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Nach der Niederlage in Dortmund schleichen die Bayer-Spieler enttäuscht vom Platz © getty

Nach der Pleite beim BVB ist Trainer Heynckes als Psychologe gefordert. Dortmund feiert Barrios, Kehl schielt auf Platz drei.

Dortmund - Spielerisch wie ein Meister, mental jedoch nicht reif für den Titel - in Leverkusen geht die Angst vor dem fast schon traditionellen Absturz in der Rückrunde um.

Bayer-Coach Jupp Heynckes versuchte seinen Ärger über drei verschenkte Punkte im Kampf um die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte zu überspielen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das ist für uns kein Beinbruch, wir werden zur Tagesordnung übergehen und uns auf die nächsten Spiel gegen Schalke vorbereiten", verkündete der 64-Jährige nach dem 0:3 (0:0) bei Borussia Dortmund fast schon trotzig.

Seine Worte klangen jedoch wie das berühmte Pfeifen im Walde.

Zweite Niederlage in drei Spielen

Fest steht: Der Trainer-Fuchs ist nach der zweiten Niederlage in den letzten drei Spielen verstärkt als Psychologe gefordert.

Nach dem Spiel in Dortmund, das seine Mannschaft 45 Minuten lang dominierte, aber nach dem ersten Gegentor aus der Hand gab und dabei jegliches Aufbäumen vermissen ließ, werden sich jene Kritiker bestätigt fühlen, die seit Jahren behaupten: Bayer fehlt das Meister-Gen.

Bayerns Patzer nicht genutzt

Die Rheinländer ließen die Niederlage des direkten Konkurrenten Bayern München (1:2 in Frankfurt) wenige Stunden zuvor ungenutzt.

"Das ist ärgerlich. Überhaupt haben wir schon viele Punkte liegen lassen", klagte die Münchner Leihgabe Toni Kroos, während Heynckes nach den zwei höchst unterschiedlichen Halbzeiten in Dortmund treffend feststellte:

"Wir hätten 3:0 gewinnen müssen und haben 0:3 verloren. In der ersten Halbzeit haben wir ein Klassespiel gemacht." Aber keine Tore.

Hochkarätige Chance ausgelassen

Gleich drei hochkarätige Chancen vergaben Stefan Kießling und zweimal Eren Derdiyok (ein Pfostentreffer), bevor die Dortmunder nach dem Wechsel wesentlich aggressiver und konzentrierter auftraten und Bayer mit dem 1:0 durch Lucas Barrios (50.) ins Mark trafen.

Das 15. Saisontor des Argentiniers (60.) machte die Überraschung perfekt, bevor der eingewechselte Dimitar Rangelow (87. ) vor 80.100 Zuschauern den Startschuss zur ausgelassenen BVB-Party gab.

Barrios mit Doppelpack

Schon nach dem Doppelpack von "Panther" Barrios verrieten halbherzige Aktionen und Körpersprache der Bayer-Profis, dass der BVB nicht mehr viel zu befürchten hatte.

"Wenn man zurückliegt, muss man ruhig und mit der nötigen Geduld weiterspielen", kritisierte Heynckes. Überhaupt müsse seine junge Mannschaft lernen, mit solchen Situationen umzugehen.

"Wenn man die Qualifikation für die Champions League schaffen will, dann muss man solche Spiele gewinnen", sagte Heynckes und vermied das Wort Meisterschaft.

"Dortmund auf Distanz halten"

"Wir wollten Dortmund auf Distanz halten", formulierte Kießling, der wegen leichter Muskelbeschwerden zur Halbzeit in der Kabine bleiben musste. Fünf Punkte beträgt noch der Abstand zu den Westfalen, die Platz vier festigten und weiterhin in Richtung Europa League marschieren.

Kapitän Sebastian Kehl deutete indes mit Blick auf die Tabelle vielsagend an: "Wir wollen uns noch verbessern."

Klopp um Konstanz bemüht

Die Borussen trauen dem Braten auch nach dem dritten klaren Erfolg (11 Tore) - und 600. Sieg des BVB in der Bundesliga - offensichtlich noch nicht.

"Wir sehen unsere Grenzen immer noch so, wie wir sie immer gesehen haben", sagte Präsident Reinhard Rauball diplomatisch.

Trainer Jürgen Klopp bemüht sich um Konstanz in seiner jungen Truppe:

"Wir werden wie schon seit geraumer Zeit weiterhin jedes Spiel zum Endspiel machen."

Sahin, Valdez und Bender kehren zurück

In die Karten spielt ihm die verbesserte Personalsituation vor dem Gastspiel am Samstag beim Schlusslicht Hertha BSC Berlin, zumal der gegen Bayer gelbgesperrte Nuri Sahin sowie die genesenen Nelson Valdez und vermutlich auch Sven Bender den Konkurrenzkampf im Kader anheizen werden.

"Wir haben gegen Leverkusen einen überragenden Torhüter und Torjäger gehabt und dazu das Glück, die Tore zum rechten Zeitpunkt zu machen. Das wissen wir. Ein Tor verändert in einem Spiel manchmal alles, diesmal haben wir die Veränderung für uns genutzt", resümierte Klopp.

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