vergrößernverkleinern
Christian Nerlinger (r.) löste Uli Hoeneß im Sommer beim FC Bayern München ab © imago

Der Sportdirektor der Bayern macht den Fans Hoffnung auf weitere Stars. Die Jugend soll dabei nicht vernachlässigt werden.

Von Nikolai Kube

München - Franck Ribery und Arjen Robben auf der einen, Thomas Müller und Holger Badstuber auf der anderen Seite.

Die Bayern sind unter Louis van Gaal auf dem Weg, die richtige Mischung zwischen Weltstars und hoffnungsvollen Talenten zu finden.

Und dies soll auch in Zukunft so bleiben, glaubt man Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger.

Als Vorbild dient der aktuelle Champions-League-Sieger:

"Der FC Barcelona ist das Role-Model", sagte Nerlinger der "tz". "Die haben eine Mannschaft, die über Jahre gewachsen ist und immer punktuell mit großen Spielern verstärkt wurde."

Bayern plant Transferkracher

Barca formte Nachwuchsspieler wie Xavi oder Andres Iniesta zu internationalen Topstars, verpflichtet seit Jahren aber auch immer wieder teure Stars.

Zuletzt wechselte der schwedische Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic im Tausch für Samuel Eto'o von Inter Mailand zu den Katalanen.

In ähnlicher Weise planen die Bayern offenbar für die kommende Saison einen Transferkracher, ohne aber dabei die Jugendarbeit zu vernachlässigen.

"Es ist schon auch unser Anspruch, große Namen nach München zu holen. Wir halten ständig die Augen offen", so Hoeneß-Nachfolger Nerlinger.

"Klasse statt Masse"

Ganz nach dem Motto "Klasse statt Masse" sondiert der Tabellenführer der Bundesliga daher den Markt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle):

"Wir wollen Qualität statt Quantität. Wir haben mit Ribery und Robben zwei Spieler der Extraklasse. Und es ist wichtig, jemanden zu haben, der aus dem Nichts ein Spiel entscheiden kann", sagte Nerlinger (Zur Meldung: Robben im Interview).

Die Entwicklung bei Barcas Ligakonkurrent Real Madrid sei hingegen ein warnendes Beispiel:

"Die sind zum sechsten Mal in Folge im Achtelfinale ausgeschieden. Das ist eine Bankrotterklärung. Eine ganze Mannschaft voller Topstarts garantiert dir keinen Erfolg."

Deshalb werde auch der FC Bayern "nichts Unüberlegtes tun".

Steht Ribery-Abgang schon fest?

Die Personalplanung der Münchner dürfte demnach eng mit der Personalie Ribery zusammenhängen.

Doch die Vertragsgespräche wurden zunächst einmal vertagt. Der Franzose teilte dem deutschen Rekordmeister in einem ersten Gespräch laut Nerlinger mit, "dass er sich in den nächsten Wochen erst einmal aufs Sportliche konzentrieren will".

Daher gibt es nun Vermutungen, der Franzose habe sich bereits zum Abschied entschieden, wolle diesen aber erst später verkünden, um nicht unnötig Unruhe im Verein aufkommen zu lassen.

Doch wie würde es ohne Ribery bei den Bayern weitergehen?

Diego als Nachfolger im Gespräch

Der Name Diego tauchte in den letzten Wochen immer wieder in den Schlagzeilen auf. Schon im Sommer 2009 zeigten Hoeneß und Co. Interesse an einer Verpflichtung des ehemaligen Bremers.

Nach langem Hin und Her wechselte der Brasilianer schließlich für 25 Millionen Euro zu Juventus Turin. Die Bayern angelten sich stattdessen Robben.

Bei einem Abgang Riberys wäre der 25-jährige Diego, der bei Juve bislang noch nicht zu alter Form fand, sicherlich eine Überlegung wert.

Der "Sport Bild" zufolge liebäugeln die Bayern auch mit dem serbischen Mittelfeldstar Milos Krasic, der in der aktuellen Champions-League-Saison vier Tore für ZSKA Moskau erzielte.

Die Münchner hätten sich demnach sogar schon bei seinem Berater nach einem möglichen Transfer erkundigt.

Kroos als wichtiger Baustein

Will Bayern Barca tatsächlich nacheifern, ist das "Zurückholen" von Toni Kroos fast schon Pflicht.

Das Juwel, das bis zum Saisonende an Leverkusen ausgeliehen ist, kehrt laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "zu 100 Prozent" zurück. Bayer sieht dies (noch) anders.

Kroos - würde er an die Leistungen aus dieser Saison anknüpfen - könnte zu einem wichtigen Baustein der "Nach-Ribery-Ära" werden.

Ob Diego, Krasic oder Kroos. Eines steht bereits fest: Talente wie Thomas Müller oder Holger Badstuber werden unter "Jugendförderer" van Gaal auch in Zukunft bei den Bayern ihre Chance bekommen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel