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Arjen Robben (v.) gab sein Profidebüt im Dezember 2000 beim FC Groningen © imago

Robben präsentiert sich rechtzeitig zur entscheidenden Phase der Saison in Topform. Und liefert Ribery Gründe, doch zu bleiben.

Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar

München - Die Frage ist für Christian Nerlinger nur eine rhetorische.

"Was würden Sie denn sagen?", entgegnet der Bayern-Sportdirektor auf die Sport1.de-Nachfrage, ob Arjen Robben bereits seine Ablöse wieder hereingespielt hat.

Und er gibt gleich selber die Antwort: "Seitdem er hier ist, bringt er hervorragende Leistungen. Er hat eine unglaubliche Siegermentalität. Deshalb sind wir natürlich sehr froh, dass wir ihn gewinnen konnten."

25 Millionen Euro haben die Münchner dafür im vergangenen Sommer an Real Madrid überwiesen und es gab nicht wenige, die darin angesichts von Robbens Verletzungsanfälligkeit ein hohes Risiko sahen.

Tatsächlich fiel der Niederländer auch beim FC Bayern nach einer Knieoperation im November mehrere Wochen aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rechtzeitig in Topform

Doch rechtzeitig zur entscheidenden Phase der Saison präsentiert sich der 26-Jährige in Topform. (Zur Meldung: Robben im Interview)

Die letzte Woche war der vorläufige Höhepunkt mit seinem entscheidenden Treffer am Dienstag in Florenz zum Einzug ins Champions-League-Viertelfinale und seinem Doppelpack am Samstag beim 2:1 gegen den SC Freiburg.

Wobei sein Trainer die Lobeshymnen auf den Landsmann nach der Partie angesichts dessen schwacher Vorstellung in der ersten Hälfte nicht teilen wollte.

"Wir dafür bezahlt, Tore zu schießen"

"Warum sollte ich mich bei ihm bedanken? Er wird schließlich dafür bezahlt, Tore zu schießen", grantelte Louis van Gaal.

Wenig später machte er dann aber doch seine große Wertschätzung für Robben deutlich, den er seit der Junioren-Nationalmannschaft kennt: "Ich bin froh, dass er bei Bayern München spielt. Es ist unglaublich, was er in dieser Saison zeigt."

Denn Robben hat auch statistisch schon jetzt den Großteil seiner Ablöse wieder hereingespielt.

Durch das Erreichen der besten Acht in der Königsklasse sind dem deutschen Rekordmeister schon 40 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen sicher.

Ohne Robben elf Punkte weniger

Und in der Liga hätten die Münchner ohne Robbens Tore (10) und Torvorlagen (6) elf Punkte weniger - genau den Vorsprung vor dem Viertplatzierten Borussia Dortmund.

Damit dürfte bereits sicher sein, dass der FCB zumindest die Qualifikation zur nächsten Champions League erreicht ? und damit im Falle des Weiterkommens dann weitere 15 Millionen Euro sicher hätte.

Dementsprechend logisch ist die Bewertung von Karl-Heinz Rummenigge. "Das war ein Volltreffer, der dem FC Bayern gelungen ist, ein ganz wichtiger Transfer", sagte der Vorstandsboss über Robben.

"Wir sind glücklich, dass er bei uns ist. Ich glaube nicht, dass er schon mal zehn Tore in einer Saison gemacht hat. Und es sind ja noch ein paar Spiele."

Schon erfolgreicher als bei Real und Chelsea

Rummenigges Vermutung ist zumindest bezogen auf die letzten Jahre richtig: Weder bei Real Madrid noch zuvor beim FC Chelsea war der Flügelflitzer so erfolgreich. Sieben Treffer waren das Maximum bei den Blues und den "Königlichen".

Nun ist er bei den Roten mit zehn Toren bereits gleichauf mit Mario Gomez bester Liga-Schütze und könnte seine persönliche Bestmarke von zwölf Treffern in der Saison 2002/2003 für den PSV Eindhoven überbieten.

Damals wurde Robben mit 19 Jahren erstmals Meister, auch diesmal ist dieser Titel, den er in Spanien einmal und in England zweimal gewann, sein erstes Ziel.

"Ich will dieses Jahr gerne Meister werden", erklärte er. "Alles, was noch dazukommt, wäre schön. Wir müssen natürlich versuchen, auf alle drei Titel zu gehen."

Bislang ohne internationale Titel

Denn internationale Trophäen fehlen in seiner Vita bisher. Noch hält er den Gewinn der Champions League mit den Bayern auch nicht für realistisch.

"Da müssen wir ehrlich sein", sagte Robben. "Chelsea, Barca oder Manchester United sind da einen Schritt weiter."

Doch die Perspektive sieht er an der Isar durchaus, schon bald international wieder ganz oben anzugreifen. Deshalb hat er mehrfach die Vereinsverantwortlichen aufgefordert, seinen kongenialen Partner Franck Ribery mit allen Mitteln zu halten.

Die Botschaft ist offenbar angekommen, wie Nerlingers Aussagen deutlich machen. "Es ist immer gut, wenn man Spieler dabei hat, die eine Partie aus dem Nichts heraus entscheiden können", sagte der Sportchef.

Hoffnung auf "Rib und Rob"

"Wir haben ja neben Arjen Robben noch einen zweiten mit Franck Ribery, der sicherlich auch Extraklasse darstellt und bald wieder fit sein wird."

Vielleicht könnte ein gesundes Duo "Rib und Rob" am Ende auch international den Unterschied ausmachen. "Wenn beide in Bestform sind und der Rest auch gut spielt, traue ich der Mannschaft in der Champions League einiges zu", erklärte Franz Beckenbauer.

Darauf hofft van Gaal ebenfalls: "Es gibt nicht so viele gute Flügelspieler in der Welt, aber ich denke, dass wir zwei der besten in Europa haben."

Und so lange der eine so weiter trifft, macht er es dem anderen immer schwerer, am Saisonende die Bayern zu verlassen.

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