vergrößernverkleinern
Lukas Podolski hat in dieser Saison zwei Tore für den 1. FC Köln erzielt © getty

Der Kölner Präsident fordert den Stürmer auf, sich aus seiner heraus zu arbeiten: "Er muss gegen die Widerstände ankämpfen."

Von Christian Stüwe

München - Eine kurze Zeit lang sah es so aus, als ob es mit Lukas Podolskis Krise vorbei wäre.

Ausgerechnet gegen den alten Verein FC Bayern beendete der Kölner Stürmer seine lange Ladehemmung.

In den zwei folgenden Partien konnte der 24-Jährige aber nicht nachlegen und spielte schwach. Nach dem mageren 1:1 gegen Gladbach steckt der FC wieder im Abstiegskampf.

Und aktuell muss "Poldi" wieder pausieren. Wegen Leistenproblemen kann der Nationalspieler nicht mit der Mannschaft trainieren.

Es läuft nach wie vor nicht rund. Nun nimmt Wolfgang Overath seinen Spieler in die Pflicht.

"Er ist einer der besten Spieler in Deutschland. Er kann alles: dribbeln, schießen, er ist schnell. Wer so eine Qualität hat, der muss ein Führungsspieler sein", sagte der FC-Präsident der "Sport Bild".(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zehn Millionen Euro hat der 1. FC Köln vor der Saison für Podolski überwiesen, zwei magere Tore sind bisher die Bilanz des Stürmers.

"Er muss gegen die Widerstände ankämpfen"

"Er entwickelt sich, aber er ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung", glaubt Overath. Der Weltmeister von 1974 vergleicht die Situation von "Prinz Poldi" mit Phasen während seiner eigenen Spielerkarriere.

Er habe sich immer aus Schwächeperioden herausgearbeitet, sagt Overath. Das soll nun auch Podolski tun.

"Er muss gegen die Widerstände ankämpfen. Er muss an seiner Körpersprache arbeiten", so Overath:

"Ich habe ihm gesagt: Lukas, wenn du ein ein ganz Großer werden willst, dann musst du gegen dich selbst kämpfen - dagegen halten."

Aber der 66-Jährige ist optimistisch, dass Podolski die Wende schafft: "Er hat ja gezeigt, dass er es kann. Ich bin sicher, er bekommt das hin."

Verständnis für "Poldis" Probleme

Der frühere Mittelfeldregisseur hat durchaus Verständnis für die Probleme des Stars.

"Lukas sagt immer: Ich habe keinen Druck, ich habe keine Druck. Ich aber denke: Durch die Erwartungshaltung der Menschen hier hat er einen riesigen Druck", sagt Overath.

Im Köln wird immer von besseren Zeiten geträumt. Nicht nur die Fans sehnen sich danach, dass die "Geißböcke" wieder international spielen.

Podolski sollte helfen, dem Ziel ein Stück näher zu kommen. Aber der FC steckt in den unteren Tabellenregionen fest statt sich für die vorderen Plätze zu bewerben.

Mit jungen Spielern zum Fernziel Europa

Doch Overath gibt das Fernziel Europa aber nicht auf. "Diese Vision besteht nach wie vor. Ich habe gedacht, dass es schneller geht. Ich habe es unterschätzt", gesteht er.

In Zukunft möchte der FC-Boss aber die Vorgehensweise ändern und nicht "weiter Stars für fünf oder zehn Millionen kaufen", sondern vermehrt auf junge Spieler setzen:

"Wir werden eine junge Mannschaft aufbauen, die sich dauerhaft in der Liga etablieren soll."

Und natürlich soll Lukas Podolski ein Eckpfeiler dieses Teams sein. In Köln hat man viel Geduld mit dem Publikumsliebling.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel