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Horst Heldt sagt von Trainer Christian Gross (l.), er sei ein "aboluter Fußball-Fachmann" © getty

VfB-Sportdirektor Horst Heldt spricht im zweiten Teil des Interviews über Cacau und die weiteren Personalplanungen des Vereins.

Von Christian Paschwitz

München - Mit Cacau hat der VfB einen Torjäger im Kader (acht Saisontore), den Horst Heldt auch in der kommenden Saison gerne weiter in Stuttgart sehen möchte.

Eine Entscheidung über die Zukunft des 28-Jährigen soll nächste Woche gefällt werden, Heldt weiß aber "was wir an Cacau haben, und er weiß auch, was er am VfB hat."

Ob Torhüter Jens Lehmann noch ein weiteres Jahr dranhängt "wird Jens gemeinsam mit seiner Familie entscheiden".

Im zweiten Teil des Interviews mit Sport1.de spricht Horst Heldt über das Erreichen der internationalen Plätze, Stürmer Cacau und weitere Personalplanungen.

Sport1.de: Muss man nach der Entwicklung im Nachhinein sagen: Gut, dass es so gekommen ist mit Babbel und Christian Gross?

Horst Heldt: Es ist nie gut, wenn man einen Trainer entlassen muss. Aber wir sind froh, dass wir mit Christian Gross so einen Toptrainer bekommen konnten. Er hat es geschafft, wieder Stabilität in die Mannschaft zu bringen. Christian Gross war und ist für uns der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt, weil er durch seine Erfahrung und Methodik in der kurzen Zeit die Mannschaft wieder leistungsfähig und leistungsbereit gemacht hat.

Sport1.de: Stimmt.

Heldt: Ich halte solche Trainer-Vergleiche allerdings für schwierig: Markus Babbel war in der letzten Saison sehr erfolgreich mit der fast identischen Mannschaft und hat sie auf Platz drei geführt. Dann kamen jedoch viele kleine Probleme, die sich zu einem großen entwickelt haben. Und irgendwann hat Markus Babbel dann den Knopf nicht mehr gefunden, wie er es formuliert hat.

Sport1.de: Was schätzen Sie denn an Gross ganz besonders?

Heldt: Viele Dinge. Er ist ein absoluter Fußballfachmann, der großen Wert auf Kleinigkeiten legt und den Spielern einen klaren Plan an die Hand gibt. Es ist beeindruckend, wie er den Fußball lebt.

Sport1.de: Hat die Saison für Sie trotz Rang sieben und sieben Punkten Rückstand aufs internationale Geschäft noch ein Ziel?

Heldt: Absolut. Wir wollen in den verbleibenden Spielen so viele Punkte wie möglich sammeln und haben wirklich keinen Grund, irgendetwas herzuschenken. Das würden wir ohnehin nicht zulassen: Wir haben eine Verpflichtung unseren Fans gegenüber, das verlangt der Trainer und auch der Verein. Und dieses Selbstverständnis sollten auch die Spieler haben.

Sport1.de: Parallel dazu dürften Sie mit Gross jetzt auch schon die Planungen für die neue Saison vorantreiben?

Heldt: Es spielt natürlich auch eine Rolle, ob wir die Europa League erreichen und wieder international vertreten sind. Unsere Planungen und Gespräche mit den Spielern laufen, aber momentan können wir außer den bereits verpflichteten Christian Gentner und Georg Niedermeier noch keinen weiteren Vollzug melden. Wir haben uns im Winter ja schon von einigen Spielern getrennt (Elson, Jan Simak, Ludovic Magnin, Yildiray Bastürk und Thomas Hitzlsperger, Anm. d. Red).

Sport1.de: Wie sehr greifbar ist denn die Vertragsverlängerung mit Cacau?

Heldt: Beide Seiten sind gewillt, eine Einigung zu finden. Wir wissen, was wir an Cacau haben, und er weiß auch, was er am VfB hat. Wir haben uns darauf verständigt, noch im März eine Entscheidung zu treffen.

Sport1.de: Was ist mit Sami Khedira und Julian Schieber (beide Vertragsende Juni 2011)?

Heldt: Fakt ist, dass wir mit Sami verlängern wollen. Auch da sind wir in Gesprächen, selbst wenn wir noch etwas mehr Zeit dafür haben als bei Cacau.

Sport1.de: Eine ordentliche Halbserie spielt bisher auch Cristian Molinaro?

Heldt: Er war ein Glücksgriff nach dem Ausfall von Arthur Boka. Und wir haben die Option, ihn zu kaufen. Die Hürde ist natürlich die Ablösesumme, die da im Raum steht. (angeblich 4 Millionen Euro, Anm. d.Red.). Es liegt auch an ihm. Ich denke aber, er fühlt sich wohl beim VfB.

Sport1.de: Und dann gibt?s da noch Jens Lehmann, dessen sportliche Karriere sich möglicherweise doch noch fortsetzt.

Heldt: Wir haben die klare Absprache, dass sein Engagement beim VfB am 30. Juni 2010 endet. Was darüber hinaus passiert, wird Jens gemeinsam mit seiner Familie entscheiden - ob es ihn nicht doch noch weiter juckt, Fußball zu spielen, oder ob er die Schuhe an den Nagel hängt.

Sport1.de: Und was denken Sie?

Heldt: Ich glaube, dass der Jens noch sehr viel Spaß am Fußball hat und auch körperlich in einer Top-Verfassung ist. Er spielt derzeit eine klasse Saison und tut mit seiner professionellen Einstellung jeder Mannschaft gut. Ich bin selbst gespannt, wie es mit ihm weitergeht.

Sport1.de: Kürzlich wurde kolportiert, dass vielleicht sogar die Major Soccer League in den USA ein Thema für Lehmann werden könnte.

Heldt: Ich könnte mir schon vorstellen, dass ihn ein Engagement zum Beispiel in New York reizen würde. Aber wie gesagt: Ich weiß nicht, wie Jens über den Sommer hinaus plant.

>>Hier geht's zurück zum ersten Teil des Interviews mit VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

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