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Kevin Kuranyi (l.) hat bislang 14 Saisontore auf seinem Konto © imago

Auch nach den Patzern der Konkurrenz im Titelrennen lassen sich die Schalker nicht aus der Reserve locken - mit Verweis auf 2007.

München - Die Vorlage könnte nicht besser sein.

Zunächst bekommt Tabellenführer Bayern München von Eintracht Frankfurt in der Schlussphase drei Punkte abgeknöpft.

Dann wird Leverkusen von Borussia Dortmund im Samstagabendspiel das Fell über die Ohren gezogen. Schalke 04 kann ergo der große Gewinner des Wochenendes unter den drei verbliebenen Titelkandidaten werden.

Doch vor dem schweren Auswärtsspiel beim Hamburger SV (ab 15.15 Uhr LIVE) wollen die Königsblauen von der möglichen ersten Meisterschaft seit 1958 noch nichts wissen.

"Wir tun gut daran, nicht zu träumen", sagt Manuel Neuer der "Bild am Sonntag" und erinnert an eine noch frische Wunde. "2007 war die Euphorie viel größer, der Schuss ging nach hinten los und wir standen mit leeren Händen da."

Damals sei die Mannschaft "im Kopf schon Meister" gewesen und habe sich nicht mehr auf die eigentliche Sache konzentrieren können. "Das Team und die Fans haben daraus gelernt", behauptet der Torwart. "Wir sind alle schlauer geworden."

"Meisterschaft sehr weit weg"

Auch Kevin Kuranyi verweist in der "Welt am Sonntag" darauf, dass das Ziel die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb sei: "Ich glaube, die Fans wissen auch, dass eine mögliche Meisterschaft noch sehr weit weg ist."

Neuer lässt allerdings durchblicken, dass seine Zukunft wesentlich davon abhängt, was in Gelsenkirchen in naher Zukunft möglich ist.

"Wenn man vier Jahre bei Bayern spielt, ist man wahrscheinlich öfter in der Champions League als mit Schalke", gibt er zu bedenken. "Aber genau da wollen wir hin. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich meinen Vertrag sogar verlängere."

Nebelkerzen von Magath

Trainer Felix Magath hangelt sich derweil - zumindest öffentlich - von Etappenziel zu Etappenziel und vertritt damit dieselbe Politik wie Kuranyi: "Drei Punkte, und die Europa-League-Qualifikation ist so gut wie sicher. Über mehr kann und möchte ich nicht sprechen."

Vom Titel wird "Understatement-Künstler" Magath wohl erst reden, wenn er die Schale in der Hand hält. Elf Punkte haben die Schalker Vorsprung auf den HSV, der außerdem noch das kräftezehrende Achtelfinal-Rückspiel beim RSC Anderlecht (3:4) in den Knochen hat.

Magath: "Konditionelle Vorteile"

"Da sind wir in einer besseren Situation", sagt Magath immerhin. "Im konditionellen Bereich sehe ich Vorteile bei uns, diese müssen wir nutzen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dennoch gehen die Gäste mit großem Respekt in das Spiel. "Hamburg hat in dieser Spielzeit sowohl national als auch international gezeigt, dass sie sehr guten Fußball spielen können", sagt Kuranyi.

Kuranyi hat einen Plan

Der beste Schalker Schütze (14 Tore) hat jedoch ein Konzept: "Wir müssen den HSV durch unsere Stärken schwächen." Die Hanseaten wollen gegen Schalke Punkte für die internationalen Plätze sammeln.

"Wir müssen kompakter stehen und leichte Gegentore verhindern. In der Offensive sind wir so stark besetzt, dass wir gegen jeden Gegner Tore erzielen können", sagte Kapitän David Jarolim.

Allerdings drückt vorne der Schuh: Fraglich ist der Einsatz von Torjäger Ruud van Nistelrooy, der in den letzten Spielen hohen Belastungen ausgesetzt war. Auch hinter Dennis Aogo steht ein Fragezeichen.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Hamburger SV - Schalke 04

Hamburg: Rost - Boateng, Rozehnal, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Ze Roberto - Torun, Trochowski - Petric, van Nistelrooy

Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip - Kluge, Rakitic, Schmitz - Farfan, Kuranyi

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