, Inter Mailand und der FC Sevilla zuletzt Interesse an dem Mittelfeldmann aus Bayern angezeigt haben.

Ohrfeige für Podolski

Schweinsteigers Kumpel Lukas Podolski weht indes beim FCB weiter ein rauer Wind ins Gesicht. Rummenigge klagte über Bayerns Dauer-Sorgenkind: "Ich verstehe nicht, was Podolski will. Ich verlange von ihm, dass er sich zum FC Bayern bekennt und alles für den Erfolg des FC Bayern tut."

"Lukas hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010. Auf den sollte er sich jetzt konzentrieren." Der zum Reservisten degradierte 23-Jährige hatte immer wieder durchblicken lassen, dass er gern zu seinem Heimatverein 1. FC Köln zurückkehren würde.

Löw und Netzer pro Klinsmann

Derweil äußerte sich auch Bundestrainer Joachim Löw zur Krise, in die Bayern-Coach Jürgen Klinsmann gemeinsam mit seinem Team geschlittert ist. Löw stellte sich hinter seinen einstigen Chef: Beim FC Bayern passiere gerade das, was in anderen Ländern seit zehn Jahren stattfinde.

"Jürgen steht für Fortschritt, für Veränderung, für Innovation. Es ist höchste Eisenbahn, dass wir in Deutschland auch in den Vereinen neue Wege beschreiten und nicht immer nur in dieselbe Richtung gehen", sagte er.

Auch Günter Netzer erklärte gegenüber dem DSF, wie sehr er Klinsmanns Projekt mit den Ambitionen der Bayern-Chefs verbunden sieht.

"Ich glaube nicht, dass es für Jürgen Klinsmann sofort eng werden könnte", meinte Netzer.

Hitzfeld zuversichtlich

"Dafür ist das Engagement zu weitreichend gewesen. Das wäre auch nicht richtig, nach dieser kurzen Zeit die Arbeit von Jürgen Klinsmann endgültig zu beurteilen. Man wird zu ihm stehen. Nur, es nützt nichts: Positive Arbeit muss Punkte einbringen. Das gilt für Jürgen Klinsmann in besonderem Maße, weil er den FC Bayern trainiert", sagte Netzer weiter.

Klinsmanns Vorgänger Ottmar Hitzfeld äußerte sich im DSF zuversichtlich: "Man hat einen schlechten Start hingelegt, aber die Saison ist noch lang. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Bayern gute Chancen hat, Deutscher Meister zu werden."

Zudem sei Hitzfeld "überzeugt, dass der FC Bayern über kurz oder lang wieder an der Spitze sein wird".

Ist Klinsmann noch der Richtige? - jetzt mitdiskutieren"

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