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Arjen Robben traf gegen Freiburg zum zehnten Mal © getty

Der FC Bayern hat den SC Freiburg knapp besiegt und damit die Tabellenspitze zurückerobert. Arjen Robben drehte die Partie.

Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar

München - Dank Arjen Robben hat der FC Bayern die Bundesliga-Tabellenführung mit viel Mühe und etwas Glück verteidigt.

Vier Tage nach seinem entscheidenden Treffer in Florenz zum Einzug ins Champions-League-Viertelfinale war der Niederländer auch gegen den SC Freiburg der Mann des Tages.

Robben drehte die Partie mit einem Doppelpack (76., 83.), nachdem der Rekordmeister lange Zeit einem 0:1-Rückstand durch Cedric Makiadi (31.) hinterhergelaufen war.

Damit haben die Münchner nach dem 26. Spieltag weiter zwei Punkte Vorsprung auf den FC Schalke 04 und bleiben im 19. Ligaspiel in Folge ungeschlagen.

Van Gaal lobt Robben und übt Kritik

"Er hat keine gute erste Halbzeit gespielt, aber eine gute zweite. Es ist unglaublich, was er in dieser Saison zeigt. Ich bin froh, dass wir ihn haben", sagte Bayern-Coach Louis van Gaal über Robben.

"Freiburg war in der ersten Halbzeit sehr gut organisiert. Das war sehr schwierig für uns, auch weil wir unsere Positionen nicht gehalten haben", gestand der Niederländer ein.

"In der zweiten Halbzeit haben wir umgestellt und waren dann sehr dominant. Der Sieg ist sehr schön, aber wir haben nur zwei Tore aus Standards gemacht. Deshalb ist das auch etwas glücklich."

12. sieglose Spiel für Freiburg

Die lange Zeit aufopferungsvoll kämpfenden Freiburger haben hingegen nach dem zwölften sieglosen Spiel in Folge und den Siegen der Abstiegskonkurrenten Hannover und Nürnberg bereits vier Punkte Rückstand auf Platz 15.

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war den Gastgebern die Müdigkeit nach der Kraft raubenden Partie in Florenz vor allem in der ersten Halbzeit deutlich anzusehen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ohne die verletzten Franck Ribery und Mario Gomez sowie den gesperrten Bastian Schweinsteiger fehlte im Offensivspiel zunächst die Durchschlagskraft.

Bei der besten Chance rettete Freiburgs Torhüter Simon Pouplin im letzten Moment gegen den schön von Thomas Müller frei gespielten Ivica Olic (3.). Danach blieben Torchancen Mangelware.

Kein Elfmeter nach Pouplins Attacke

Zudem hatten die Münchner Pech, dass Schiedsrichter Markus Schmidt nach einer Attacke von Pouplin an Miroslav Klose, der erstmals in der Rückrunde in der Startelf stand, nicht auf Strafstoß entschied (26.).

Die Freiburger wurden nach anfänglicher Zurückhaltung immer mutiger, zunächst scheiterten aber Johannes Flum (20.) und Yacine Abdessaki (23.) an FCB-Keeper Jörg Butt.

Nach 31 Minuten nutzten die Gäste dann jedoch nach einem Gegenstoß die komplett fehlende Ordnung in der Bayern-Defensive:

Cedric Makaidi traf nach Vorlage von Abdessaki aus 16 Metern in den Winkel - das zweite Saisontor des letztjährigen Zweitliga-Torschützenkönigs.

Pfiffe zur Pause

Auch danach fiel dem Rekordmeister nur wenig gegen die drittschlechteste Abwehr der Liga ein. Jonathan Jäger verpasste nach einem Solo mit einem 18-Meter-Schuss sogar das mögliche 0:2 (36.).

Freiburgs Trainer Robin Dutt sah einen beeindruckenden Auftritt seines Teams: "Wir haben 65 Minuten einen guten Auftritt gezeigt. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr gut

organisiert und hatten ein deutlichen Zweikampf-Plus. Nach gut einer Stunde haben die Bayern van Buyten nach vorne gezogen, da wurde der Druck immer größer."

Mit dem Unparteiischen war Dutt nicht immer einer Meinung. "Der Schiedsrichter hat eine tolle Leistung gezeigt, diesen Freistoß zum 1:1 darf er aber nicht pfeifen. Letztendlich haben die Bayern aber verdient gewonnen, und wir stehen trotz einer guten Leistung wieder mit leeren Händen da."

Entsprechend deutlich waren die Unmutsbekundungen beim Halbzeitpfiff. Trotzdem nahmen Bayern-Coach Louis van Gaal ebenso wie sein Freiburger Kollege Robin Dutt auch mangels Alternativen für die Offensive keine Wechsel vor.

Wie zu erwarten drängten die Münchner mit Wiederanpfiff auf den Ausgleich. Doch Müller schoss knapp vorbei (58.), dann scheiterte er aus kurzer Distanz an Pouplin (60.), der auch einen Freistoß von Robben entschärfte (65.).

Abdessaki klärt auf der Linie

Zudem forderten die Bayern zum zweiten Mal vergeblich Elfmeter, als Abdessaki einen Olic-Kopfball von der Linie schlug und den Ball dabei auch leicht mit der Hand berührte (71.).

Fünf Minuten darauf pfiff der Unparteiische dann Handspiel und Robben pfefferte den folgenden Freistoß aus 18 Metern mit 112 Stundenkilometern zum Ausgleich ins Netz ? Pouplin stand zwar in der Ecke, reagierte aber zu spät.

Die im Gegensatz zu den vergangenen Spielen diesmal in der Defensive sehr disziplinierten Freiburger wurden danach in der eigenen Hälfte eingeschnürt und kamen fast gar nicht mehr zu Entlastungsangriffen.

Immer wieder Robben

Erneut Robben hatte in der 80.Minute nach Zusammenspiel mit Klose die Führung auf dem Fuß, doch der starke Pouplin rettete mit dem Fuß zur Ecke. Zwei Minuten darauf scheiterte dann Klose nach van-Buyten-Pass aus kurzer Distanz am Franzosen.

Doch gegen den Elfmeter des Niederländers nach klarem Foul von Ivica Banovic an Müller war der Keeper dann machtlos (83.). Mit seinem 10. Saisontreffer ist Robben nun gleichauf mit Gomez bester FCB-Torschütze.

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