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Ruud van Nistelrooy erzielte bislang drei Bundesligatore © getty

Bruno Labaddia und sein Hamburger SV kassieren in Mönchengladbach eine weitere Pleite. Ein Wechsel sorgt für Gesprächsstoff.

Von Tobias Hlusiak

München - Dem HSV droht nach der 0:1-Niederlage in Mönchengladbach eine ganz bittere Talfahrt.

Die Hamburger könnten sogar die sicher geglaubte Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb noch verzocken.

Vor allem spielerisch ernüchtert die Leistung des Teams.

Und auch Trainer Bruno Labbadia und sein Starstürmer Ruud van Nistelrooy haben sich schon einmal besser verstanden. Der Niederländer wurde in der 63. Minute von Labbadia ausgewechselt.

Zwar kam im Gegenzug Paolo Guerrero zu seinem Comeback nach halbjähriger Zwangspause, dies interessierte den Stareinkauf augenscheinlich wenig.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ohne ein Wort, ohne eine Geste Richtung Trainer ging van Nistelrooy in die Kabine und war auch nach dem Spiel für keine Stellungnahme zu gewinnen.

Auch sein Coach wollte sich lieber mit dem größeren Übel - dem Spiel - beschäftigen.

"Insgesamt war das, gemessen an unseren Ansprüchen und Voraussetzungen, zu wenig, denn wir konnten nicht das umsetzen, was wir für diese Partie erarbeitet und vorgegeben hatten", analysierte Labbadia.

Europa gerät in Gefahr

Wo sich der Traditionsverein selbst sieht, ist hinlänglich bekannt.

Das Mindestziel ist die Qualifikation für die Europa League. Nach anständiger Hinrunde scheint selbst diese in Gefahr zu geraten.

Bei einer tief stehenden aber beherzt kämpfenden Borussia kassierte der Tabellensechste bereits die vierte Niederlage in der Rückrunde.

Vier Unentschieden und drei Siege stehen ebenfalls zu Buche. Zu wenig für die hohen Ansprüche an der Alster.

Nun ist eine Zielkorrektur angemessen, mit der Kapitän David Jarolim noch auf dem Spielfeld begann.

HSV orientiert sich nach unten

"Wir werden aber auch jetzt nicht die Ruhe verlieren, sondern konzentriert weiterarbeiten", gab sich der Tscheche kämpferisch.

"Aber natürlich brauchen wir auch Siege, um unseren sechsten Platz in der Liga zu sichern."

Dieser reicht - nach dem Bremer Einzug in das DFB-Pokalfinale - wahrscheinlich zum Erreichen der Europa League.

Am nächsten Spieltag steht ein Heimspiel gegen Abstiegskandidat Hannover auf dem Spielplan.

Der Europa-League-Platz ist in Gefahr

"Dies gilt es zu gewinnen", gab Klubboss Bernd Hoffmann als unmissverständliche Maxime aus. Sollte dies nicht gelingen, ist Europa ernsthaft in Gefahr.

Die Hamburger stehen als Tabellensechster nur drei Punkte vor dem Trio Stuttgart, Frankfurt, Wolfsburg, das sich Hoffnungen auf den letzten europäischen Startplatz macht.

"44 Punkte werden nicht reichen", weiß Hoffmann. "Wenn wir nicht schleunigst wieder punkten, wird es eng mit der Europa League."

"Das gewisse Etwas hat gefehlt"

Bei der Niederlage im Borussia-Park enttäuschten vor allem die erfahrenen Kräfte auf voller Linie.

Weder Ze Roberto noch Piotr Trochowski oder Mladen Petric gelang es, Ruhe in die fahrigen Angriffsbemühungen des eigenen Teams zu bringen.

"Insgesamt hat einfach etwas gefehlt", gestand der Brasilianer ein. "Und dieses gewisse Etwas müssen wir uns wieder erarbeiten, auch mit positiven Ergebnissen, die wir jetzt einfahren müssen. Am besten schon gegen Lüttich."

Gegen die Belgier bestreitet der HSV am kommenden Donnerstag das Viertelfinal-Hinspiel der Europa League.

Vielleicht eine willkommene Ablenkung für die Hamburger.

Frontzeck: "Ich bin überglücklich"

Mönchengladbach feierte den Sieg indes wie einen Titel.

Nach dem "Dreier" ist der Klassenerhalt für die Borussia mit nunmehr 34 Punkten so gut wie sicher.

Deshalb zeigte sich Trainer Michael Frontzeck nach dem Spiel begeistert:

"Großes Herz und viel Leidenschaft haben uns heute den Sieg gegen einen fußballerisch besseren Gegner gebracht", analysierte der Coach. Ich bin einfach überglücklich."

Brouwers bejubelt Siegtreffer

Matchwinner für die Elf vom Niederrhein war Innenverteidiger Roul Brouwers, der sich vor den Augen von Bondscoach Bert van Marwijk für die niederländische Nationalmannschaft empfahl.

Der siebte Saisontreffer des 28-Jährigen machte ihn zum torgefährlichsten Abwehrspieler der Liga.

Das Duell mit Landsmann van Nistelrooy entschied Brouwers klar für sich.

"Ruud van Nistelrooy gehört zu den besten Stürmern der Welt. Gegen ihn spielen zu dürfen ist schön - gegen ihn zu gewinnen aber noch schöner", schwärmte der Ex-Paderborner nach dem Spiel.

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