Sport1.de-Experte Huub Stevens spricht über den spannenden Titelkampf, Bayerns Niederlage und die Chancen der Berliner.

Hallo Fußball-Freunde,

Es war ein ereignisreiches Wochenende im Kampf um die Meisterschaft.

Keiner der drei Titelaspiranten hat gewonnen, zwei haben sogar verloren. Die Ergebnisse sind aber unterschiedlich zu bewerten.

Für Schalke ist ein Unentschieden in Hamburg ein ordentliches Ergebnis, mit dem man letztlich zufrieden sein muss.

Die Bayern können das mit ihrer Last-Minute-Niederlage in Frankfurt natürlich nicht sein. So etwas kann passieren, darf es aber eigentlich nicht.

Man darf das 1:2 nicht an den Fehlern von David Alaba festmachen. Das ist ein junger Bursche, der Fehler machen kann und darf.

Die Fehler hätten die Bayern aber nicht den Sieg kosten müssen.

Das entscheidende Problem war nämlich ein anderes: Bayern war nach dem 1:0 zu passiv und hat nur gewartet, statt auf das 2:0 zu drängen: Das ist immer gefährlich.

Ich kann nicht beurteilen, ob die Bayern sich für die anstehenden Aufgaben schonen wollten, aber ich glaube kaum, dass Louis van Gaal ihnen gesagt hat: "Nach dem 1:0 könnt ihr euch zurücklehnen."

Für Leverkusen könnte das 0:3 in Dortmund der Knacks gewesen sein - gerade bei dem Spielverlauf.

Sie haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und hätten eigentlich 2:0 oder 3:0 führen müssen.

Aber auch wenn Bayer aus dem Titelkampf herausfallen würde: Mit einem Platz unter den ersten Drei kann der Klub zufrieden sein.

Die zwei Titelkonkurrenten Schalke und Bayern begegnen sich am Mittwoch im Pokal (ab 20 Uhr LIVE), das wird ein schönes Spiel, da kann es drunter und drüber gehen.

Ich erwarte, dass Bayern sich steigern wird, aber Schalke ist gerade mit der Unterstützung der Fans eine Macht und kann einen Pokalcoup schaffen.

Dass Hertha BSC einen 5:1-Sieg in Wolfsburg feiert, hätte ich so nicht erwartet, aber ich glaube, die Berliner haben Wolfsburg auch genau im richtigen Moment erwischt.

Und nachdem sie schon nach 25 Minuten 3:0 geführt haben, hatten sie auch recht leichtes Spiel.

Trotzdem wird es bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz schwierig, den Abstieg noch abzuwenden. Zumal Hertha auch von allen Abstiegskandidaten das schwerste Restprogramm hat.

Aber so lange die Chance noch da ist, darf man nicht aufgeben - und noch ist sie da.

Es war die richtige Entscheidung, Friedhelm Funkel nicht zu entlassen: So kurz vor dem Saisonende ist es falsch in Panik zu geraten, da sollte man standfest sein.

Michael Preetz hat da zum Glück die Ruhe bewahrt und ich hoffe jetzt, dass Friedhelm die Unterstützung bekommt, die er verdient.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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