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Andreas Köpke hat sich als Torwart einen Namen gemacht. Weltmeister 1990, Europameister 1996, zudem Weltmeister 2014 als DFB-Torwarttrainer - die Vita ist beeindruckend. Zwei Bundesliga-Tore hat Köpke senior aber auch erzielt. Zwei mal ist er vom Elfmeterpunkt erfolgreich
Seit 2004 begleitet Andreas Köpke beim DFB das Amt der Torwarttrainers © getty

Auf die Aussage des BVB-Keepers, er habe beim DFB "keine Lobby", reagiert der Bundestorwarttrainer mit Unverständnis.

Frankfurt/Main - 81 Tage vor Beginn der WM in Südafrika sorgt die "T-Frage" bei der deutschen Nationalmannschaft weiter für Unruhe.

Während Roman Weidenfeller von Bundesligist Borussia Dortmund nach zuletzt starken Leistungen öffentlich die fehlende Lobby beim DFB beklagt, wehrt sich Bundestorwarttrainer Andreas Köpke gegen die Kritik an seiner Arbeitsweise.

"Eigentlich will ich das gar nicht kommentieren. Aber ich war beim Spiel in Frankfurt, Hansi Flick hat die Partie in Dortmund beobachtet", sagte Köpke. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Berater mischt sich ein

Nach dem 3:0 der Dortmunder gegen Leverkusen am Samstag waren aus dem Weidenfeller-Lager heftige Vorwürfe wegen der Spielauswahl von Köpke laut geworden.

Weidenfellers Berater Michael Becker hatte erklärt, dass der Bundestorwarttrainer offenbar nur deshalb nicht im Dortmunder Stadion war, weil das Duell zwischen Nationalkeeper Rene Adler und Weidenfeller "nicht in der unmittelbaren Nähe seines Wohnorts stattfand."

Dass Köpke nun erklärte, nicht die Partie in Dortmund, sondern das Spiel der Eintracht gegen Bayern München beobachtet zu haben, sorgte am Montag erneut für Verstimmung.

"Kontakt ist eingeschlafen"

"Diese Aussage von Andreas Köpke bestätigt nur, dass eine aktuelle Leistungskontrolle bei der Nationalmannschaft offenbar nicht mehr stattfindet. Das ist unerfreulich und nicht korrekt. Wenn ich schon zu Beginn des Schuljahres weiß, wer Klassenbester wird, dann brauche ich auch keine Prüfungen mehr zu schreiben. Deshalb ist es auch aus Köpkes Sicht nur konsequent, sich das Duell zwischen Oka Nikolov und Jörg Butt anzuschauen", sagte Becker.

Der 29 Jahre alte Weidenfeller fühlt sich bei der DFB-Auswahl trotz seiner zuletzt konstanten Leistungen ohnehin wie das fünfte Rad am Wagen.

Warum er im Gegensatz zu Adler, Manuel Neuer und Tim Wiese bislang nie nominiert wurde, ist Weidenfeller schleierhaft.

"Ich liefere seit Jahren meine Leistung ab, habe aber offenbar keine Lobby. Der Kontakt zum DFB-Trainerteam ist komplett eingeschlafen", sagte der BVB-Keeper, dem Bundestrainer Joachim Löw noch im Sommer des vergangenen Jahres eine Einladung zur Asien-Reise in Aussicht gestellt hatte: "Aber plötzlich war auch davon keine Rede mehr."

WM-Torhüter patzen

Die Torwart-Frage bei der deutschen Nationalmannschaft bleibt aber auch ohne Weidenfeller weiter heikel.

Seit sich Löw und Köpke auf die Reihenfolge für die WM in Südafrika festgelegt haben, häufen sich bei den Nationalkeepern die Fehler.

Zunächst patzte Leverkusens Adler und verpasste sich anschließend für die kommenden Wochen einen Maulkorb.

Neuer zeigt sich selbstkritisch

Am Sonntag sah Neuer beim 2:2 von Schalke 04 gegen den Hamburger SV vor dem Führungstor von HSV-Torjäger Ruud van Nistelrooy schlecht aus, als er einen Freistoß von Piotr Trochowski nach vorne direkt vor die Füße des Niederländers abklatschte.

"Das erste Tor muss ich auf meine Kappe nehmen", sagte der 23-Jährige, der wie der Bremer Wiese den Kampf um die Nummer eins im DFB-Tor gegen Adler aber noch nicht aufgegeben hat: "Natürlich möchte ich bei der WM spielen."

Werbung für Tim Wiese

Derweil erhielt Wiese ausgerechnet via der Verbands-Homepage des DFB Rückendeckung von seinem Trainer Thomas Schaaf:

"Ich sehe Tims Aussichten als sehr groß an. Er hat in allen Wettbewerben konstant hervorragende Leistungen gezeigt, eine große Ruhe ausgestrahlt und der Mannschaft geholfen. Deshalb sehe ich für ihn sehr gute Chancen, dass er bei der WM die deutsche Nummer eins ist."

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