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Marco Reus (l.) wechselte 2009 von Rot Weiß Ahlen zu den "Fohlen" © getty

Mit einem Sieg in Mönchengladbach wollen die Hamburger die Spekulationen verstummen lassen. Ein Torjäger steht vorm Comeback.

München - Am Sonntag ist endlich wieder Fußball.

Nach einer turbulenten Woche mit Wechselspekulationen, murrenden Profis, der verletzung von Marcell Jansen und reichlich Wirbel will der Hamburger SV mit einem Sieg bei Borussia Mönchengladbach (ab 17.15 Uhr LIVE) für Ruhe sorgen.

"Wir lassen uns von dem ganzen Gerede nicht beeinflussen und arbeiten gut. Wir haben weiter die Chance, in dieser Saison den vierten oder fünften Platz zu erreichen - dieses Ziel nehmen wir in Angriff", sagt HSV-Trainer Bruno Labbadia.

Gerüchteküche brodelt

Die Umstände für den Coach sind aber alles andere als einfach. Schließlich war auch er selbst Gegenstand von Spekulationen.

Eine Ablösung des 44-Jährigen sei nicht mehr ausgeschlossen, war zuletzt im Umfeld zu hören.

Labbadia: "Das sind Hosenscheißer"

Labbadia will sich damit nicht befassen. "Ich nehme nur Sachen ernst, die man mir ins Gesicht sagt", polterte der Trainer und legte in Richtung seiner Kritiker nach: "Für mich sind das Hosenscheißer, die anonym im Internet schreiben."

Doch auch so nimmt die Liste der Baustellen in Hamburg kein Ende. Seit dem vorigen Wochenende ist der Europapokalplatz futsch. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Liste ist lang

Nationalspieler Jerome Boateng wird von Manchester City umworben, der verletzte Flügelflitzer Eljero Elia angeblich bei Bayern München gehandelt. Elia echauffierte sich über vermeintlich falsche Behandlungsmethoden.

Piotr Trochowski beklagte sich zuletzt über mangelnde Anerkennung beim HSV. Ein gemeinschaftliches Kräftebündeln für den Saisonendspurt sieht anders aus.

"Das Bild, das wir momentan in der Öffentlichkeit abgeben, nervt mich", klagt Kapitän David Jarolim.

"Wir wollen weiter nach vorne"

Labbadia versucht derweil verzweifelt, den Blick aufs Sportliche zu lenken. "Wir wollen in der Tabelle wieder weiter nach vorn kommen. Wir werden Gladbach nicht unterschätzen. Aber das ist ein Team, das wir schlagen können", sagte er.

In der momentanen Situation scheint "müssen" jedoch fast die bessere Vokabel.

Möglicherweise kann Labbadia, dessen Team von den vergangenen neun Punktspielen nur zwei gewann, bei den Rheinländern jedoch für ein wenig frischen Wind im Kader sorgen.

Guerrero auf dem Weg der Besserung

Paolo Guerrero scheint nach seinem Kreuzbandriss fast wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und stünde wohl zumindest als Joker bereit. In der Europa League am kommenden Donnerstag gegen Standard Lüttich könnte es dann vielleicht schon zu mehr als einem Kurzeinsatz reichen.

Dagegen ist der Syndesmosebandriss des formstarken Jansen, der wochenlang ausfällt und um die WM-Teilnahme bangen muss, ein herber Schlag ins Kontor.

Bei den Gladbachern, die die beiden letzten Spiele gegen den HSV gewannen, will man die Unruhe in Hamburg derweil nicht überbewerten.

"Der HSV gehört vom Kader her zu den besten fünf Mannschaften der Liga. Aber wir werden unsere Chance suchen", sagt Trainer Michael Frontzeck.

Van Nistelrooy unter Beobachtung

Abwehrspieler Roel Brouwers ruft vor allem bei der Bewachung von Torjäger Ruud van Nistelrooy zu hoher Wachsamkeit auf: "Da müssen wir höllisch aufpassen. Von zehn Chancen macht er in der Regel acht rein."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Mönchengladbach - Hamburg (So., 17.30 Uhr)

Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Meeuwis, Marx - Reus, Arango - Bobadilla, Friend

Hamburg: Rost - Rincon, Rozehnal, Mathijsen, Boateng - Jarolim, Ze Roberto - Torun, Trochowski - van Nistelrooy, Petric

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