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Kevin Kuranyi (r.) erzielte gegen den HSV seinen 15. Saisontreffer © imago

Schalke verpasst einen Big Point im Meisterrennen. Trotzdem strotzt die Magath-Elf vor Selbstbewußtsein. Labaddia lobt sein Team.

Von Tobias Hlusiak

München - Nach Abpfiff eines dramatischen Spiels in Hamburg ließen die Schalker Spieler am Mittelkreis stehend die Köpfe hängen.

"Wir sind ein bisschen traurig. Die Möglichkeit auf einen Sieg war sehr groß", ärgerte sich Stürmer Kevin Kuranyi. Doch der Ärger verflog schnell

Denn eigentlich ist Schalke 04 sogar der Gewinner des Spieltags. Zumindest wenn man das Spitzentrio separat betrachtet.

Der Triumph hätte aber noch größer ausfallen können. Nach den Niederlagen von Bayern und Bayer winkte "Königsblau" die Tabellenführung - trotz einer 2:1-Führung reichte es am Ende nur für einen Punkt in Hamburg.

Den 15. Saisontreffer von Kevin Kuranyi (62.) und einen Elfmetertor von Ivan Rakitic (68.) konterte Jonathan Pitroipa mit dem 2:2-Ausleich 13 Minuten vor dem Schlusspfiff. Ruud van Nistelrooy hatte den HSV in Führung gebracht (40.).

Große Enttäuschung suchte man daher nach dem Match in den Schalker Reihen aber vergebens.

Baumjohann bringt die Wende

"Ich bin zufrieden, weil wir in einem sehr guten Bundesligaspiel in Hamburg einen Punkt geholt haben", stellte Trainer Felix Magath klar. "Wir haben ja nicht irgendwo gespielt, sondern beim HSV, die eine sehr gute Mannschaft haben." 215159(DIASHOW: Bilder des Spieltags)

In der Tat bewegten sich beide Teams auf technisch hohem Niveau und boten den 57.000 Fans in der ausverkauften HSH-Nordbank-Arena ein tempo- und abwechslungsreiches Spitzenspiel.

Nach dem Pausenrückstand setzte Magath durch die Einwechslung von Alexander Baumjohann in der Halbzeit ein klares Zeichen für seine Offensive. Der Neuzugang brachte Struktur und Zielstrebigkeit in die Schalker Angriffe, was auch Kuranyi freute.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Volle Konzentration auf Bayern

"In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Alex hat viel Schwung nach vorne gebracht", analysierte der Sturmführer. "Das zeigt, dass auch die Spieler die auf der Bank sitzen der Mannschaft jederzeit helfen können."

Der Gelobte selbst richtete den Blick schon wieder auf kommende Aufgaben: "Jetzt konzentrieren wir uns auf das Pokal-Halbfinale gegen Bayern am Mittwoch." Der Saisonhöhepunkt warf bereits seine Schatten voraus.

Kuranyi wollte davon aber nichts wissen: "Ich hoffe nicht, dass das Pokal-Halbfinale schon das Highlight der Saison wird. In den nächsten Wochen kommen die Bayern und Leverkusen auch in der Bundesliga noch in unsere Arena. Da können wir für richtige Highlights sorgen."

"Wenn die anderen so blind sind"

In Gelsenkirchen ist man von der eigenen Stärke überzeugt. "Wir schauen nur auf uns", sagt Baumjohann nicht umsonst.

Eine Strategie mit der die "Knappen" in dieser Saison bislang gut gefahren sind - auch wenn die zweite Tabellenführung der Saison verpasst wurde.

HSV-Keeper Frank Rost hat seinen Ex-Verein im Meisterschaftsrennen ohnehin auf der Rechnung. "Wenn die Anderen so blind sind kann Schalke Meister werden", sagte der 36-Jährige bei "LIGA total!".

Labbadia lobt sein Team

Alles andere als blind präsentierte sich im Spitzenspiel auch der HSV.

Trotz des kraftraubenden Europa-League-Spiels in Anderlecht unter der Woche bot der Bundesliga-Dino dem Tabellenzweiten bravourös Paroli.

"Wenn man bedenkt, dass wir vor drei Tagen ein sehr schweres Spiel hatten, haben wir heute gut gearbeitet. In der Schlussphase waren wir dem 3:2 deutlich näher als die Schalker", zeigte sich Trainer Bruno Labbadia begeistert.

"Wir sind - neben Bayern München - die einzige Mannschaft, die in dieser Saison permanent unter den ersten fünf war und international spielt."

Van Nistelrooy mit Licht und Schatten

Damit ist es nun allerdings erstmal vorbei. Durch den Sieg gegen Bochum zog Nordrivale Werder Bremen am HSV vorbei. Van Nistelrooy und Co. sind plötzlich nur noch Sechster.

Ein Umstand an dem auch der niederländische Superstar nicht unbeteiligt war. Neben seinem dritten Saisontreffer provozierte "Van the Man" im eigenen Strafraum den Elfmeter, der zur zwischenzeitlichen Schalker-Führung führte.

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