DSF-Experte Udo Lattek schreibt bei Sport1.de, dass der Kader des FC Bayern München nicht adäquat besetzt sei.

Hallo Fußball-Freunde,

der FC Bayern München hat bei Eintracht Frankfurt in der letzten Minute eine bittere Niederlage kassiert.

Und das nicht unverdient, denn die Bayern haben zu wenig getan. Sie haben geglaubt, sie könnten die frühe 1:0-Führung über die Bühne schaukeln. Das machen die Münchner häufiger so. Aber solche "Schweine-Spiele" muss man auch gewinnen.

Die Bayern haben in den letzten Spielen nicht mehr souverän agiert. Nicht gegen Freiburg, nicht gegen Köln - man könnte noch mehr Beispiel aufzählen.

Der Kader des FC Bayern ist nicht adäquat besetzt, um in Meisterschaft, Pokal und Champions League mitzuhalten.

Es stehen viele junge, unerfahrene Spieler im Kader, bei denen man nie weiß, wie die jetzt drauf sind.

Etwa David Alaba. Da hat sich die totale Unerfahrenheit gezeigt. Er hat sicherlich das Beste gewollt.

Aber weiß er überhaupt, dass der Torwart so einen Rückpass nicht aufnehmen darf? Alaba hat sich überhaupt nichts dabei gedacht. Der 17-Jährige stand total neben der Spur und ist ein paar Mal überlaufen worden.

Dadurch resultierte dann auch das letzte Tor, als er sich von Frankfurts Martin Fenin austanzen lässt. Man sollte dem Jungen aber keinen Vorwurf machen. Alaba ist zu früh ins kalte Wasser geworfen worden.

Auch Thomas Müller hat sich beim 1:2 taktisch unklug verhalten. Wenn da in der Abwehr der Bayern zwei erfahrene Spieler gestanden hätten, dann wäre dieses Tor nie gefallen.

Ich kann auch verstehen, dass Trainer Louis van Gaal nach Abpfiff von einer unverdienten Niederlage sprach. Wenn die Mannschaft nicht gut gespielt hat, haut man als Trainer nicht unbedingt noch einmal drauf.

Das hört sich dann vielleicht doof an, so als ob der Trainer ein anderes Spiel gesehen hat - aber was soll van Gaal machen? Er hat mit seiner Aussage versucht, das Feuer rechtzeitig zu löschen.

Denn der Sieg für Frankfurt geht in Ordnung. Die Hessen hatten eine Masse von Torchancen. Und das obwohl einige verletzte oder gesperrte Spieler gefehlt haben.

Da kann man mal sehen, was eine Mannschaft mit Moral alles zu Stande bringen kann. Die Frankfurter haben weit über ihrem Leistungsniveau gespielt.

Michael Skibbe hat aus der deutlichen Niederlage im DFB-Pokal gelernt und von Anfang an attackieren lassen. Er wusste, dass die Sturm-Maschine der Bayern auf ihn zu kommt, wenn er sich hinten rein stellt. Also hat er versucht, dies zu unterbinden und die Abwehr der Bayern von Beginn an unter Druck zu setzen.

Und das hat funktioniert. Nicht so gut ist es für Leverkusen gelaufen. Ich glaube aber nicht, dass die Mannschaft nach der Niederlage in Dortmund zusammenbricht.

Mir hat die erste Halbzeit der Werkself sehr gut gefallen. Da hat Leverkusen im Stil einer Klasse-Mannschaft gespielt.

Nur der Abschluss hat gefehlt. Die erste Chance muss Stefan Kießling reinmachen, da hat er Zeit genug und dann läuft das Spiel vielleicht ganz anders.

Die Leverkusener haben Dortmund in der ersten Hälfte ziemlich auseinander genommen, dann hat der BVB die Werkself in der zweiten Halbzeit niedergekämpft.

Dortmund hat Leverkusens enorme Schwächen aufgezeigt, wenn Bayer richtig gefordert wird.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Dortmunds Stürmer Lucas Barrios. Wie sich der Junge entwickelt hat, ist unglaublich.

Ich habe vor kurzem mit BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball gesprochen und er sagte, dass er am Anfang berechtigte Zweifel an ihm hatte.

Aber Barrios hat sich wunderbar eingefügt, der passt in die Mannschaft rein.

Der Argentinier kämpft, rennt mit zurück und macht die entscheidenden Tore mit einer Abgebrühtheit, die ihresgleichen sucht.

Euer Udo Lattek

Zum Forum - hier mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel