Sport1.de-Experte Huub Stevens ist bestürzt über die Vorkommnisse in Berlin. Hertha-Manager Michael Preetz spricht er Mut zu.

Hallo Fußball-Freunde,

Im Mittelpunkt des Spieltags standen die Ausschreitungen nach der Niederlage der Hertha gegen Nürnberg. Das ist sehr schade für den Verein.

Das sind keine Fans, die da in Berlin randaliert haben. Das ist eine Katastrophe. Ich denke, dass die Hertha gegen dagegen vorgehen muss und diese Leute ausgeschlossen werden müssen.

Ich bin für lebenslange Stadionverbote. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, zivilrechtlich noch härter gegen die Randalierer vorzugehen.

Die Situation in Berlin hat sich aus meiner Sicht kontinuierlich aufgebaut. Wenn es am Wochenende nicht passiert wäre, dann wäre bei einem anderen Spiel etwas passiert.

Es ist schade für die Hertha, für Berlin und für den ganzen deutschen Fußball.

Am Freitag spielt Köln gegen Mönchengladbach, wieder ein Spiel mit Konfliktpotenzial.

Ich hoffe, dass alle vernünftig bleiben. Eine bestimmte Rivalität, wie zwischen Köln und Gladbach oder Schalke und Dortmund, ist auch gut im Sport.

Aber was in Berlin passiert ist, hat nichts mehr mit sportlicher Rivalität zu tun. Das sind eigene "Fans", die den Verein schädigen.

Ich fände es traurig, wenn es tatsächlich eine Tendenz zu mehr Gewalt gäbe und wenn dieser kleine Teil der Zuschauer eine zu große Bedeutung bekäme.

Man sollte gar nicht soviel darüber reden, sondern lebenslange Sperren aussprechen und fertig.

Sonst bekommen diese Leute auch noch ein Podium, und das sind sie nicht wert. Das verdienen diese Leute nicht.

Ich kann mir gut vorstellen, wie Michael Preetz nach Abpfiff zumute war. Er war fast sein ganzes Sportlerleben bei Hertha, als Stürmer, Mitarbeiter und jetzt als Sportdirektor. Das ist hart für ihn und tut weh.

Aber ich möchte Michael Mut zusprechen und sagen "Mach weiter, bitte!".

Denn der Verein verdient es, dass Leute mit dem Herzen dabei sind. Und Michael ist mit dem Herzen dabei.

Ich glaube allerdings nicht, dass die Hertha noch eine Chance auf den Klassenerhalt hat. Mit allem Respekt vor Nürnberg, aber in solchen Spielen muss man im Abstiegskampf die Punkte holen.

Ich hoffe, dass die Hertha bei einem Abstieg ganz schnell wieder in die Bundesliga zurückkehrt. Die Hauptstadt verdient Bundesliga-Fußball.

Im Kampf um die Meisterschaft hat Bayern München die Spitze behauptet. Arjen Robben hat gegen Freiburg zwei Tore geschossen, aber er hat kein gutes Spiel gemacht. Auch wenn sich vieles auf ihn konzentriert, ist nicht nur er wichtig.

Die Bayern haben einfach sehr viel Potenzial im Kader. Und das brauchen sie auch bei dem Restprogramm, dass sie in der Liga, im Pokal und in der Champions League haben.

Zumal auch Leverkusen und Schalke nicht nachgelassen haben und oben dran bleiben.

Felix Magath wehrt sich zwar dagegen, vom Titel zu sprechen, aber wenn einer gerne Meister werden möchte, dann ist es Felix.

Dass er den Druck von der Mannschaft halten will, ist normal. Aber wenn du so lange ganz oben mitmischst, dann kannst du den Druck irgendwann nicht mehr weg halten, dann musst du dich auch nach außen dazu bekennen.

Aber ich denke dennoch nach wie vor, dass Bayern München Meister wird.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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