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Von vier der letzten fünf Spiele musste Piotr Trochowski auf der Bank Platz nehmen © getty

Der deutsche Nationalspieler vermisst die Anerkennung beim Hamburger SV und kann sein Reservisten-Dasein nicht verstehen.

Hamburg - Es brodelt beim Hamburger SV.

Nationalspieler Piotr Trochowski hat sich über fehlende Anerkennung beim Hamburger SV beklagt. Eljero Elia musste am Mittwoch zum Rapport beim Vorstand erscheinen.

Trochowski, der vor dem Spiel am vergangenen Sonntag gegen Schalke 04 (2:2) in vier Begegnungen nur auf der Bank saß, kritisierte in der "Sport Bild" seine Stellung im Verein.

"Ich bekomme beim HSV nicht wirklich Wertschätzung. Ich wurde auch in den vergangenen Jahren oft zum Sündenbock gemacht", sagte der 26-Jährige.

Trainer Bruno Labbadia habe ihm die jüngsten Nichtberücksichtigungen auch nicht erklärt.

Frust über Reservisten-Dasein

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich wieder draußen saß. Das trifft mich", sagte Trochowski.

Zudem übte er weitere Kritik am Coach. "Der Trainer hat seine eigene Sicht vom Spiel und wie die Aufstellung aussehen soll", meinte er.

"Und wenn er auf andere Spieler zurückgreift und nicht auf mich, um Erfolg zu haben, ist das seine Entscheidung. Ich jedoch kann sie nicht teilen. Ich will spielen, ich muss eigentlich spielen!"

"Uns fehlt das Siegergen"

Trochowski ist zudem frustriert über die sportliche Situation der Hanseaten, die in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit erneut die Teilnahme an der Champions League verpassen werden:

"Das tut doppelt und dreifach weh. Das ist Stillstand. Offensichtlich fehlt uns das Siegergen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trochowski hatte sich allerdings auch bei den Vorgängern von Labbadia keinen unumstrittenen Stammplatz erkämpft.

"Was mich ärgert: Es heißt immer, ich soll Verantwortung übernehmen, aber um das zu tun, muss man regelmäßig spielen", sagte der Hamburger.

Keine Sorge um WM-Teilnahme

Seine Teilnahme an der WM in Südafrika sieht er trotz seiner Situation beim HSV nicht in Gefahr:

"Ich bin in den vergangenen drei Jahren immer für die Nationalmannschaft nominiert worden und habe mich laut Joachim Löw weiterentwickelt."

Der in Hamburg aufgewachsene Deutsch-Pole besitzt beim HSV noch einen Vertrag bis 2011 und müsste nach dieser Saison verkauft werden, wenn der Klub noch Ablöse für ihn kassieren möchte.

Trochowski erklärt jedoch, seine Zukunft weiterhin beim HSV zu sehen: "Ich fühle mich in Hamburg sehr wohl. Ich bin überzeugt, dass sich die Situation zu meinen Gunsten ändert."

Elia muss Rapport

Trochowskis Kollege Elia hatte sich in einem Zeitungsinterview über eine angeblich falsche Behandlung seiner Knöchelverletzung durch die HSV-Ärzte beklagt. Außerdem habe sich nach seiner OP in der vergangenen Woche kein Verantwortlicher bei ihm gemeldet habe.

Nun musste Niederländer am Mittwoch beim HSV-Vorstand antreten.

"Wir haben ihm in einem Gespräch deutlich gemacht, dass so etwas nicht geht", erklärte HSV-Chef Bernd Hoffmann, "er lag mit seinen Äußerungen völlig daneben und hat sich einsichtig gezeigt."

Elia erwartet nun eine Geldstrafe.

Der Spieler flog noch am Mittwoch nach Amsterdam zurück, wo er bis zur kommenden Woche ein Reha-Programmm absolvieren wird.

Kommenden Mittwoch wird der Offensivspieler nach dem Ziehen der Fäden in Hamburg zurückerwartet. Er hofft, zum Saisonende in etwa vier Wochen wieder zum Einsatz zu kommen.

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