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Rakitic (l.) und Rafinha (r.) freuen sich mit Kuranyi über dessen zwei Treffer © getty

Kevin Kuranyi schießt Schalke gegen ideenlose Leverkusener an die Tabellenspitze. Bayer verliert zum dritten Mal in vier Spielen.

Gelsenkirchen - Kevin Kuranyi hat Schalke 04 an die Tabellenspitze der Bundesliga geführt und den "Königsblauen" im Titelkampf alle Trümpfe in die Hand gegeben.

Mit seinen Saisontoren Nummer 16 und 17 sicherte der Ex-Nationalspieler dem Team von Trainer Felix Magath einen überzeugenden 2:0 (2:0)-Sieg im Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen.

Die Schalker nutzten damit die Gunst der Stunde. Nach der 1:2-Heimpleite von Bayern München lösten sie den Rekordmeister auf Platz eins ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit zwei Punkten Vorsprung geht das Magath-Team, das vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena im Stile einer Spitzenmannschaft auftrat, in das möglicherweise vorentscheidende Duell mit dem FC Bayern.

Magath denkt nun auch an den Titel

"Das war ein schöner Sieg und ein starker Auftritt meiner Mannschaft nach 120 Pokal-Minuten", lobte Schalkes Trainer Felix Magath sein Team.

Ungewohnt offen sprach er auch über die Chancen auf die Meisterschaft: "Wenn wir die Bayern schlagen würden, dann hätten wir schon Chancen."

Ratlosigkeit herrschte dagegen beim Herbstmeister. "Schalke war uns heute in allen Belangen überlegen und hat verdient gewonnen. Ich weiß nicht, wo bei uns der Wurm drinsteckt. Wir waren unsicher und haben uns nicht getraut nach vorn zu spielen", sagte Nationalspieler Manuel Friedrich.

Drei Niederlagen in vier Spielen

Herbstmeister Leverkusen muss dagegen nach drei Niederlagen in den letzten vier Spielen sogar um Platz drei bangen.

Der Tabellenvierte Borussia Dortmund ist bis auf vier Punkte herangekommen.

Kuranyi stellte vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mit seinen Toren in der elften und 28. Minute die Weichen für die Schalker, die zuletzt am 20. November 2004 in Leverkusen gewonnen hatten (3:0), früh auf Sieg.

Bayer-Trainer Jupp Heynckes musste seinen Torjäger Stefan Kießling durch Patrick Helmes ersetzen, der aber zur Pause schon wieder ausgewechselt wurde.

Rafinha wieder in der Startelf

Im defensiven Mittelfeld fehlte der gesperrte Arturo Vidal. Für den Chilenen spielte Stefan Reinartz vor der Abwehr.

Schalke-Coach Magath würfelte seine Aufstellung drei Tage nach dem 0:1 im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München kräftig durcheinander.

Rafinha, den er am Mittwoch 120 Minuten lang auf die Bank verbannt hatte, durfte wieder von Beginn an spielen - allerdings auf der ungewohnten linken Abwehrseite.

Dafür rückte Benedikt Höwedes aus dem Abwehrzentrum auf die rechte Seite.

Bestmarke für Kuranyi

Zudem bot Magath drei Stürmer auf: An der Seite von Kevin Kuranyi besetzten Jefferson Farfan und Edu die Flügel.

Schon in der elften Minute machten sich die Umstellungen bezahlt: Höwedes flankte von rechts, Edu ließ den Ball für Kuranyi durch, der sein 16. Saisontor erzielte und damit eine neue persönliche Bestmarke aufstellte.

Nur vier Minuten später hätte Schalke beinahe schon auf 2:0 erhöht: Nach einer Ecke von Ivan Rakitic zwang Marcelo Bordon mit einem Kopfball Nationaltorwart Rene Adler zu einer Glanzparade, Kuranyi traf danach nur das Außennetz (15.).

Neuer hat's ruhig

Besser machte es der Ex-Nationalspieler in der 28. Minute: Nach einer Flanke von Farfan überwand er Adler mit einem platzierten Kopfball.

Leverkusen strahlte ohne Kießling kaum Torgefahr aus.

Bezeichnend: Erst in der 43. Minute bekam Schalkes Torwart Manuel Neuer bei einem 20-Meter-Schuss von Toni Kroos erstmals Arbeit.

Starke Partie von Farfan

Auch in der zweiten Halbzeit kontrollierte Schalke das Spiel, die Gastgeber fanden kein Rezept gegen die gute Organisation der "Königsblauen".

Nur bei einem Schuss von Eren Derdiyok musste Neuer eingreifen (69. ).

Bei Leverkusen enttäuschte die komplette Offensivabteilung. Fehlerlos war Adler, der bei den Gegentoren ohne Chance war.

Beste Schalker waren neben Kuranyi Höwedes und Farfan.

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