vergrößernverkleinern
Lukas Podolski (l.) wechselte im Sommer vom FC Bayern München zum 1. FC Köln © imago

Kölns Serbe spielt bei 96 groß auf - sein Verbleib ist unwahrscheinlich. Kölns Bilanz ohne Podolski ist besser als mit ihm.

Von Nikolai Kube

München - Dribblings im höchsten Tempo, technische Extraklasse und Effektivität im Abschluss.

Der Serbe Zoran Tosic zeigte beim 4:1-Sieg des 1. FC Köln bei Hannover 96 all das, was sich die Fans von einem Offensivspieler erhoffen - und von Lukas Podolski zu Saisonbeginn erhofft haben.

Doch während die Leihgabe von Manchester United dem Spiel seinen Stempel aufdrückte, schmorte "Poldi" auf der Bank.

Der Nationalspieler hatte wegen einer Bauchmuskelzerrung die komplette Woche nicht voll trainieren können, ein Einsatz wäre aber dennoch möglich gewesen.

In Hannover alles richtig gemacht

Podolski habe die Entscheidung zugunsten Tosic' "professionell" zur Kenntnis genommen, sagte FC-Coach Zvonimir Soldo. Er hätte nur im äußersten Notfall in die Partie kommen sollen.

Tosic sorgte mit seinen zwei Treffern und einer starken Vorstellung dafür, dass dieser nicht eintrat.

"Ich will versuchen, auf diesem Niveau weiterzuspielen. Ich habe alles richtig gemacht", jubelte der 22-Jährige, der gegen Hannover genauso viele Tore erzielte, wie Podolski bislang in der gesamten Saison.

Ohne Podolski läuft's

Fakt ist: Ohne den deutschen Nationalspieler läuft es beim FC wie geschmiert. Bei den besten Spielen der Kölner (3:2 in Wolfsburg, 4:1 in Hannover) stand der Zehn-Millionen-Einkauf zumeist nicht auf dem Platz. Nur im Heimspiel gegen die Bayern (1:1) überzeugte er.

Und auch die Statistik, dass das Soldo-Team mit Podolski nur magere 0,94, ohne ihn aber 1,83 Punkte pro Partie sammelte, spricht eine deutliche Sprache.

Dennoch: Unabhängig von den Ergebnissen ist die Zukunft der "Geißböcke" eng mit seinem Nationalspieler verknüpft.

Auch weil ein Verbleib Tosic' über den Sommer hinaus als sehr unwahrscheinlich gilt.

Tosic heiß begehrt

Zum einen könnte sich der FC eine Verpflichtung des Juwels nicht leisten, zum anderen ist der kleine Serbe heißbegehrt:

"Kaufen können wir ihn nicht. Vielleicht geht es aber noch über eine Leihe", brachte Geschäftsführer Michael Maier eine neue Option im "Kölner Express" ins Spiel.

Und Soldo bestätigte: "Er hat schon einige Anfragen vorliegen." Dennoch verspricht der Coach, "alles zu versuchen".

Tosic hält sich derweil bedeckt, was seine Zukunft angeht: "Jetzt wollen wir erst einmal unsere Ziele erreichen. Und dann reden wir."

Maniche und Petit überzeugen

Helfen beim Erreichen der Ziele wollen auch zwei alternde Stars. Die Portugiesen Maniche und Petit straften in Hannover ihre Kritiker Lügen.

Petit erzielte das zwischenzeitliche 2:0, sein Landsmann hatte die Vorlage gegeben. Zudem trieben die Mittelfeldspieler das Offensivspiel der Gäste gekonnt an, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

Abgesehen von einigen Ausnahmen agierte Maniche, der Struktur und Kultur ins Kölner Spiel bringen sollte, oft enttäuschend. Petit wirkte in den meisten Partien saft- und kraftlos.

Nach dem überzeugenden Auftritt in der AWD-Arena, dürfen die FC-Fans allerdings wieder auf eine Wende zum Guten hoffen.

Neue Transferpoltik

Damit es kommende Saison von Beginn an besser läuft, strebt der FC ein neues Konzept an: Junge, hungrige deutsche Talente sollen die Kölner zu einem festen Bestandteil der Bundesliga machen.

"Wir versuchen Spieler zu bekommen, die möglicherweise noch nicht auf internationalem Niveau gespielt haben, sondern die ganz einfach die Klasse haben, sich in der Bundesliga zu entwickeln", erklärte Präsident Wolfgang Overath die Personalpolitik im "Kölner Stadt-Anzeiger".

Overath hat Risse im Visier

Und den ersten Spieler hat Overath bereits im Visier: Marcel Risse, Leverkusener Leihgabe vom 1. FC Nürnberg, soll der FC bereits kontaktiert haben.

Der U-19-Europameister ist schnell und kann präzise flanken.

Pikantes Detail: Risse wurde am 17. Dezember 1989 in Köln geboren.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel