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In 71 Liga-Spielen für Real Madrid erzielte Ruud van Nistelrooy (r.) 50 Tore © imago

Im Moment steht der HSV auf dem begehrten sechsten Platz. Doch die Verfolger warten nur auf einen Ausrutscher der Labbadia-Elf.

Von Mathias Frohnapfel und Tobias Hlusiak

München - Werder Bremen und dem FC Bayern sei dank:

Die beiden Teams stehen im DFB-Pokalfinale, dürften sich aber über ihre Platzierung in der Liga bereits fürs internationale Geschehen qualifizieren.

Platz sechs genügt daher in dieser Saison wohl für die Qualifikation zur Europa League. Die Platzierung, die im Vorjahr für Borussia Dortmund noch ein bitterer Trostpreis war, ist nun heiß begehrt.

"Natürlich brauchen wir Siege, um unseren sechsten Platz in der Liga zu sichern", formuliert HSV-Kapitän David Jarolim die Situation in Hamburg.

Denn nach der HSV-Pleite in Gladbach lauern Stuttgart, Frankfurt und Wolfsburg auf ihre Chance, um auf Platz sechs zu springen - und den angeschlagenen "Bundesliga-Dinosaurier" hinter sich zu lassen 216936(DIASHOW: Die reichsten Fußballer).

Sport1.de analysiert die Ausgangslage vor den entscheidenden Wochen in der Bundesliga.

Hamburger SV (6. Platz, 44 Punkte)

Die Formkurve: Der HSV steht auf Platz 11 der Rückrundentabelle, läuft der Top-Verfassung vom Hinrundenstart hinterher. Die Europa League belastet den Kader anscheinend zusätzlich.

Das Personal: Der Ausfall von Marcell Jansen trifft die "Rothosen" hart. Der Nationalspieler war in den Wochen, bevor er sich das Syndesmoseband riss, stets Leistungsträger und Aktivposten.

Flügelflitzer Eljero Elia fällt nach einer Operation am linken Knöchel noch mindestens zwei weitere Wochen aus. In die Bresche springt derzeit Jonathan Pitroipa, der in der Europa League beim 2:1 gegen Standard Lüttich einen starken Auftritt hinlegte.

Ze Roberto und Paolo Guerrero stehen nach langen Verletzungspausen zwar wieder zur Verfügung, sind von ihrer "Normalform" aber noch meilenweit entfernt.

In der Spitze spielt Mladen Petric in den vergangenen Wochen, obwohl der Kroate nach einem Bänderriss noch nicht vollkommen fit ist. Sein Sturmpartner Ruud van Nistelrooy tut indes das, wofür er geholt wurde - er knipst. Gegen Lüttich erzielte der Niederländer den wichtigen 2:1-Siegtreffer (220055Bilder).

Das Restprogramm: Gegen Hannover kommt es am Sonntag (ab 17.15 Uhr LIVE) zum Nordderby, ehe die Hamburger Bochum, Mainz, Hoffenheim, Nürnberg und Werder vor der Brust haben.

Vom Anspruch des HSV sind dies bis auf Werder allesamt Gegner, gegen die man gewinnen müsste.

Die Sport1.de-Prognose: Der HSV hat die besten Chancen auf Platz sechs, hätte sogar von der Qualität des Kaders durchaus im Rennen um die Champions-League-Plätze eine Rolle spielen können. Für die Hanseaten wird es entscheidend sein, die Nerven zu bewahren.

VfB Stuttgart (7. Platz, 41 Punkte)

Die Formkurve: Die Schwaben rangieren auf dem ersten Platz in der Rückrunden-Tabelle, haben seit dem 18. Spieltag 25 Punkte geholt.

Auf ihrem Vormarsch von Platz 15 (17. Spieltag) haben sie sich gefährlich nahe an den HSV geschoben und in der Vorwoche den FC Bayern geschlagen. "Die Handschrift von Trainer Christian Gross ist klar erkennbar", befindet nicht nur DSF-Experte Fredi Bobic.

Das Personal: Sami Khedira fällt in den nächsten Wochen aus, erlitt im Spiel in München Anrisse des Kreuz- und des Innenbandes im linken Knie. Der Ausfall des defensiven Mittelfeldspielers wiegt schwer, da er dem VfB-Spiel viel Stabilität gab.

