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Arjen Robben begann seine Karriere im Jahr 2000 beim FC Groningen © imago

Bayerns "Lebensversicherung" Arjen Robben ist angeschlagen. Christian Nerlinger setzt daher auf die Stärke des ganzen Teams.

Von Mathias Frohnapfel und Nikolai Kube

München - Die Bayern hoffen, doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Ob Arjen Robben bis zum Champions-League-Kracher gegen Manchester United (Di., ab 20.15 Uhr LIVE) seine Wadenverletzung überwindet, ist ziemlich fraglich.

Dabei brauchen die Bayern ihre Lebensversicherung aktuell so sehr wie zu keinem anderen Zeitpunkt zuvor.

"Es wird schwer für das Spiel gegen Manchester", gestand allerdings FCB-Trainer Louis van Gaal.

Nerlinger appelliert ans Team

Bei der 1:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart musste Robben bereits die letzten Minuten von Schmerzen geplagt am Spielfeldrand zuschauen.

"Eine leichte Wadenzerrung" diagnostizierte später die Medizinabteilung des Rekordmeisters.

"Wenn es nicht geht, dann geht es nicht", stimmte Christian Nerlinger das Team vorsichtshalber auf das Fehlen des Flügelflitzers ein.

Der Bayern-Sportdirektor betonte im "ZDF" zudem: "Unsere Mannschaft dreht sich nicht nur um Arjen Robben und Franck Ribery, wir haben auch noch andere sehr hochwertige Spieler."

Dabei ist Robbens Blessur nicht der einzige Umstand, der den Münchnern Sorgen bereitet im einsetzenden Saisonendspurt.

Liga-Pleiten nagen am Selbstvertrauen

Die Formkurve verläuft nach zwei Bundesliga-Pleiten eher abwärts als gleichbleibend und auch das Selbstbewusstsein des abgestürzten Spitzenreiters dürfte schon einmal größer gewesen sein.

"Wir müssen schnell den Fokus auf Manchester bringen", sagte Thomas Müller auf Nachfrage von Sport1.de.

Und beschrieb die Ausgangslage: "Leider haben wir nur zwei Tage Zeit zur Regeneration. Wir müssen und wollen am Dienstag eine andere Leistung zeigen."

Verspielt Bayern alles?

Den Münchnern droht im ungünstigsten Fall noch alles aus den Händen zu gleiten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Einerseits stehen sie im Finale des DFB-Pokals, sind in der Champions League noch im Rennen. Auch in der Bundesliga ist angesichts des Zwei-Punkte-Rückstands auf Schalke nichts verloren.

Demichelis wieder fit

Doch andererseits zehren die Dauerbelastungen am Rekordmeister. Auf Manchester folgt der Gipfel auf Schalke, dann reisen die Münchner zum Rückspiel nach England und nach Leverkusen.

Immerhin: Innenverteidiger Martin Demichelis kehrt ins Team zurück, er spielte bereits gegen den VfB mit Gesichtsmaske acht Minuten.

Und auch Mario Gomez könnte gegen die "Red Devils" wieder mit dabei sein. Der Bayern-Stürmer hat seinen Muskelfaserriss auskuriert.

"Wenn jeder fit ist, werden wir gegen Manchester eine Chance haben", erklärte Mark van Bommel Sport1.de gegenüber.

United schont Rooney

Auch der Bayern-Kapitän weiß nur allzu gut, dass sein Landsmann Robben gold wert ist.

Die Verdienste des Flügelflitzers sind deutlich: Sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal bewahrte Turbo-Robben sein Team vorm Ausscheiden.

Doch zur Not müssen die Münchner auch ohne Robben gegen einen Gegner bestehen, der es sich leisten konnte, seinen Superstar am Wochenende zu schonen.

Anders als Arjen Robben durfte sich Manchesters Offensivwaffe Wayne Rooney in Bolton zurücklehnen und ist entsprechend topfit.

Van Bommel gibt sich selbstbewusst

"Rooney ist ein toller Spieler, wir müssen im Verbund gegen ihn verteidigen", gibt Mark van Bommel die Linie vor.

"Aber sie haben nicht nur Rooney, sie haben auch mit van der Sar einen tollen Torwart."

Womöglich könnte Bayern den Favoriten von der Insel mit einer für die Münchner ungewöhnlichen Taktik knacken:

"Wenn wir zuhause 0:0 spielen und in Manchester ein Tor schießen, sind wir im Vorteil. Es ist nicht so leicht gegen uns", befindet van Bommel.

Lahm: "Natürlich war die Stimmung schlecht"

Beim Training am Sonntag schwitzten sich die Münchner auch den Frust über die Niederlage gegen den VfB raus.

"Wir haben verloren, sind nicht mehr Tabellenführer - natürlich war die Stimmung schlecht", sagte Philipp Lahm über die Nachwehen des Süd-Derbys.

Lange Zeit zum Nachdenken gibt es ohnehin nicht.

"Jetzt muss die Mannschaft zeigen, wie weit sie ist", sagt Lahm mit Blick auf die Hammer-Aufgaben der nächsten Wochen.

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