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Mladen Petric ist seit fünf Ligaspielen ohne Tor für Hamburg © getty

Die Champions-League-Träume des HSV sind zerplatzt, stattdessen droht ein Albtraum-Szenario. Bruno Labbadia kommt es bekannt vor.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist gar nicht so lange her, dass beim HSV die Welt noch in Ordnung war.

In der Winterpause war Platz drei und damit die Qualifikation zur Champions League nur zwei Punkte entfernt. Dann kam auch noch Starstürmer Ruud van Nistelrooy195995 (DIASHOW: Van Nistelrooys Karriere).

Der Himmel schien die Grenze zu sein. Neun Spieltage später ist Bruno Labbadias Team mit voller Wucht auf dem Erdboden aufgeschlagen.

"Die Champions League ist weit weg", ist Kapitän David Jarolim nach der 2:4-Niederlage in Leverkusen klar geworden - zehn Punkte, um genau zu sein: "Das tut weh." (DATENCENTER: Bundesliga)

Zwischen Nürnberg und Frankfurt

Nur drei Siege in neun Spielen seit der Winterpause, Platz zehn in der Rückrundentabelle zwischen Nürnberg und Frankfurt: Das passt so gar nicht ins Hamburger Selbstverständnis.

Inzwischen ist sogar das Minimalziel Europa-League-Platz in Gefahr.

Labbadia hat einen ähnlichen Absturz im Vorjahr mit Leverkusen erlebt.

Während die Werkself unter Jupp Heynckes wieder erblüht ist, werden die Fragen an Labbadia lauter, ob er in Hamburg dieselben Fehler begeht.

Das erste Raunen über zu langes Training, übertriebene Detailwütigkeit und mangelhafte Kommunikation beim Coach ist schon nach außen gedrungen.

"Komfortzone" auch in Hamburg?

Und ähnlich wie beim früheren Arbeitgeber zeigt sich Labbadia inzwischen auch unzufrieden über die Einstellung der Spieler.

Wo er in Leverkusen über eine "Komfortzone" klagte, in der sich die Spieler eingerichtet hätten, kritisiert er nun: "Wir müssen auch mal über eine gewisse Grenze gehen."

Bei Bayer mündete der Trubel in einem öffentlichen Zerwürfnis zwischen Trainer und Spielern, nachdem alle Ziele verfehlt waren.

Ein Traum lebt noch

So weit ist es bei Hamburg noch nicht. "Wir müssen die Situation jetzt annehmen und das Beste daraus machen", hat Marcell Jansen erklärt.

Das wäre neben der Europa-League-Qualifikation der Gewinn des diesjährigen Wettbewerbs, das Heimfinale in Hamburg ist der große Traum.

Zumal die Ausgangsposition vor dem Achtelfinal-Rückspiel in Anderlecht (Do., ab 20.50 Uhr LIVE) nach dem 3:1-Hinspielsieg gut ist.

Im Moment wirkt der HSV aber keineswegs titelreif. Fast alle Leistungsträger kämpfen entweder mit Fitness- oder Formproblemen.

Ze Roberto nicht der Alte

Sinnbildlich für beides steht die gegenwärtige Verfassung von Ze Roberto.

In der Hinrunde noch die prägende Gestalt auf dem Platz und von vielen als bester Mann der Liga gepriesen, wirkt der brasilianische Mittelfeldroutinier zuletzt seltsam teilnahmslos.

Die Folgewirkungen der langen Verletzungspause sind noch offensichtlich - und nun droht ihm auch noch 209112ein millionenschweres Angebot von Red Bull New York den Kopf zu verdrehen.

Labbadia aber hält zu ihm und denkt nicht daran, ihn auf die Bank zu setzen: "Er braucht die Spiele, um wieder in die Verfassung aus der Hinrunde zu kommen."

Bremen stichelt schon

Den Hinrunden-Ze bräuchten die Hamburger im Moment dringend. Nur noch einen Punkt Vorsprung haben sie auf den sechsten Platz.

Und dort lauert auch noch der Erzrivale aus Bremen, der schon anfängt, mit diebischer Freude zu sticheln.

"Am Ende stehen wir eh wieder vorm HSV", tönt Werder-Angreifer Aaron Hunt.

Damit wäre der ultimative Hamburger Albtraum perfekt.

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