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Stuttgarts Manager Horst Heldt (l.), hier mit Sport1.de-Redakteur Christian Paschwitz © getty

VfB-Sportdirektor Horst Heldt spricht im Sport1.de-Interview über den bisherigen Saisonverlauf und Trainer Christian Gross.

Von Christian Paschwitz

München - Platz 15 nach der Hinrunde, jetzt die Europa League vor Augen.

Mit 22 Punkten aus zehn Partien ist der VfB Stuttgart die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde und steht nun auf Rang sieben der Tabelle. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der nächste Gegner allerdings ist das beste Team der vergangenen zehn Spiele - der FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE).

Nach dem Champions-League-Aus gegen Barca rehabilitierten sich die Stuttgarter in der Liga gegen Hannover mit Erfolg.

Der Aufwärtstrend soll nun vom Tabellenführer nicht aufgehalten werden, "um den Anschluss an die vor uns platzierten Teams zu halten", erklärt VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

Im Interview mit Sport1.de spricht er außerdem über den bisherigen Saisonverlauf, die Planungen für die neue Saison und Trainer Christian Gross.

Sport1.de: Herr Heldt, am Wochenende geht?s zu den Bayern: Ein Hochkaräter-Team, auf das Sie sich freuen, nachdem die Highlights nach dem Champions-League-Aus gegen Barcelona bis Saisonende rar gesät sind?

Horst Heldt: Das Südderby ist für alle Beteiligten etwas Besonderes. Und die Erfahrung zeigt, dass diese Spiele oft auch besonders spektakulär und torreich sind, weil beide Mannschaften traditionell offensiv ausgerichtet agieren. Aber in erster Linie geht es für uns am Samstag darum, nach dem Sieg gegen Hannover das nächste positive Ergebnis einzufahren, um den Anschluss an die vor uns platzierten Teams zu halten.

Sport1.de: Beim 0:0 im Hinspiel hatten die Bayern allerdings weder ihren Pokal-Matchwinner Arjen Robben dabei, noch Franck Ribery?

Heldt: Die Bayern haben den besten Kader aller Bundesligisten und gehen mit oder ohne Ribery und Robben als Favorit in jedes Bundesligaspiel. Nichtsdestotrotz wollen wir aber mutig auftreten und etwas Zählbares mit zurück nach Stuttgart nehmen.

Sport1.de: Ein Vorteil, dass die Bayern auf Schalke über 120 Minuten gehen mussten und dabei Kraft gelassen haben?

Heldt: Das ist schwer zu beurteilen. Wir hatten nach dem Barca-Spiel auch nur zwei Tage Pause und haben anschließend gegen Hannover gewonnen. Die Bayern sind diese Doppel- oder Dreifachbelastung seit Jahren gewohnt und wissen genau, wie man mit solchen Situationen umzugehen hat.

Sport1.de: Auch wenn der VfB nach der Lehrstunde in Barcelona nun raus ist aus der Champions League: Hätten Sie vor ein paar Monaten tatsächlich geglaubt, dass sich die Saison insgesamt noch so stabil entwickelt für den VfB?

Heldt: Wir haben immer an die Qualität der Mannschaft geglaubt. Leider konnten die Spieler diese Qualität aber zu selten abrufen. Da haben wir leider sehr viele Punkte liegen gelassen. Dass sich das Blatt wieder so schnell wendet, damit konnte man dann allerdings auch nicht rechnen.

Sport1.de: Ende des Vorjahres bangte Stuttgart sogar um den Klassenerhalt?

Heldt: "Anfang Dezember waren wir noch fünf Punkte hinter Nürnberg und Freiburg, und jetzt haben wir eine zweistellige Punktzahl Vorsprung auf diese Mannschaften - und das in der Kürze der Zeit. So rasant es runter ging, so rasant ging es tatsächlich wieder nach oben.

Sport1.de: Die Wende kam mit dem Trainer-Wechsel, Ihr Freund Markus Babbel musste gehen. War seine Entlassung im Nachhinein die bislang schwerste Entscheidung Ihrer Manager-Karriere?

Heldt: Angenehm ist so eine Entscheidung nie. Unser gutes und freundschaftliches Verhältnis hat zum Glück nicht darunter gelitten.

Sport1.de: Stand das denn zu befürchten?

Heldt: Nicht wirklich, denn wir haben uns von vornherein gesagt, dass wir ehrlich und korrekt miteinander umgehen wollen. Und so haben wir dann auch gemeinsam einen Zeitpunkt festgelegt, an dem wir gesagt haben: Das macht jetzt alles keinen Sinn mehr, wir müssen etwas Anderes versuchen. Es war sicherlich hilfreich, dass die Entscheidung nicht aus heiterem Himmel gefallen ist. Aber so war es davor auch mit Armin Veh, zu dem ich auch noch ein gutes Verhältnis habe.

>>Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews, in dem Horst Heldt über Cacau, Cristian Molinaro und Torhüter Jens Lehmann spricht.

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