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Thomas Schaaf ist froh, dass Bremen sich "gerade noch so durchsetzen" konnte © getty

Werder-Coach Thomas Schaaf ist unzufrieden mit seinen Reservisten und weiß, dass Aufholjagden nicht immer positiv ausgehen.

Bremen - Punkte geholt, Erkenntnisse gewonnen, aber auch Illusionen verloren:

Was seine Ergänzungsspieler eine Halbzeit lang beim mühseligen 3:2 (0:1)-Sieg von Werder Bremen gegen den VfL Bochum zusammenkickten, schärfte bei Trainer Thomas Schaaf vor den entscheidenden Partien in Liga und Pokal den Blick auf den Saisonendspurt.

"Einige hatten die Chance, sich zu zeigen. Jetzt müssen sie mal darüber nachdenken, was sie angeboten haben", knurrte der Coach und sah in diesem Moment nicht wie ein Sieger aus.

Fünf Stammkräften hatte der 48-Jährige nach der kräftezehrenden und letztlich erfolglosen Aufholjagd in der Europa League gegen den FC Valencia (4:4) eine Pause gegönnt, schon in der Halbzeitpause musste Schaaf die Reißleine ziehen.

"90 Minuten durchgeschleppt"

Claudio Pizarro und Mesut Özil kamen auf den Platz, in der Schlussphase stieß noch Torsten Frings hinzu, der in der 81. Minute, drei Minuten nach seiner Einwechslung, den entscheidenden dritten Treffer erzielte.

"Es ist uns nicht gelungen, ein druckvolles Spiel zu erzeugen. Man muss sagen, dass wir uns 90 Minuten lang durchgeschleppt haben. Ich bin froh, dass wir uns am Ende gerade noch so durchsetzen konnten", sagte Schaaf.

Als Kampfansage an Hamburg und Dortmund, die Konkurrenten im Kampf um die Europa-League-Plätze, wollte er das Spiel ebenfalls nicht deuten:

"Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die wir zu erledigen haben, damit haben wir im Moment noch genug zu tun."

Rosenberg und Jensen enttäuschen

Die geplante Schonung für die Halbfinalpartie im DFB-Pokal am Dienstag gegen den FC Augsburg blieb also auf halbem Wege stecken, die Wirkung verpuffte weitgehend. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch Geschäftsführer Klaus Allofs war enttäuscht, wie sich Akteure wie Markus Rosenberg und Daniel Jensen den 36.197 Zuschauern im Weserstadion präsentierten.

"Der Trainer musste in der Halbzeit reagieren. Man hat gesehen, was Spielpraxis ausmacht. Aber auch diese Spieler werden wir noch brauchen", so Allofs.

"Solche Aufholjagden gehen nicht immer positiv aus"

Aber nicht in dieser Verfassung, denn die kampf- und laufstarken Gäste waren über eine Stunde lang ein mehr als ebenbürtiger Gegner für den deutschen Pokalsieger.

Stanislav Sestak in der 14. und Zlatko Dedic in der 63. Minute brachten die Westdeutschen zweimal in Führung, Werder konterte durch Tore von Pizarro (58.), Marko Marin (65.) und schließlich Frings (81.).

"Solche Aufholjagden gehen nicht immer positiv aus", mahnte Schaaf, der sich am Spielfeldrand mehr als ein halbes Dutzend Mal die spärlichen Haare raufte.

Herrlich ärgert sich

Leidvolle Erinnerung an die Partie gegen Valencia, in der es gegen einen Gegner der europäischen Spitzenklasse eben nicht mehr zum Umschwung gereicht hatte.

Schaafs Kollege Heiko Herrlich hatte klar erkannt, welche Chance sich seinen Spielern gegen die erschöpften Hanseaten geboten hatte.

"Daher ist das Ergebnis sehr ärgerlich für uns. Aber wenn wir in den nächsten Spielen den gleichen Aufwand betreiben, werden auch die Resultate wieder stimmen", sagte der ehemalige DFB-Trainer.

Heerwagen macht Mut

Auch sein Torwart Philipp Heerwagen zog Selbstvertrauen aus der knappen Niederlage in Bremen:

"Ein Unentschieden hätten wir verdient gehabt. Wenn wir immer so spielen, steigen wir auf keinen Fall ab."

Den Beweis antreten können die Bochumer am Freitag beim nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.

Endspiel gegen Augsburg

Den Norddeutschen hingegen steht mit der Partie gegen den Zweitligisten Augsburg eine weitere englische Woche bevor.

"Diese Partie ist für uns wie ein Endspiel. Augsburg ist zwar noch ein Zweitligist, aber vielleicht begegnen wir uns schon in der nächsten Saison in der ersten Liga wieder. Für mich ist das Team sogar einen Tick stärker als der 1. FC Kaiserslautern", sagte Allofs vorausblickend.

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