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Heribert Bruchhagen ist seit Dezember 2003 Vorstandsvorsitzender der Eintracht © getty

Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen spricht im DSF-Doppelpass über den Erfolg gegen Bayern, Trainer Skibbe und die Ambitionen.

München - Eintracht Frankfurt ist beim Sieg gegen den FC Bayern gelungen, was wohl in dieser Weise nur Manchester United 1999 geschafft hat.

In nur zwei Minuten drehte das Team von Trainer Michael Skibbe die Partie gegen Bayern München den 0:1-Rückstand durch die Tore von Juvhel Tsoumou und Martin Fenin in ein 2:1.

Die Eintracht hält sich damit im Mittelfeld auf dem achten Platz und das Titelrennen offen. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen jedenfalls ist zufrieden: "Es tut gut wenn man mal gegen eine Spitzenmannschaft gewinnt."

Skibbe will Bruchhagen auch nächste Saison als Trainer Von Frankfurt halten: "Kontinuität ist eines unserer wesentlichen Merkmale. Michael hat alle meine Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt."

Im DSF-Doppelpass spricht er über die Ambitionen der Eintracht in der laufenden Saison, die finanziellen Reserven und das Spiel gegen die Bayern.

Heribert Bruchhagen im DSF-Doppelpass...

zum 2:1-Sieg gegen Bayern München:

"Man überlegt sich auf dem Weg zu den Medien immer schon, was man gleich sagen wird.

Wäre es beim 0:1 geblieben, hätte ich mit Sicherheit von einer ungerechtfertigten Niederlage gesprochen. Dem Umfeld des Vereins tut es gut, wenn man mal gegen Spitzenmannschaften wie Bayern München oder Werder Bremen gewinnt."

zur Einschätzung von FCB-Coach Louis van Gaal, der Eintracht-Sieg sei unverdient:

"Ein Trainer wird immer Gründe haben, wie er ein Spiel analysiert. Da spielt auch schon die Zukunft eine Rolle. Ich glaube schon, dass er den nötigen Respekt vor der Leistung von Eintracht Frankfurt hat."

zur offensiven Frankfurter Taktik:

"Dass Sebastian Jung für den gesperrten Maik Franz spielen würde, war klar. Während Maik eher defensiv orientiert ist, ist Jung ein variabler, sehr schneller Spieler. Selim Teber musste durch Caio ersetzt werden, der ebenfalls weitaus offensiver ausgerichtet ist.

Überrascht hat mich, dass unser Trainer Marcel Heller nominiert hat und damit noch einen zusätzlichen Offensiv-Spieler ins Spiel gebracht hat. Aber der Ablauf des Spiels hat ihm in jeder Weise Recht gegeben."

über Trainer Michael Skibbe:

"Ich habe ihn geholt, weil ich auf Schalke sehr gut mit ihm zusammengearbeitet habe, ihn über Jahre kenne und er ein erfahrener U-21-Trainer und Co-Trainer der Nationalmannschaft war.

Er hat zu den jungen Bundesliga-Spielern zwischen 21 und 26 Jahren glänzende Kontakte. Er hat die Fähigkeit, Leute weiter zu entwickeln. Selbstverständlich ist er auch im nächsten Jahr Trainer bei uns. Kontinuität ist eines unserer wesentlichen Merkmale.

Wir sind mit dem, was er leistet und wie er die Mannschaft entwickelt hat hochzufrieden. Michael hat alle meine Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt."

zur wiederholten Kritik Skibbes an der Vereinspolitik:

"Ich hatte in den letzten 20 Jahren sehr viele Trainer, die kritisch waren. Neu ist, dass Michael die Dinge, die ihn stören, sehr stark in die Öffentlichkeit trägt, um Druck auf die handelnden Personen aufzubauen. Das war augenscheinlich so im Fall Lincoln und etwas abgeschwächt im Fall Gekas.

Man kann dem Trainer aber nicht jeden Wunsch erfüllen. Wir waren ja auch daran interessiert, Gekas und Lincoln zu verpflichten. Aber nur zu unseren Bedingungen und nicht zu denen des Spielers. Genau da endet natürlich die Durchschlagskraft des Trainers, denn die Gesamtverantwortung trägt nach wie vor der Vorstand von Eintracht Frankfurt.

Michael hat auch erkannt, dass Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul andere Vereine sind als Eintracht Frankfurt. Unsere Vereinspolitik wird sich nicht wegen der Forderung eines Trainers oder eines Journalisten ändern."

zur Bereitschaft zu finanziellen Risiken, um Skibbe einen Spielerwunsch zu erfüllen:

"Natürlich könnte ich Anleihen und Gelder generieren - Aber für welchen Zweck? Damit ich dann drei oder vier Spieler hole und das Gehaltsniveau der ganzen Mannschaft angehoben wird?

Nach drei Jahren laufen die Verträge aus, dann ist die Party zu Ende und ich habe ein Gehaltsniveau in der Mannschaft, das ich aus dem laufenden Geschäft nicht bezahlen kann."

zu mittelfristigen internationalen Ambitionen der Eintracht:

"Natürlich will das jeder bei uns im Klub. Und es gibt Untersuchungen, dass wir der Klub sind, der sich in den letzten fünf Jahren am meisten weiterentwickelt hat. Aber dazu gehört auch ein Einschätzungsvermögen der Gesamtsituation in der Bundesliga, dazu gehören Erfahrungswerte.

Dazu kommt eine gewisse Verantwortung in einem Verein, wenn man das Geld der Mitglieder und Aktionäre verwaltet. Dann muss man mit diesem Geld besonders vorsichtig umgehen. Wir glauben, dass wir mit der Kontinuität im Spielerkader ein wichtiges Merkmal haben.

Wir haben neun Spieler, die seit fünf Jahren bei uns sind, sich als Team gezeigt und als krisenresistent erwiesen haben.

Wenn wir die Mannschaft aus dem laufenden Geschäft erneuern, ohne dass wir ein finanzielles Wagnis eingehen, verschaffen wir uns langfristig Wettbewerbsvorteile gegenüber denen, die mutiger an die Sache herangehen und möglicherweise Gelder eskortieren, die gar nicht da sind.

So machen sie ihre Gehaltsstruktur zu einer unrealistischen. Ich glaube, dass wir uns auf diese Art und Weise Schritt für Schritt nach oben arbeiten können."

zur Personalie Halil Altintop:

"Wir wollen Altintop behalten. Er hat sich als Verstärkung für unser Spiel herausgestellt und wir sind mit ihm sehr zufrieden."

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