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Franck Ribery wechselte 2007 von Olympique Marseille zu den Bayern © imago

Der Franzose widerspricht sich in seinen Andeutungen über seine Zukunft selbst. Gegen Stuttgart gibt es ein Comeback bei Bayern.

Von Martin Hoffmann

München - Viele prominente Personen sind irgendwann genervt, wenn sie in Interviews immer wieder dieselben Fragen hören.

Manch einer macht sich als Konsequenz darauf einen Spaß, die immer wiederkehrenden Fragen immer unterschiedlich zu beantworten.

Und so langsam kann man den Eindruck gewinnen, dass Franck Ribery diese Angewohnheit übernommen hat.

Der Mittelfeld-Star hört in diesen Wochen tausend Fragen, die alle letztlich nur nach einer Antwort suchen: Geht er im Sommer oder bleibt er bei den Bayern?

Eine klare Ansage ist von Ribery nicht zu haben. Es gibt nur Hinweise - und die werden in der Summe immer verwirrender statt klarer 207180(DIASHOW: Bayern-Trikots im Wandel der Zeit).

Fünf-Jahres-Vertrag? Doch nicht so wichtig

Erst in der am Mittwoch erschienenen "Sport Bild" hatte Ribery in einem größeren Interview ein paar vermeintlich belastbare Aussagen getroffen.

Zwei Tage später erklärt er dann teilweise das genaue Gegenteil.

"Unabhängig davon, wo ich hingehe, stelle ich mir einen Fünf-Jahres-Vertrag vor", hieß es in der "Sport Bild", auf dem Cover angespitzt zu einem "Das fordere ich: Einen Fünf-Jahres-Vertrag."

In der "tz" sagt er nun aber: "Egal, was passiert - es hängt nicht davon ab, ob ich einen Fünf-Jahres-Vertrag bekomme oder nicht. Das spielt wirklich keine große Rolle."

Mal so, mal so

Dafür überrascht er mit der Aussage, dass er den FC Bayern vom Status her in einer Reihe mit seinen beiden Hauptinteressenten Real Madrid und FC Barcelona sieht.

"Bayern ist eben ein genauso großer Verein. Sie sind auf einem Level", sagt Ribery - ein Kompliment für den Arbeitgeber, das von der Zeitung als mögliches Indiz für einen Verbleib gewertet wird.

Nicht jeder aber stimmt dem Kompliment zu. "Real und Barcelona stehen neben vielleicht noch Manchester United und Chelsea über allen anderen Klubs", befand der Franck Ribery von zwei Tage zuvor.

Drauflosreden oder Verwirrungstaktik?

Multiple Persönlichkeit, Missverständnisse, unbedarftes Drauflosreden oder gezielte Verwirrungstaktik? Was immer dahintersteckt: Das Rätsel, wie es um die Karriereplanung des Starakteurs steht, bleibt auch für erfahrene Ribery-Astrologen erstmal ungelöst.

Klarheit hingegen herrscht über Riberys unmittelbare Zukunft.

Trainer Louis van Gaal hat am Freitag bestätigt, dass der Franzose nach seinem Comeback beim Pokalerfolg auf Schalke auch gegen Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr LIVE) auflaufen wird.

Demichelis auf der Bank, Gomez weiter verletzt

"Ribery hat den Einsatz gut durchgestanden. Und er hat gegen Schalke mehr gespielt, als ich geplant hatte", erklärte der Coach des Tabellenführers (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch Innenverteidiger Martin Demichelis wird nach seiner heftigen Gesichtsverletzung auf der Bank Platz nehmen - und mit einer Schutzmaske womöglich auch auflaufen.

Weiterhin verletzt ist Mario Gomez. Der von einem Muskelfaserriss geplagte Stürmer wird frühestens für das Champions-League-Hinspiel gegen Manchester zurückerwartet.

Trumpfkarte in der Schlussphase

Ribery wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst auf der Bank sitzen, denn van Gaal braucht die Impulse des Mittelfeldwirblers eher in der Schlussphase:

"Wir müssen mit unserem Spiel erst den Gegner kaputtspielen, dann können Spieler wie Ribery und Robben den Unterschied machen."

Riberys Flügelpartner ist das in Gelsenkirchen bekanntlich mit einem Traumtor gelungen.

"Sie haben doch schon alles ausprobiert"

Robben sei schlicht nicht ganz auszuschalten, lobte van Gaal seinen niederländischen Landsmann: "Die Verteidiger haben doch schon alles ausprobiert gegen Robben in der Bundesliga."

Van Gaal glaubt nicht, dass nach dem anstrengenden Spiel auf Schalke die Körper streiken werden.

"Physisch erwarte ich nicht so große Probleme", meint er: "Das Problem ist der Geist." Sein Team müsse "die Gedanken fokussieren auf Stuttgart".

Die sollten bei Ribery klarer sein als seine öffentlichen Aussagen.

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