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Ya Konan und Karim Haggui (2.v.r.) fehlte nicht nur hier der Durchblick © getty

Nach dem Debakel gegen Köln schwindet Hannovers Glaube an den Klassenerhalt. Ein Horror-Programm steht dem Slomka-Team bevor.

Hannover - Die Spieler schlichen geschockt vom Platz, Trainer Mirko Slomka "fehlten die Worte" und Sportdirektor Jörg Schmadtke schien den Glauben an den Klassenerhalt schon fast verloren zu haben.

Nach der bitteren 1:4 (0:3)-Pleite gegen den 1. FC Köln macht sich bei Hannover 96 Untergangsstimmung breit. "Was wir abliefern, reicht einfach nicht für die Bundesliga. Mit so einer Leistung haben wir gegen keinen Gegner eine Chance", meinte Schmadtke äußerlich gelassen. In ihm dürfte es gebrodelt haben.

Fast schon orientierungslos stolperten die Niedersachsen gegen den FC dem drohenden Abgrund entgegen. Was vor der Partie zu einem Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf ausgerufen worden war, verkam zu einer Demonstration der eigenen Schwäche.

"Zu 150 Prozent" keine Schuld bei Slomka

"Das war einfach nur peinlich. Wenn wir weiter so spielen, haben wir es verdient abzusteigen", sagte Mittelfelspieler Leon Andreasen, wollte kritische Stimmen in Richtung Slomka jedoch nicht gelten lassen: "Es lag zu 150 Prozent nicht an ihm."

Auch Schmadtke erstickte eine Trainerdiskussion im Keim. "Ich glaube, wir haben diesbezüglich alle Karten gezogen und ich gehe davon aus, dass nichts mehr passieren wird", erklärte der Manager.

Slomkas Bilanz ist dennoch verheerend: Von zehn Spielen in seiner Amtszeit wurden nur zwei gewonnen.

Beinahe vorgeführt

Nach der Schlappe gegen die Kölner wirkte der 42-Jährige ratlos. "Mit einem Sieg hätten wir den Relegationsplatz verlassen und die Kölner mit unten reinziehen können", haderte der ehemalige Schalker.

"Es ist bedrückend und beängstigend, wie wir die erste Halbzeit hergeschenkt haben." In der Tat wurden die Niedersachsen von den zuvor siebenmal in Folge sieglosen Kölner vor der Pause beinahe vorgeführt.

Balitsch mit Galgenhumor

Erst traf Zoran Tosic (12.), dann legte Petit nach (21.). Milivoje Novakovic sorgte per verwandeltem Handelfmeter schon vor dem Seitenwechsel für die Vorentscheidung (28.) - zumal 96-Kapitän Hanno Balitsch, der bereits den Strafstoß verursacht hatte, sein Team weiter schwächte.

Der Mittelfeldabräumer wurde von Referee Jochen Drees nach einem Foul per Gelb-Roter-Karte des Feldes verwiesen (45.). Tosic zweiter Treffer (71.) und Steven Cherundolo (81.) sorgten im zweiten Durchgang für das Endergebnis.

"Das Handspiel war nicht meine Absicht. Wenn es absichtlich gewesen wäre, hätte ich den Ball gefangen, zur Seite abgeworfen und einen Konter eingeleitet", meinte Balitsch und flüchtete sich in Galgenhumor.

Podolski-Ersatz Tosic dreht auf

Zu lachen dürfte Hannover in den kommenden Wochen jedoch nicht mehr viel haben. Im April warten in direkter Abfolge die schwierigen Spiele beim Hamburger SV, gegen Schalke 04, bei Bayern München und bei Bayer Leverkusen.

Bei den Kölnern war derweil Doppel-Torschütze Tosic der gefeierte Held. "Das war eine Riesenleistung", lobte Trainer Zvonimir Soldo den Serben, der überraschend für Lukas Podolski in die Startelf gerückt war.

Einsatz nur im Noftall geplant

Den Nationalstürmer hatten unter der Woche muskuläre Probleme geplagt. Von Soldo, dessen Team nun wieder einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegszone hat, wurde er für einen Einsatz nicht für ausreichend fit befunden.

"Lukas hat das professionell aufgenommen", sagte Soldo: "Er hat noch Probleme mit der Muskulatur. Es war klar, dass er nur im Notfall reinkommt. Und den gab es nicht."

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