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Eljero Elia (l.) kritisiert die Aufstellungsentscheidungen von Trainer Bruno Labbadia © getty

Elia und Boateng bekunden ihren Unmut über die Entscheidungen des Trainers. Beide stehen bei anderen Klubs auf dem Zettel.

Von Björn Seitner

München - In der Bundesliga ließ der Hamburger SV zuletzt viele Punkte liegen, nun droht den Rothosen womöglich der Verlust wichtiger Spieler. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach der Kritik von Piotr Trochowski an Trainer Bruno Labbadia und der Kabinen-Rangelei zwischen Tunay Torun und Ruud van Nistelrooy beklagt sich Eljero Elia, er sei vom HSV falsch behandelt worden.

Der Niederländer wird bereits als möglicher Nachfolger von Franck Ribery beim FC Bayern gehandelt, während sein Teamkollege Jerome Boateng anscheinend vor dem Absprung nach England steht.

Boateng falsch eingesetzt?

"Ich bin auch nicht zufrieden mit dem Verlauf der Rückrunde", lässt Boateng vor dem Spiel in Mönchengladbach (So., ab 17.15 Uhr LIVE) im "kicker" wissen.

Der U-21-Europameister klagt aber nicht nur über den auf neun Punkte angewachsenen Rückstand auf einen Champions-League-Platz, sondern darüber, von Labbadia auf der falschen Position eingesetzt zu werden.

"Ich akzeptiere die Entscheidungen des Trainers. Aber meine besten Spiele habe ich in der Innenverteidigung gemacht", sagt Boateng, der zuletzt beim Europa-League-Spiel gegen den RSC Anderlecht als linker Außenverteidiger zum Einsatz kam. Dort spielt er übrigens auch im DFB-Team.

Schlimmer ist die Lage für Trochowski, der zuletzt häufig nur auf der Bank saß. "Der Trainer hat seine eigene Sicht vom Spiel und wie die Aufstellung aussehen soll", meint der Mittelfeldspieler.

Vertragsverhandlungen scheitern

Für Boatengs Verbleib spielt seine Position eine wichtige Rolle. "Natürlich ist es für mich wichtig, wo ich eingesetzt werde", so der dreimalige Nationalspieler.

Noch sei aber "nichts entschieden", sagt Boateng. Aber nachdem Hamburg mit einer Ausdehnung des Vertrags von 2012 auf 2013 gescheitert ist, können nun andere Vereine von einer Vertragsklausel gebrauch machen, nach der Boateng im Sommer für zwölf Millionen Euro gehen kann.

Allen voran Premier-League-Klub Manchester City bekundet Interesse.

Elia will auf den linken Flügel

Elia schlägt in dieselbe Kerbe.

"Meine Position ist links", so der 23-Jährige, der erst vergangenes Jahr für neun Millionen Euro von Twente Enschede kam. Unter Labbadia kam Elia zuletzt auch im Angriff und rechts zum Einsatz.

Zudem warf der gerade am Sprunggelenk operierte Niederländer dem HSV vor, den Eingriff verzögert und sich nicht um ihn gekümmert zu haben.

Dafür wurde er von der Vereinsführung mit einer Geldstrafe belegt, die seine Unzufriedenheit sicher nicht mindern wird.

Wechselwilliger Niederländer

Als weiterer Zündstoff kommt ins Spiel, dass Elias Berater Frank Schouten schon ein Gespräch mit dem FC Bayern geführt haben soll.

Eine Anfrage der Bayern beim HSV gibt es noch nicht, aber Elia hatte schon bei seiner Verpflichtung erklärt, "dem Vorbild von Rafael van der Vaart" folgen zu wollen. Van der Vaart ging vom HSV aus zu Real Madrid

Labbadia polarisiert

Die Klagen der Spieler über Labbadia erinnern an die vergangene Saison.

In Leverkusen sei ein Großteil der Profis von Labbadias Art genervt gewesen, hieß es im Umfeld von Bayer 04.

Dieses Mal scheinen sie vornehmlich damit unzufrieden zu sein, wie der 44-Jährige sein Team aufstellt.

Hoffmann: keine Trainerdiskussion

Neben angeblichen Beschwerden über Labbadias Führungsstil hält sich auch hartnäckig das Gerücht, Bundestrainer Joachim Löw solle ihn im Sommer ablösen.

"Ich nehme nur Sachen ernst, die man mir ins Gesicht sagt", entgegnet der Coach: "Für mich sind das Hosenscheißer, die anonym im Internet schreiben."

Vorstandschef Bernd Hoffmann erstickt eine Trainerdiskussion schon im Keim.

"Es ist Fakt, dass wir im letzten halben Jahr jede Menge Punkte liegen gelassen haben. Wir halten eine Debatte über den Trainer aber für unsinnig", sagt Hoffmann der "Bild".

Jarolim fordert Ruhe

Vor der entscheidenden Phase in der Bundesliga und dem Viertelfinale der Europa League fordert Kapitän David Jarolim nun volle Konzentration auf die sportlichen Ziele.

"Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist Theater", betont Jarolim.

Ob sich die Unruhe auch noch wegreden lässt, wenn der HSV die Qualifikation für das internationale Geschäft verspielen und das Europa-League-Finale im eigenen Stadion verpassen sollte?

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