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2007 wechselte Vedad Ibisevic von Alemannia Aachen zur TSG Hoffenheim © getty

Trainer Rangnick wirft seinem einstigen Vorzeigestürmer Egoismus vor und setzt ihn mit einem möglichen Nachfolger unter Druck.

Hoffenheim - Erst wurde Vedad Ibisevic zur Halbzeit ausgewechselt, dann musste er sich von Trainer Ralf Rangnick Egoismus-Vorwürfe gefallen lassen.

Der schwächelnde Torjäger stand beim 1:1 (0:0) gegen den SC Freiburg als Synonym für 1899 Hoffenheim: Erfolglos und eigensinnig hat der Herbstmeister der Vorsaison in der Bundesliga auch den letzten Kredit verspielt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ibisevic muss quer zu Carlos Eduardo spielen. Das hat etwas mit Egoismus zu tun. Da muss ich nicht erst wieder eine Videoanalyse zeigen, sondern sofort reagieren", sagte Rangnick in Bezug auf die Ibisevic-Großchance in der 17. Minute.

Ibisevic entkommt durch Hintereingang

Auch Manager Jan Schindelmeiser sparte nicht mit Kritik am Mittelstürmer: "Entweder Vedad hat Eduardo nicht gesehen oder er wollte ihn nicht sehen. Beides ist nicht hinnehmbar."

Ibisevic, der Hoffenheim im Vorjahr bis zu seinem Kreuzbandriss zur Herbstmeisterschaft geschossen hatte und seiner Form in dieser Spielzeit wie viele Teamkollegen hinterher läuft, flüchtete nach dem Spiel durch einen Hintereingang der Rhein-Neckar-Arena.

Dafür redete Torschütze Josip Simunic Klartext. "Der Einsatz stimmt nicht. Von Glückwünschen für mein Tor will ich nichts wissen. Das ist nicht viel wert", sagte der Routinier.

Simunic gegen Wolfsburg gesperrt

Es war bezeichnend, dass ausgerechnet der Innenverteidiger die Hoffenheimer Torflaute nach 351 Minuten beendete und den Kraichgauern mit seinem Treffer (80.) zumindest das Remis rettete.

Im kommenden Auswärtsspiel am Sonntag beim deutschen Meister VfL Wolfsburg ist Simunic wegen seiner zehnten Gelben Karte gesperrt.

Ob Ibisevic in Wolfsburg eine erneute Chance bekommt, ließ Rangnick offen. "Das hängt auch davon ab, wie er sich im Training anbietet", sagte der Chefcoach, der dem Remis nur einen positiven Aspekt abgewinnen konnte.

Bei zehn Punkten Vorsprung auf Freiburg müsse man "nicht mehr nach unten schauen". Klar ist jedoch: Die Schonfrist für die Stars ist abgelaufen.

Rangnick fest im Sattel

Das gilt offenbar nicht für Rangnick. Der mächtige Mäzen Dietmar Hopp betonte erneut, dass er mit Rangnick für die nächste Saison plant.

Zwar sind Gespräche über eine Vertragsverlängerung bis zum Sommer auf Eis gelegt worden, trotzdem genießt Rangnick, der Gerüchte über Kontakte nach Wolfsburg dementiert, das Vertrauen.

Dafür soll das Team ein neues Gesicht bekommen. Mindestens zwei Hochkaräter sollen verpflichtet werden. Als möglicher Neuzugang ist unter anderem Nationalspieler Cacau vom Ligarivalen VfB Stuttgart im Gespräch.

Während bei Hoffenheim Ibisevic im Fokus der Kritik stand, hat ausgerechnet "Sorgenkind" Mohamadou Idrissou Freiburg weitere Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt gegeben.

Idrissou beendet Torflaute

Der Stürmer, der noch vor einem Monat wegen lascher Trainingseinstellung und unbedachter Äußerungen vor dem Rauswurf stand, beendete in seinem 100. Bundesligaspiel nach 828 Minuten (64.) die persönliche Torflaute und führte die Breisgauer auf den Relegationsplatz 16.

"Man muss Mo so nehmen, wie er ist. Die Medienlandschaft in Freiburg ist ja zum Glück verhältnismäßig ruhig", sagte SC-Trainer Robin Dutt zum teilweise provokativen Auftreten seiner Sturm-Diva.

Kameruns Nationalspieler stieg mit einem Kopfhörer auf den Ohren in den Mannschaftsbus und wollte sich nicht zu seiner Leistung äußern - doch im Gegensatz zu Ibisevic hatte er zuvor auf dem Platz Leistung sprechen lassen.

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