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Kölns Keeper Faryd Mondragon sendet ein Dankgebet gen Himmel © getty

Der FC führt 96 teilweise vor. Die Lage für die Niedersachsen wird immer bedrohlicher. Ein Hannoveraner fliegt vom Platz.

Hannover - Nach einer desolaten Leistung gegen den 1. FC Köln hat Hannover 96 im Abstiegskampf einen herben Rückschlag erlitten.

Die Niedersachsen unterlagen den Rheinländern vor heimischer Kulisse mit 1:4 (0:3) und mussten den vor der Partie noch als direkten Konkurrenten im Rennen um den Klassenerhalt gehandelten Gegner wieder auf acht Punkte davonziehen lassen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

FC-Trainer Zvonimir Soldo, der mit seiner Mannschaft zuvor siebenmal in Folge nicht gewinnen konnte, dürfte nach dem klaren Sieg in Köln wieder sicher im Sattel sitzen.

"Wir haben das Spiel kontrolliert und waren sehr diszipliniert. Zudem haben wir die sich uns bietenden Situationen ausgenutzt. Das war die richtige Antwort auf die Kritik der letzten Tage. Kompliment an meine Mannschaft", freute sich der 42-Jährige hinterher.

"Nichts wurde umgesetzt"

Sein Gegenüber Mirko Slomka zeigte sich dagegen fassungslos: "Wir haben die ganze Woche auf diese Spiel hingearbeitet und hätten die Relegationsplätze verlassen können. Es ist sehr bitter, wenn dann so etwas dabei rauskommt. Alle Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, wurden nicht umgesetzt."

Vor 43.218 Zuschauern in Hannovers WM-Arena gingen die Gäste durch das erste Bundesliga-Tor von Zoran Tosic früh in Führung (12. ). Der Serbe beendet damit auch die Kölner Durststrecke von 288 Minuten ohne Auswärtstreffer.

Angespornt von dem ungewohnten Erfolgserlebnis legte der FC durch Petit (21.) und Milivoje Novakovic (28., Handelfmeter) nach.

Balitsch fliegt früh vom Feld

Hannovers Kapitän Hanno Balitsch, der mit einem Aussetzer bereits den Strafstoß verursacht hatte, wurde von Schiedsrichter Jochen Drees noch vor der Pause wegen eines Foulspiels im Mittelfeld per Gelb-Roter-Karte des Feldes verwiesen (45.).

Tosic sorgte im zweiten Durchgang für das vierte FC-Tor (71.). Steven Cherundolo gelang per Freistoß das Tor für Hannover (81.).

Nach schleppendem Beginn gewannen die Kölner zunehmend die Oberhand und kamen durch Maniche zu ihrer ersten guten Chance. Der Portugiese verfehlte das 96-Tor aus 15 Metern knapp (7.).

Schlaudraff enttäuscht

Hannover antwortete umgehend. Jiri Stajner scheiterte aus guter Position jedoch an FC-Keeper Faryd Mondragon (8.).

Viel mehr brachten die Niedersachsen in der Offensive aber im ersten Durchgang nicht zustande. Daran konnte auch der blasse Jan Schlaudraff nichts ändern. Der Ex-Nationalspieler war von Trainer Mirko Slomka aufgrund von Formschwäche zuletzt in die viertklassige zweite Mannschaft strafversetzt worden.

Bei seinem Comeback in der Startelf der Profis konnte Schlaudraff keine Akzente setzen.

Tosic mit Traumtor

Ganz anders die Kölner, die in der Anfangsformation auf den unter der Woche von muskulären Problemen geplagten Lukas Podolski verzichteten.

Podolski-Ersatz Tosic ließ nacheinander die Hannoveraner Christian Schulz und Sergio Pinto gekonnt aussteigen, anschließend zirkelte die Leihgabe von Manchester United den Ball aus 16 Metern sehenswert zur Kölner Führung ins Netz.

Nach schönem Pass von Maniche nutzte Petit dann die großen Löcher in der 96-Hintermannschaft und erhöhte auf 2:0 für den FC.

Balitsch als Faustballer

Geschockt von den Gegentreffer wurde der Auftritt der Gastgeber zunehmend trostloser. Im Anschluss an eine Ecke boxte Balitsch den Ball völlig unnötig mit der Hand aus der Gefahrenzone.

Novakovic verwandelte den fälligen Elfmeter sicher. Balitschs Platzverweis 17 Minuten später war dann offenbar ein Resultat des angestauten Frustes.

Zumal den in der Abwehr total verunsicherten Hannoveranern auch in der Offensive gar nichts gelang.

Aufbäumen bleibt aus

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das große Aufbäumen der weiter schwachen Niedersachsen aus.

Die Kölner präsentierten sich angesichts des komfortablen Vorsprungs hingegen souverän und kamen nach einer schönen Kombination zu ihrem vierten Treffer, bei dem Tosic sich kaum Gegenwehr ausgesetzt sah.

Bei den Platzherren erreichte kein Spieler annähernd Normalform. Im FC-Trikot wussten Maniche und Tosic zu überzeugen.

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