vergrößernverkleinern
Arne Friedrich (l.) hat die Hoffnung des Klassenerhalts fast aufgegeben © getty

Hertha-Kapitän Friedrich sieht vor dem Spiel gegen Wolfsburg so gut wie keine Hoffnung mehr für seinen Verein. Kacar kehrt zurück.

München - Hertha BSC Berlin kämpft auch am 27. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg (ab 17.15 Uhr LIVE) mal wieder um die allerletzte Chance im Abstiegskampf.

Die bittere 1:2-Pleite gegen den 1. FC Nürnberg, die anschließenden Krawalle und zehn Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz - langsam kehrt auch beim letzten Hertha-Optimisten die Einsicht ein, dass es wohl nicht mehr reichen wird.

Kapitän Arne Friedrich spricht in der "Bild am Sonntag" von einer "Horror-Saison" und muss sich selbst auch Fehler eingestehen: "Manchmal braucht es eine Explosion, die nach außen dringt. Im Nachhinein hätte ich mal 'Arschloch' sein müssen und Brandherde in die Öffentlichkeit legen müssen - um im Kampf um das nackte Überleben Zeichen und Reizpunkte zu setzen."

"Ich verstehe, wenn wir bepöbelt und beschimpft werden"

Würde Friedrich Berlin verlassen, müsse er sich "für nichts rechtfertigen". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Entschieden sei aber noch gar nichts, es gebe "keine Zusage und keine Handschlag-Vereinbarung", weder für den VfL Wolfsburg, der schon im Winter Interesse an einer Verpflichtung des Abwehrspielers signalisiert hatte, noch für einen anderen Verein.

Was die Mannschaft bezüglich ihrer Fans erwartet, bleibt ebenfalls abzuwarten. "Wir wissen überhaupt nicht, was da auf uns zukommt. Ich verstehe, wenn wir bepöbelt und beschimpft werden. Aber Handgreiflichkeiten und Randale gehen eindeutig zu weit", sagte der 30-Jährige.

Kacar zurück in der Start-Elf

Vor der Rückkehr in die Start-Elf nach mehr als dreimonatiger Verletzungspause steht Mittelfeldspieler Gojko Kacar.

Der Serbe ersetzt Florian Kringe, der aufgrund einer Mittelfußprellung ausfällt.

"Ich bin froh, dass ich wieder richtig fit bin. Ich werde für die Rettung kämpfen. Wir geben erst auf, wenn rechnerisch nichts mehr möglich ist", so der 22-Jährige.

Hoeneß will sich zurückhalten

Ein freundschaftliches Wiedersehen zwischen Berlins Ex-Manager Dieter Hoeneß, der nach seinem Rauswurf im Juni 2009 jetzt beim VfL Wolfsburg die Fäden zieht, und seinem Nachfolger Michael Preetz wird es wohl nicht geben.

Hoeneß wolle "ganz ruhig auf der Bank sitzen und nicht so impulsiv sein wie sonst". Niemand soll den Eindruck bekommen, Hoeneß freue sich womöglich über weitere Rückschläge seines Ex-Vereins.

Grafite Einsatz unklar

VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner denkt nach dem anstrengenden Duell gegen Rubin Kasan in der Europa League über Rotation nach.

Ob Köstner Obafemi Martins einsetzt oder Grafite zurückkehrt, ist noch nicht endgültig geklärt.

Bei Grafite sei der Coach "vorsichtig optimistisch": "So wie er im Moment meine Anweisungen umsetzt, ist er zwar als Joker stärker, aber das wollen wir ändern."

Benaglio "eher noch nicht" fit

Torwart Diego Benaglio sei laut Trainer "eher noch nicht" fit für das Spiel und wird weiter von Marwin Hitz ersetzt.

Hoeneß rechnet allerdings trotzdem mit einem Sieg gegen das Sorgenkind aus der Hauptstadt: "Mit etwas Glück erreichen wir noch Platz fünf."

Die Hertha dagegen ist wohl so gut wie nicht mehr zu retten: "Am besten wäre, wenn wir nicht absteigen. Aber das würde einem Wunder gleichen", sagte Arne Friedrich.

VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin

Wolfsburg: Hitz - Riether, Madlung, Simunek, Schäfer - Josue - Hasebe, Gentner - Misimovic - Dzeko, Martins

Berlin: Drobny - Piszczek, Friedrich, Hubnik, Kobiaschwili - Ebert, Dardai, Kacar, Cicero - Raffael, Ramos

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel