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Jupp Heynckes fuhr mit seinem Team den 14. Saisonsieg ein © getty

Durch den Sieg über Hamburg unterstreicht Bayer seine Ambitionen. Adler sorgt für Aufregung. Der HSV blickt nach unten.

Von Tobias Hlusiak

München - Als die Spieler von Bayer Leverkusen mit den Fans jubelten, verschwand Bruno Labbadia nach einer Demütigung mit gesenktem Haupt gerade im Kabinentrakt.

MIt Sprechchören vom "Schießbuden-Labbadia" verhöhnten sie am Sonntagabend in der "BayArena" den ungeliebten Ex-Coach 212301(die Bilder).

"Die Niederlage wiegt schwerer", sagte Labbadia dazu.

Verständlich, denn während der Hamburger SV nach unten blicken muss, feierte der Herbstmeister durch ein 4:2 (1:1) nach einer Mini-Krise eine Wiederauferstehung.

Es war ein klares Signal an die Konkurrenz: Leverkusen ist wieder zurück im Meisterschaftskampf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Heynckes lobt seine Jungs

Für die "Werkself" lief alles nach Plan. Nachdem der FC Bayern und Schalke 04 im Verlauf des Spieltags vorgelegt hatten, zog sie eindrucksvoll nach.

Der Rückstand auf den Tabellenführer aus München beträgt weiterhin drei Punkte.

"Ich denke, dass jeder hier im Stadion gemerkt hat, wie wichtig dieses Spiel für uns war", zeigte sich Trainer Jupp Heynckes nach der Partie von der Partystimmung angetan.

"Die beiden anderen Teams haben vorgelegt, da war es für uns wichtig zu gewinnen, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren."

Eine Woche nach der ersten Saisonniederlage in Nürnberg präsentierte sich die junge Bayer-Mannschaft - bis auf wenige Ausnahmen - souverän.

Es war eine Offensiv-Gala mit Toren von Stefan Kießling, der seine Treffer 15 und 16 (22. und 62.) erzielte, Eren Derdiyok (55.) und Gonzalo Castro (84.). Für den HSV trafen Ze Roberto (33.) und David Rozehnal (83.).

"Die Mannschaft hat unter der Woche sehr professionell gearbeitet und die richtige Reaktion gezeigt. Der Sieg war der gerechte Lohn", fand Heynckes.

"Die Hamburger waren mit vier Toren noch gut bedient", freute sich Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Adler mit erneutem Fehlgriff

Nicht ganz so gut verlief die Partie für Leverkusens Nummer eins. Mit einem übermotivierten Fausteinsatz gegen eine harmlose Flanke und Mitspieler Sami Hyypiä schenkte Rene Adler den Hamburgern den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Es war nicht der erste Patzer des Nationalkeepers in dieser Saison.

Adler selbst zeigte sich immerhin selbstkritisch: "Da sehe ich natürlich blöd aus", analysierte Adler angefressen. "Aber wir haben einfach eine geile Truppe, die solche Fehler des Einzelnen ausbügelt. Ich hoffe, es kommen auch wieder die Tage, an denen ich dem Team das zurückgeben kann."

Adler wird in Schutz genommen

Völler nahm seinen Schlussmann in Schutz: "Rene riskiert wenigstens etwas und ist deswegen auch zu Recht Deutschlands Nummer eins. Ich hasse nichts mehr als Torhüter, die nur auf der Linie stehen und für die Galerie spielen."

Heynckes zeigte ebenfalls Verständnis für Adlers Fauxpas. "Er wollte es in dieser Situation besonders gut machen, weil er natürlich im Fokus der Öffentlichkeit steht."

"Wir werden diese Szene morgen aufarbeiten. Man sollte das aber nicht zu hoch hängen", ging der Coach zur Tagesordnung über.

Bremen lauert schon

Ganz andere Probleme hat dagegen der Hamburger SV, der drei Tage nach dem erfolgreichen Achtelfinal-Hinspiel in der Europa-League gegen den RSC Anderlecht saft- und kraftlos wirkte.

Durch die Niederlage musste Labbadias Elf den vierten Tabellenplatz an Borussia Dortmund abgeben. Als Fünfter spürt der HSV den Atem des Nordrivalen, der bis auf einen Punkt herangerückt ist.

Konzentration auf Anderlecht

"Wir wollten mit einem Sieg in Leverkusen nochmal oben angreifen, das ist uns aber leider nicht gelungen", analysierte der Trainer. "Jetzt müssen wir uns nach unten orientieren. Viele gute Mannschaften wollen nach Europa. Wir haben aber immer noch alles in unseren eigenen Händen.

Auch der erste Startelfeinsatz von Ruud van Nistelrooy konnte die Niederlage nicht abwenden. Der Niederländer erlebte den Abpfiff nicht mehr auf dem Platz, sondern wurde für das Rückspiel in Anderlecht am kommenden Donnerstag geschont.

"Wir müssen jetzt alle Konzentration auf die Europa League lenken und dort weiterkommen. Unsere Ausgangsposition ist gut", sagte Labaddia.

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