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Arjen Robben (r., mit van Bommel) erzielte gegen Freiburg seine Saisontore 9 und 10 © getty

Robben dreht die Partie gegen Freiburg, van Bommel liefert Argumente für eine Vertragsverlängerung. Nur Van Gaal grantelt.

Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar

München ? "Wenn der Frühling kommt, dann schick' ich dir Tulpen aus Amsterdam", hat die Niederländerin Mieke Telkamp 1959 gesungen.

Mehr als 50 Jahre später steht der Frühling vor der Tür, und die Bayern-Fans freuen sich über holländische Wochen in München.

Zweimal wurde das Tulpen-Lied am Samstagabend in der Allianz Arena gespielt, zweimal hatte ein Niederländer in Diensten des FCB getroffen.

Umjubelter Matchwinner Robben

Arjen Robben hieß der umjubelte Matchwinner, der den Bundesliga-Tabellenführer mit einem Doppelpack (76., 83.) vor einer unerwarteten Pleite gegen Abstiegskandidat SC Freiburg bewahrte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es ist gut, Spieler wie Arjen zu haben, die aus dem Nichts eine Partie drehen können", lobte Sportdirektor Christian Nerlinger den 25-Millionen-Euro-Einkauf von Real Madrid.(AKTUELL: Arjen Robben im Interview)

So war auch der zweite Erfolg der "Roten" nach dem Einzug ins Champions-League-Viertelfinale fünf Tage zuvor einem "Oranje"-Spieler zu verdanken.

Van Bommels Argumente für eine Verlängerung

Der andere war Mark van Bommel, der in Florenz neben Robben für Bayern getroffen hatte und am Samstag gute Argumente für die angeblich in Kürze bevor stehende Vertragsverlängerung lieferte - unter anderem mit einen wichtigen Tipp für seinen Landsmann.

"Ich habe Arjen vor dem Freistoß zum 1:1 gesagt, er soll den Ball hart in die Torwartecke schießen", berichtete der Kapitän über die Wende der Begegnung.

Entsprechend frustriert war Gästekeeper Simon Pouplin, dass er nach zahlreichen glänzenden Reaktionen beim Ausgleich schlecht aussah. "So ein Mist, aber diese Bälle flattern so, dass man nichts machen kann", sagte der Franzose Sport1.de.

Am Ende stand der nunmehr zwölfmal sieglose Sportclub trotz Cedrick Makiadis Führungstor (31.). aber vor allem wegen Ivica Banovics völlig sinnlosen Einsteigens gegen Thomas Müller im Strafraum mit leeren Händen da - Robben verwandelte den Elfmeter sicher zum Siegtor.

"Übernehme gerne Verantwortung"

"Ich übernehme gerne Verantwortung in dieser Mannschaft und will eine wichtige Rolle spielen", erklärte der 26-Jährige nach seinen Saisontreffern neun und zehn, durch die die Münchner Spitzenreiter bleiben.

"Ich würde dieses Jahr gerne Deutscher Meister werden. Wenn es dazu kommt, bin ich zufrieden", meinte Robben.

"Die nächsten zwei Wochen sind sehr wichtig. Wir müssen beide Spiele in Schalke und Leverkusen gewinnen, dann sieht es gut für uns aus."

Grantler van Gaal

Nur der dritte Holländer beim Rekordmeister fand nach dem 19. Ligaspiel in Folge ohne Niederlage Gründe zum Granteln.

"Wenn ein Spieler ein Tor schießt, heißt das nicht, dass er gut gespielt hat. In der zweiten Halbzeit war Arjen ziemlich gut, in der ersten Halbzeit überhaupt nicht", meckerte Louis van Gaal.

"Dafür wird er bezahlt, Tore zu schießen. Da muss sich ein Trainer nicht bedanken."

Und auch sonst bewertete er den Erfolg kritisch: "Dass wir am Ende gewonnen haben, ist sehr schön, aber wir hätten auch verlieren oder unentschieden spielen können."

Kabinenpredigt zeigt Wirkung

Entsprechend deutliche Worte hatte der Chefcoach in der Halbzeitpause gefunden. "Er hat schon eine gewisse Stimme, die man hört", meinte Nerlinger diplomatisch.

Ganz so skeptisch wie van Gaal bewertete er die Vorstellung zwar nicht, bremste aber trotz der erfolgreichen Woche auch jegliche Euphorie.

"Ich habe vorher gesagt, dass es ein Knochenbrecherspiel wird - und bin bestätigt worden", meinte der Sportchef. "Wir haben jetzt ein brutales Programm vor der Brust, das werden die Wochen der Wahrheit."

Rummenigge warnt

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Karl-Heinz Rummenigge.

"Wir haben die Qualität, zurückzukommen und ein Spiel noch zu drehen. Aber in Zukunft müssen wir solche Spiele vermeiden. Es ist nicht Zeit zum Träumen. Unsere Ziele müssen hart erarbeitet werden", sagte der Vorstandboss.

"Das Wichtigste war es, Schalke auf zwei Punkte hinter uns zu halten. Es würde Felix Magath sicherlich reizen, uns nochmal zu ärgern. Aber das werden wir zu verhindern wissen."

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