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Arjen Robben wechselte im Sommer von Real Madrid zu den Bayern © imago

Die Bayern flüchten sich nach der zweiten Bundesligapleite in Serie in Zweckoptimismus. Robben droht gegen United auszufallen.

Aus der Allianz Arena berichtet Nikolai Kube

München - Die Hoffnung war groß.

Als Arjen Robben und Franck Ribery zur Halbzeit aus dem Kabinentunnel auf den Rasen sprinteten und sich wenig später für eine Einwechslung bereit machten, ging ein Jubelschrei durch die Allianz Arena.

Die Fans waren sicher: Jetzt würde der FC Bayern nach einer enttäuschenden ersten Hälfte sein wahres Gesicht zeigen. 217973(die Bilder)

Doch das Gegenteil war der Fall: Die Münchner wurden noch schwächer - und so konnte auch "Robbery" die bittere 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart nicht mehr verhindern.

Van Gaal: "Es tut sehr weh"

Es war die erste Heimpleite der Saison. Und weil Schalke anschließend in Leverkusen gewann auch der Verlust der Tabellenführung.

"Es tut sehr weh", sagte Bayern-Coach Louis van Gaal.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und es wurde noch schmerzhafter. Robben, der aufgrund von Wadenproblemen zunächst auf der Bank Platz genommen hatte, humpelte wenige Minuten vor Spielende vom Platz.

Die schlimmsten Befürchtungen, der Niederländer hätte sich einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen, bestätigten sich jedoch nicht.

Zerrung bei Robben

"Robben hat eine leichte Zerrung, aber es gibt Hoffnung, dass es bis Dienstag reicht", gab Pressesprecher Markus Hörwick angesichts des anstehenden Viertelfinal-Hinspiels in der Champions League gegen Manchester United (Di., ab 20.15 Uhr LIVE) zu Protokoll.

Die Verletzung des Flügelflitzers sei durch die extreme Übermüdung aus dem Schalke-Spiel entstanden. "Er wird jetzt rund um die Uhr behandelt", fügte Hörwick an.

Extrem übermüdet wirkte nicht nur Robben, sondern die komplette Mannschaft des Rekordmeisters. Das schwere Pokalspiel auf Schalke steckte den Münchnern in den Knochen.

Bayern-Formkurve zeigt nach unten

"Klar waren wir kaputt, aber das darf keine Ausrede sein. Wir müssen mit der Belastung auskommen", sagte Youngster Thomas Müller zu Sport1.de.

"Es gibt einen Abwärtstrend bei uns", gab Müller zu. In der Tat zeigt die Formkurve der Münchner nach unten.

Schon in den Heimspielen gegen Hamburg (1:0) und Freiburg (2:1) mogelte sich der Rekordmeister zu Siegen.

Probleme gegen VfB-Defensive

In Frankfurt und nun gegen den keineswegs übermächtigen VfB Stuttgart verließen die Bayern nun sogar als Verlierer den Platz. Das 1:0 unter der Woche im Pokal auf Schalke scheint nur ein positiver Ausrutscher gewesen zu sein.

"Es ist immer schwierig, gegen eine gut verteidigende Mannschaft, aber Stuttgart hat den Ball gut auch in den eigenen Reihen gehalten", sagte van Gaal.

Gross "freut sich für die Mannschaft"

Für die Schwaben, bei denen Christian Träsch und Ciprian Marica die Treffer erzielten, war es der zweite Dreier in Folge.

"Ich freue mich für die Mannschaft. Wir konnten natürlich davon profitieren, dass der Gegner doch etwas müde war und schon an das Spiel in der Champions League gedacht hat", erklärte VfB-Coach Christian Gross.

Lehmanns erster Sieg in der Allianz Arena

Jens Lehmann, der nur bei einem Kopfball von Miroslav Klose sein Können zeigen musste und beim Gegentreffer von Ivica Olic chancenlos war, feierte seinen ersten Bundesliga-Sieg in der Allianz Arena überhaupt.

"Wir waren gut organisiert", lobte der Oldie sein Team. Die Münchner nahm er in Schutz:

"Es ist nur menschlich, dass man nach einem Pokal-Halbfinale nicht zu 100 Prozent konzentriert ist."

Khedira verdreht sich das Knie

Einziger Wermutstropfen war die verletzungsbedingte Auswechslung von Sami Khedira.

Der Nationalspieler verdrehte sich in der ersten Halbzeit bei einem Zusammenprall mit Klose das linke Knie. Ob der Mittelfeldspieler länger ausfällt, ist noch unklar.

Überraschend auf der Bank fand sich Kollege Serdar Tasci wieder. Gross gab Youngster Georg Niedermeier den Vorzug.

Zweckoptimismus bei den Bayern

"Ich war fit. Warum ich nicht gespielt habe, müssen sie den Trainer fragen", reagierte der Innenverteidiger geladen.

Bei den Bayern herrschte derweil Zweckoptimismus: "Wir haben noch alles selbst in der Hand und sind überzeugt, dass wir das Ruder wieder herumreißen werden", sagte Müller.

"Die Ergebnisse müssen aber mit Sicherheit besser werden", brachte es der 20-Jährige auf den Punkt.

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