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"Stocksauer" auf Schalke und die DFL: Bayerns Rummenigge (l.), hier mit Hoeneß © imago

Vorm Gipfeltreffen auf Schalke ist der Bayern-Boss "stocksauer" - auch auf die DFL. Die schießt zurück. Auch Magath attackiert.

München - Noch sind's drei Tage hin bis zum Gipfeltreffen zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE):

Doch schon jetzt eskaliert die Situation wegen des Streits um den Rasen in der Gelsenkirchener Arena: (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Karl-Heinz Rummenigge wettert dabei nicht nur gegen die Königsblauen, sondern sucht mit schweren Vorwürfen auch die Konfrontation mit der Deutsche Fußball-Liga (DFL):

"Ich bin stocksauer, wir werden uns das nicht gefallen lassen. In der Lizenzierungsordnung steht, dass ein Platz eben und in gutem Zustand zu sein hat", wetterte der Bayern-Boss nach dem 2:1 der Bayern in der Champions League gegen Manchester United.

Anpfiff Richtung Liga

Rummenigge weiter: "Die DFL kennt ihre eigene Lizenzierungsordnung nicht, das habe ich den Herren auch schriftlich mitgeteilt."

Hintergrund: In Paragraph 6, Absatz 6 der DFL-Lizenzierungsordnung steht wörtlich: "Das Spielfeld des Stadions muss eine Naturrasen-Spielfläche haben. Es muss absolut eben sein, sich in gutem Zustand befinden und während der gesamten Spielzeit für die Wettbewerbe des Ligaverbandes, des DFB und der UEFA bespielbar sein."

Genau das ist nach Meinung des FC Bayern auf dem Holperrasen in der Arena auf Schalke nicht gegeben.

"Sonst ist der Rasen auf Schalke wie auf einem Billardtisch", meinte auch Ivica Olic. "Jetzt aber ist er wie in Russland - fast ohne Gras."

DFL schießt zurück

Die DFL verwahrte sich gegen "die unsachlichen und populistischen Äußerungen aus dem Hause des FC Bayern".

Einen auch witterungsbedingt beeinträchtigten Rasen mit dem Verstoß gegen wirtschaftliche Auflagen zu vergleichen, sei abwegig, hieß es.

"Darüber hinaus stellen wir klar: Die Einhaltung der Lizenzierungsordnung ist vor dem Saisonstart wie in jedem Jahr geprüft worden. Sollte es unterjährig Verstöße gegen das Ligastatut geben, wird die DFL entsprechend den vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten handeln, dies aber nicht öffentlich diskutieren."

Platzkommission entscheidet

Und weiter: In der laufenden Spielzeit entscheide eine Platzkommission bzw. der Schiedsrichter über die Bespielbarkeit des Feldes.

Dies werde auch, wie in den Richtlinien zur Spielordnung vorgesehen, im aktuellen Fall geschehen.

Schon nach dem 1:0 der Bayern im Pokal-Halbfinale hatte Uli Hoeneß über die schlechte Spielfläche in der Schalke-Arena hergezogen: "In solch einer wichtigen Saisonphase so einen Platz anzubieten, gehört sich nicht."

Hoeneß poltert

Zugleich warf der Bayern-Präsident Schalke-Trainer Felix Magath Kalkül vor. "Ich habe das Gefühl, dass Felix - ich kenne ihn ja - das als Mittel zum Zweck benutzt, um die Defizite seiner Mannschaft auszugleichen."

Selbst Bundestrainer Joachim Löw hatte sein Missfallen über den ramponierten Rasen zum Ausdruck gebracht: "Darüber ärgere ich mich von der Tribüne aus. Es ist eine Zumutung, den Zuschauern solch einen Platz anzubieten."

Magath wiederum hatte die Rasen-Kritik zurückgewiesen.

Magath stichelt zurück

"Ich habe keine Ahnung, wer in Deutschland die Qualität der Spielfläche begutachtet", so der 56-Jährige. "Eventuell ist es der Präsident des FC Bayern und der Bundestrainer Joachim Löw."

Zugleich erklärte der Fußball-Lehrer: "Wenn die Rückrunde auf Wunsch des Bundestrainers nicht 14 Tage früher begonnen hätte, würde der Rasen sicher besser aussehen."

Vielmehr kündigte Magath via "Sport-Bild" für das Gipfeltreffen einen heißen Tanz an. "Meine Mannschaft wird die richtige Antwort auf dem Platz geben. Wir werden angreifen."

Der Vorteil sei, dass sein Team das Duell ausgeruht bestreite, während Bayern noch das schwere Champions-League-Spiel gegen ManUnited in den Beinen habe.

Magath: Können Bayern dauerhaft gefährden

Dass sein Team wie in der Vorwoche beim 0:1 im Pokal als Verlierer vom Feld geht, glaubt Magath keineswegs: "Wichtig ist, dass wir die richtigen Lehren daraus ziehen."

Ohnehin glaubt Magath, dass die "Knappen" dem Rekordmeister auf Dauer zum Hauptrivalen gereichen können: "Schalke bleibt die nächsten Jahre interessant. Entwickeln wir uns weiter, werden wir immer gefährlicher für die Bayern."

Ein wichtiger Baustein sei dabei auch Manuel Neuer, über dessen Wechsel nach München immer wieder spekuliert wird.

Verlängert Neuer gar?

"Ich weiß, dass er bei uns bleibt. Es ist gut möglich, dass wir im Sommer sogar verlängern", so Magath über seinen Torhüter.

Zudem bestätigte der Schalker Coach auch, dass eine Meister-Prämie ausgehandelt wurde. "Die Spieler haben in ihren Verträgen bereits solche Prämien individuell verankert. Ich auch."

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