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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Jupp Heynckes gewann 1998 mit Real Madrid die Champions League © getty

Im Sport1.de-Interview spricht der Bayer-Coach über das anstehende Spiel gegen seinen Ex-Klub und Schalke-Trainer Felix Magath.

Von Martin Volkmar

Leverkusen - Wenn Bayer Leverkusen den FC Schalke 04 zum Topspiel in der BayArena empfängt (Sa., ab 18.15 Uhr LIVE), kommt es für Jupp Heynckes zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Spielzeit 2003/04 übernahm Heynckes die Königsblauen. Im Folgejahr wurde er nach drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen schon wieder entlassen.

Der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer kritisierte seine Arbeitsweise scharf: "Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule, aber wir haben 2004." Nun kann sich Heynckes für den damaligen Rausschmiss revanchieren.

Allerdings muss er auf seinen Top-Torjäger Stefan Kießling (Muskelfaserriss, Anm. der Redaktion) verzichten.

Im Interview mit Sport1.de spricht der Bayer-Trainer über das Aufeinadertreffen mit seinem Ex-Klub, Schalke-Trainer Felix Magath, Bayers Meisterchancen und das Fehlen von Kießling.

Sport1.de: Ist das Wiedersehen mit Ihrem Ex-Klub Schalke noch etwas Besonderes für Sie oder ein Spiel wie jedes andere?

Jupp Heynckes: Ein Spiel wie jedes andere ist es sicherlich nicht. Was aber nicht daran liegt, dass es sich beim FC Schalke 04 um meinen Ex-Klub handelt, sondern an der besonderen Konstellation, unter der beide Mannschaften aufeinander treffen. Da spielt der Tabellendritte gegen den Zweiten, und für beide ist es in der Endphase der Saison wichtig, dieses Spiel zu gewinnen.

Sport1.de: Wie bewerten Sie die Arbeit von Felix Magath? Hätten Sie ihm diesen Aufschwung zugetraut?

Heynckes: Felix hat ja schon vorher gezeigt, dass er ein hervorragender Trainer ist, und er tut es jetzt wieder. Es ist beeindruckend, wie er seine Mannschaft auf Erfolgskurs gebracht hat.

Sport1.de: Magath sieht Schalke nicht als Meister-Kandidaten. Wie sehen Sie das?

Heynckes: Natürlich arbeitet Felix sehr gerne aus der Außenseiterposition heraus. Er hatte ja auch schon in Wolfsburg immer wieder betont, dass seine Mannschaft nicht in der Lage sei, den Titel zu holen. Was dabei herauskam, ist hinlänglich bekannt. Die jetzige Situation ist nicht anders.

Sport1.de: Und was ist mit Ihrer Mannschaft: Kann Bayer Meister werden?

Heynckes: Das ist nicht unser Thema. In der vergangenen Saison wurde Bayer 04 Leverkusen Neunter. Wenn wir in diesem Jahr in die Champions League einziehen könnten, dann wäre das ein Riesenerfolg für den Klub.

Sport1.de: Geht Ihr Blick nach nur einem Sieg in den letzten fünf Spielen eher nach oben oder nach unten?

Heynckes: Wir werden selbstverständlich versuchen, bis zum Schluss oben dran zu bleiben. Und das ist auch möglich. Es ist ja nicht so, dass Bayern München oder die Schalker eine souveräne Leistung an die andere reihen. Auch da hakt es zuweilen. Aber natürlich muss man auch Borussia Dortmund weiter beachten. Das ist eine gute, hungrige Mannschaft, die richtig Fahrt aufgenommen hat.

Sport1.de: Was entgegnen Sie den Kritikern, die vom obligatorischen Bayer-Einbruch in der entscheidenden Saisonphase sprechen?

Heynckes: Meine Mannschaften haben sich in den Endphasen der Meisterschaft immer durch großes Stehvermögen ausgezeichnet. Ich bin überzeugt davon, dass wir einen guten Endspurt hinlegen werden.

Sport1.de: Wie schwer wiegt ausgerechnet jetzt der Ausfall von Stefan Kießling?

Heynckes: Natürlich wird uns Stefan gegen Schalke fehlen. Er ist ein sehr wichtiger Spieler. Aber wissen Sie, dieses ständige "ausgerechnet jetzt" - das ist so eine Sache. Verletzungen kommen doch immer zu ungünstigen Zeitpunkten. Das muss man nehmen, wie es kommt. Jetzt bekommen eben andere ihre Chance. Wir werden in Leverkusen jedenfalls nicht das Fußballspielen einstellen.

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