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Robin Dutt ist in der dritten Saison Trainer beim SC Freiburg © imago

Freiburgs Trainer Robin Dutt spricht im DSF-Doppelpass über das Bayern-Spiel, die Fan-Ausschreitungen in Berlin und Magaths Erfolgsrezept.

München - Der SC Freiburg hat dem FC Bayern München lange Zeit Paroli geboten, führte sogar mit 1:0, doch am Ende musste sich die Mannschaft von Trainer Robin Dutt doch mit 1:2 aus der Allianz Arena verabschieden.

Freiburg gerät somit immer tiefer in den Abstiegsstrudel, zumal die Konkurrenz aus Hannover und Nürnberg wichtige Siege einfuhren.

Mittlerweile sind die Breisgauer nur noch auf dem 17. Platz zu finden - der Trainer steht aber nicht zur Diskussion.

"Vom Trainer sind wir absolut überzeugt", meinte Sportdirektor Dirk Dufner trotz der Negativserie von zwölf Spielen ohne Sieg. "Wir haben uns früh festgelegt, dass der Trainer bleibt, auch wenn wir in die Zweite Liga gehen." (DATENCENTER: Die Tabelle)

Schwere Zeiten für Robin Dutt, der im DSF-Doppelpass Rede und Antwort zum Spiel gegen die Bayern stand. Außerdem spricht der Coach über die Ausschreitungen in Berlin und den Erfolg von Felix Magath auf Schalke.

Robin Dutt im DSF-Doppelpass über...

den Freistoß, der zum Ausgleich gegen Bayern führte:

"Der Schiedsrichter ist dem Druck des Publikums erlegen. Es waren zuvor Situationen da, wo das Publikum Elfmeter gefordert hat - was aber kein Elfmeter war, wie die TV-Bilder gezeigt haben. Das Publikum hat weiter Druck gemacht und Herr Schmidt hat dann Freistoß gegeben, da Schiedsrichter Freistöße vor dem 16er nicht ernst nehmen."

die Leistung des Schiedsrichters:

"Er hat eine tolle Leistung gezeigt, aber diesen Freistoß darf er nicht geben."

die Konsequenzen, die man nach den Fan-Ausschreitungen in Berlin ziehen sollte:

"Ich würde auch über den Tellerrand hinaus schauen. Diese kleine Gruppe von Randalierern bekommt nun wieder eine Plattform, es geht leider nicht anders, aber wir brauchen mittel- und langfristig einen Gegenpol. Ein Gegenpol kann nur eine positive Stimmung in einem Stadion sein. Man sollte den Fußball nicht so oft mit negativen Dingen begleiten, man braucht positive Symbole."

seine Ideen für eine positive Stimmung:

"Das können die Mannschaften sein, die sich vor dem Spiel auf dem Spielfeld begrüßen. Ebenso wie Fans, die sich vor dem Anpfiff begrüßen. Und dann sollen sich beide Teams ruhig mit aller Härte messen. Man muss dann aber nach dem Spiel sich wieder am Mittelkreis treffen, sich verabschieden und sich aufs nächste Wiedersehen freuen können."

den Vorschlag, die Sicherheitsmaßnahmen auf den Rängen wieder drastisch zu erhöhen:

"Ein neues Konzept kann nicht sein, dass wir in den Stadien die Zäune wieder errichten. Das wäre die falsche Lösung. Wir brauchen aber ein Konzept, das sofort greift. Es kann nicht sein, dass Trainer, Spieler und Funktionsteams direkt nach dem Spiel flüchten müssen."

den Unmut der Fans:

"Ich möchte allen Fans sagen: Als Sportler können wir enttäuschen, müssen Niederlagen hinnehmen. Und auch wenn man von uns als Sportler enttäuscht ist, ist okay. Aber wir versagen doch nicht als Menschen, und es geht nicht, dass wir dann verfolgt werden dürfen."

Schalkes Erfolgsrezept:

"Felix Magath hat eine große Stärke. Schalke hat in ihrer Startformation vielleicht drei, vier Spieler drin, die nicht die absolute Topqualität der Mannschaften haben, die ganz oben stehen. Aber sie haben einen sehr guten Torhüter, eine sehr gute Viererkette und sind mit Kuranyi und Farfan im Sturm auch sehr gut besetzt. Magath und Schalke haben es geschafft, ein System zu finden, in dem diese drei, vier Spieler nicht ganz die entscheidende Rolle im Spiel spielen."

Meisterambitionen auf Schalke:

Magath hat es geschafft, das Umfeld für seine Spielart zu sensibilisieren. Da ist der Wunsch nach attraktivem Spiel, für den man aber Jahre braucht, das akzeptiert aber in Schalke keiner. Oder man wählt ein Spiel, das dem augenblicklichen Können der Mannschaft entspricht und mit dem ist man oben dabei. Da kann man jeden Schalker fragen, die würden lieber das unterschreiben, was momentan auf Schalke gespielt wird. Zudem vertraut man Magath, denn er hat seinen Erfolg Wolfsburg und in München nachgewiesen. Er hat auch meiner Meinung nach in diesem Jahr gute Chancen auf den Titel."

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