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Stefan Kiessling (re.) erzielte gegen Hamburg seine Saisontore 15 und 16 © getty

Leverkusen bleibt den Bayern und Schalke auf den Fersen. Trotz eines Lapsus ihres Keepers schlug man einen kraftlosen Hamburger SV.

Leverkusen - Herbstmeister Bayer Leverkusen hat eine alte Rechnung mit dem ungeliebten Ex-Trainer Bruno Labbadia beglichen und sich eindrucksvoll im Titelrennen der Bundesliga zurückgemeldet.

Neun Monate nach dem großen Zerwürfnis feierte die Werkself bei Labbadias Rückkehr mit dem Hamburger SV nach Leverkusen einen 4:2 (1:1)-Sieg und lieferte dabei phasenweise eine Gala-Vorstellung ab.

Mit dem ersten Erfolgserlebnis nach zuvor drei Spielen hat Bayer damit das Krisengerede auf einen Schlag beendet und darf in der Tabelle wieder nach oben schauen. Die Leverkusener liegen weiter drei Punkte hinter den Bayern und festigten nebenbei ihren Champions-League-Platz.

Der Vorsprung zu Borussia Dortmund beträgt acht, zum HSV schon zehn Punkte.

"Ich denke, dass sich die Mannschaft in zweiten Halbzeit sehr gesteigert hat, ruhiger und präziser gespielt und dann auch verdient gewonnen hat.

Wir haben heute die richtige Reaktion gezeigt und die Spieler haben ihren Lohn bekommen", sagte Bayer-Trainer Jupp Henyckes.

Kießling macht den Unterschied

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena machten Torjäger Stefen Kießling mit seine Saisontreffern Nummer 15 und 16 (22. und 62.) sowie Eren Derdiyok (55.) und Gonzalo Castro (84.) den Leverkusener Sieg perfekt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für den HSV trafen Ze Roberto (33.) und David Rozehnal (83.).

In einem hochklassigen Bundesligaspiel setzten beide Mannschaften von Beginn an auf Offensive und lieferten sich teilweise einen offenen Schlagabtausch.

Dem HSV, der noch am Donnerstag den RSC Anderlecht in der Europa League besiegt hatte, war dann aber im zweiten Durchgang die Doppelbelastung anzumerken.

Hamburg zunächst überlegen

Nicht aber in den ersten 45 Minuten: Die erste Chance hatten die Hamburger. Nach einem Traumpass von Eljero Elia war Mladen Petric frei durch, lupfte den Ball aber nicht nur über Adler, sondern auch knapp neben das Tor (11.).

In der Folgezeit erarbeiteten sich die Gäste ein Übergewicht und überzeugten in der Offensive mit einigen tollen Ballstafetten, wie etwa in der 21. Minute, als David Jarolim nach einer Traumkombination über Marcell Jansen, Eljero Elia und Ruud van Nistelrooy scheiterte.

Van Nistelrooy stand wie schon am Donnerstag gegen Anderlecht in der Startformation, spielte 70 Minuten und findet sich im HSV-Spiel immer besser zurecht. So stark die Hamburger Offensive derzeit aber auch ist, in der Abwehr hakt es bei den Norddeutschen nach wie vor.

So hebelte Tranquillo Barnetta mit einem Pass die ganze HSV-Hintermannschaft aus und bediente Kießling, der Rost keine Chance ließ.

Adler bringt Bayer in Bedrängnis

Im Anschluss an den Führungstreffer entwickelte sich die beste Leverkusener Phase mit weiteren Chancen von Renato Augusto (27.) und Arturo Vidal (29.).

So bedurfte es schon Leverkusener Mithilfe, um den HSV wieder ins Spiel zu bringen. Nach einem langen Ball von Joris Mathijsen behinderten sich Nationaltorhüter Rene Adler und Sami Hyypiä gegenseitig.

Nutznießer des Missgeschicks war Ze Roberto, der mit einem Heber den Ausgleich erzielte (33.).

HSV geht die Luft aus, Bayer brilliert

Im zweiten Durchgang waren es die Leverkusener, die das Spiel an sich rissen und auch prompt zur erneuten Führung kamen.

Nach einem langen Ball von Daniel Schwaab war Derdiyok per Kopf zur Stelle.

Sieben Minuten später erhöhte Sturmpartner Kießling ebenfalls per Kopf, nachdem sich Renato Augusto auf der Außenbahn durchgesetzt hatte.

Hamburgs Trainer Bruno Labbadia wurde indes mit Pfiffen und Schmähgesängen empfangen. Der 44-Jährige hatte Leverkusen im Juni vergangenen Jahres im Unfrieden Richtung Hamburg verlassen.

Nach einer rasanten Talfahrt war Bayer unter dem 44-Jährigen auf den neunten Platz abgestürzt und hatte auch das Pokalfinale gegen Werder Bremen (0:1) verloren.

Bei Leverkusen waren Kießling, Barnetta und Renato Augusto die stärksten Akteure. Auf Hamburger Seite hinterließen Ze Roberto und mit Abstrichen van Nistelrooy den besten Eindruck.

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