Der FC Bayern schwächelt in einem scheinbar unwichtigen Testspiel gegen Ingolstadt. Doch dahinter steckt eine größere Gefahr.

Der FC Bayern verliert ein Testspiel - na und?

Der Bundesliga-Elfte unterliegt dem Zweitliga-Siebten FC Ingolstadt mit 0:1.

Und der Deutsche Meister musste sich wegen der Länderspielpause mit vier Jugendspielern in der Startformation behelfen.

Alles Argumente.

Doch wer mit dem Mythos des (fast unbesiegbaren) FC Bayern vertraut ist, weiß, dass für die Münchner im Moment mehr auf dem Spiel steht als nur ein Freundschaftsmatch mit geringer Halbwertzeit.

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Denn die Bayern verschenkten die Partie, ohne irgendeinen Erfolgswillen erkennen zu lassen.

Hochkarätig besetzt waren sie: Neben Breno (Ablöse:14 Millionen Euro) verteidigten Weltmeister Massimo Oddo und Andreas Ottl. Im Mittelfeld sollten Jose Ernesto Sosa (Ablöse: rund zehn Millionen Euro), Vize-Europameister Tim Borowski und Ze Roberto das Spiel ordnen.

Die Wahrheit ist: Ingolstadt, das ebenfalls mit einer B-Elf antrat, hätte leicht noch ein zweites Tor nachlegen können.

Vor allem in Halbzeit eins trabten die Bayern-Ersatzleute, allen voran der Argentinier Sosa, mit sichtbarer Langeweile über den Platz.

FCB-II-Trainer Hermann Gerland donnert nach solchen Partien zumeist, dass wohl einige der Fußballer Valium genommen hätten. Man muss nicht gleich mit Beruhigungstabletten kommen, um die FCB-Krise zu diagnostizieren.

Ein Virus geht um beim Champions-League-Teilnehmer. Sein Name: Unsicherheit und Apathie.

Die Selbstverständlichkeit "Wir sind der FC Bayern, nach uns der Rest" ist irgendwo zwischen der 2:5-Klatsche gegen Werder und dem aus Klub-Sicht vermaledeiten 3:3 gegen Bochum abhanden gekommen.

FCB-Präsident Franz Beckenbauer hat bereits vermeldet: "Der Mythos FC Bayern macht gerade eine Pause."

Was vermeintlich lustig klingt, ist für die Roten brandgefährlich.

Dass die Gegner brav abwarten, was sich die Startruppe einfallen lässt, dieses Schema dürfte in nächster Zeit der Vergangenheit angehören.

Der FC Ingolstadt hat als erster die Chance genutzt.

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