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Die Zwillinge Lars (r.) und Sven Bender spiel- ten gemeinsam zuletzt für 1860 München © imago

Die Bender-Zwillinge als erbitterte Gegner: Für familiäre Rücksicht ist kein Platz im Duell zwischen Dortmund und Leverkusen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Sie waren stets unzertrennlich - wie eineiige Zwillinge eben so sind. Und bis 2009 spielten sie auch immer gemeinsam im selben Verein, zuletzt bei 1860 München.

Der Karriere und der Bundesliga wegen entschieden sich Sven und Lars Bender dann aber doch dafür, getrennte Wege zu gehen:

Sven Bender wechselte zu Borussia Dortmund und schnuppert an der Europa League, Lars Bender ging zu Meister-Aspirant Bayer Leverkusen.

Ein sportlicher Entschluss also jeweils, der keineswegs von Nachteil war, läuft es für beide doch mehr als solide. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Remis im ersten Brüder-Duell

Nachdem die 20-Jährigen bereits beim 1:1-Hinspiel in der BayArena aufeinander getroffen waren, kommt es in Dortmund nun (ab 18.15 Uhr LIVE) zum zweiten Bruder-Duell.

Im Interview mit Sport1.de sprechen die Benders über Familien-Rivalitäten, ihren Sprung ins Fußball-Oberhaus und persönliche Ziele für den Saison-Endspurt.

Sport1.de: Wie geht es Ihnen nach Ihrer Verletzung (Sehnenreizung im Knie, Anm. d.Red.), wie stehen die Chancen für einen Einsatz gegen Leverkusen?

Sven Bender: Mir geht es wieder richtig gut. Ich habe keine Schmerzen und keine Probleme mehr. Wenn der Trainer mich also braucht, ist mein Einsatz möglich.

Sport1.de: Im Spiel bei der Borussia geht es für beide Teams um sehr viel: Können Sie da im Fall eines Zweikampfs brüderliche Rücksicht üben, oder gibt es notfalls "auf die Socken"?

Lars Bender: Natürlich geht man sich niemals vorsätzlich auf die Socken. Aber wenn es die Situation erfordert, macht man keine Unterschiede. Da ist es egal, ob es der Bruder ist oder ein anderer. Wir sind Profis und spielen für unseren jeweiligen Verein. Da haut man sich halt rein.

Sport1.de: In welchen Qualitäten unterscheiden Sie sich auf dem Fußballplatz denn von Ihrem Bruder?

Sven Bender: Ich glaube, das können andere besser beurteilen. Sicher sind Lars und ich uns von unseren Anlagen und auch von der Spielposition her sehr ähnlich.

Lars Bender: Grundsätzlich sind wir uns in unserer Spielanlage ziemlich ähnlich und haben uns auf dem Platz immer ganz gut ergänzt. Wobei man schon sagen kann, dass ich vielleicht ein bisschen offensiver ausgerichtet bin als Sven.

Sport1.de: Wie schwer war im Rückblick der Sprung von den "Löwen" zu einem Spitzenverein in der Bundesliga?

Sven Bender: Das war für mich natürlich ein Riesensprung zum BVB, der mit einer großen Umstellung in jeder Beziehung verbunden war. Allein das Spieltempo ist überhaupt nicht vergleichbar.

Sport1.de: Sonst nichts?

Sven Bender: Aber ich hatte das große Glück, dass mir der Verein und die Mannschaft beim Übergang sehr geholfen haben. Ich fühle mich bei Borussia Dortmund sehr wohl und bestens aufgehoben.

Lars Bender: Fußballerisch ist es natürlich ein großer Schritt gewesen. Aber man hat es mir in Leverkusen ebenfalls sehr einfach gemacht, die Mannschaft hat mich prima aufgenommen. Das hilft sehr, wenn man von einem unterklassigen Klub nach oben kommt.

Sport1.de: Wie groß ist der Anteil Ihrer Trainers am derzeitigen Erfolg?

Sven Bender: Sehr groß, denn Jürgen Klopp setzt viel Vertrauen in mich, und er lebt uns allen die Leidenschaft für den Fußball jeden Tag vor. Entscheidend ist, dass er nicht nur sagt, dass er auf junge Spieler baut, sondern dass er das auch wirklich tut.

Lars Bender: Der Anteil des Trainers ist sehr groß. Jupp Heynckes hat unheimlich viel Erfahrung und kann mit allen Situationen sehr gut umgehen. Man merkt als junger Spieler sofort, dass er schon viel erlebt hat.

Sport1.de: Wie macht Klopp das?

Sven Bender: Er kommuniziert intensiv mit uns, hat für jeden ein offenes Ohr. Das Vertrauen, das er einem als Spieler schenkt, kann man auf dem Platz in Selbstvertrauen umwandeln.

Sport1.de: Was sind Ihre persönlichen Ziele für diese Saison, und worauf kommt es im Saison-Endspurt an?

Sven Bender: Ich wünsche mir noch ein paar Einsätze. Wenn wir als Mannschaft unser Potenzial weiterhin abrufen, dann müsste es möglich sein, unsere gute Ausgangsposition zu verteidigen.

Lars Bender: Ich möchte noch zu ein paar Einsätzen kommen, ganz klar. Aber grundsätzlich ordne ich meine persönlichen Ziele denen der Mannschaft unter. Ich will einfach meinen Beitrag dazu leisten, dass wir bis zum Ende oben dran bleiben. Das entscheidende ist, nicht auf die anderen zu schauen, sondern einfach unsere Spiele zu gewinnen.

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