Zudem fragen sich viele, wie Cacau den Endspurt in Stuttgart bestreiten wird. Nach seinem angekündigten Abschied vom VfB ist das Tischtuch zwischen dem Stürmer und der Vereinsführung zerschnitten.

Derweil wird Jens Lehmann nach seinem angekündigten Karriere-Ende alles dafür tun, dass in Stuttgart so erfolgreich wie möglich zu gestalten.

Das Restprogramm: Der VfB spielt am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) gegen Gladbach, danach bekommt es das Team mit Hertha, Leverkusen, Bochum, Mainz und Hoffenheim zu tun. Nur Leverkusen steht aktuell in der Tabelle besser da als der VfB, die Schwaben haben lösbare Aufgaben.

Die Sport1.de-Prognose: Der VfB hat gute Chancen Platz sechs zu erreichen, zumal die Schwaben versierte Aufholjäger sind und bereits in der Vorsaison im Endspurt sogar noch Platz drei eroberten.

Eintracht Frankfurt (8. Platz, 41 Punkte)

Die Formkurve: Die Eintracht hat in der Rückrunde bisher 17 Zähler gesammelt, nach drei Pleiten in Folgen haben sich die Hessen gefangen und punkteten gegen Bayern und Bochum dreifach. Allerdings dürfte der Zickzackkurs des Teams weitergehen.

Das Personal: Der langzeitverletzte Stürmer Ioannis Amanatidis fehlt nach wie vor im Offensivspiel als zusätzlicher Hebel. Trotzdem ist die Mannschaft unter Trainer Michael Skibbe offensiver ausgerichtet als im Vorjahr, der Ex-Schalker Halil Altintop hat sich als spielstarker Angreifer bisher gut eingefügt.

"Ich bin sehr zufrieden mit ihm", sagt Trainer Michael Skibbe. "Er passt sehr gut zu unserer Spielweise, die darauf angelegt ist, flüssig zu kombinieren und in die freien Räume zu spielen."

Das Restprogramm: Frankfurt empfängt am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) Leverkusen, danach geht es gegen Gladbach, Hertha, Mainz, Hoffenheim und Wolfsburg. Bis auf Bayer sind dies allesamt Teams, mit denen das Skibbe-Team auf Augenhöhe ist.

"Warum sollen wir die Chancen nicht nutzen", meint Torjäger Martin Fenin. Und auch Trainer Skibbe hofft, "die Gunst der Stunde" zu nutzen.

Die Sport1.de-Prognose: Die Eintracht hat Außenseiterchancen, allerdings spricht das negative Torverhältnis im Moment gegen die Mannschaft. Sollte der Coup gelingen, dürften die Frankfurter selbst am meisten von einem internationalen Startplatz überrascht sein.

VfL Wolfsburg (9. Platz, 40 Punkte)

Die Formkurve: Wolfsburg bewegt sich auch in der Rückrundentabelle nur im Mittelmaß: Platz acht. Zuletzt gab es nach vier Siegen in Folge eine 1:5-Pleite gegen Berlin, ehe sich die "Wölfe" wieder aufrappelten und in Mainz 2:0 siegten.

Seit dem Amtsantritt von Trainer Lorenz-Günther Köstner wirkt das Team aber gefestigter.

Das Personal: Das Sturmduo ist zurück. Edin Dzeko und Grafite standen in der Europa League beim 1:2 in Fulham bereits wieder in der Startformation.

Nach der Rückkehr von Keeper Diego Benaglio - der nach einer Knieoperation drei Monate pausiert hatte - kann Köstner auf seine favorisierte Startelf bauen.

Der VfL ist gut gerüstet für den Angriff auf Platz sechs.

Das Restprogramm: Die "Wölfe" messen sich am Sonntag (ab 15.15 Uhr LIVE) zu Hause mit Hoffenheim, danach stehen Nürnberg, Werder, Freiburg, Dortmund und Frankfurt auf dem Programm.

Besonders in den Duellen mit Hoffenheim, Werder, Dortmund und Frankfurt muss Wolfsburg punkten, um doch noch im internationalen Geschäft dabei zu sein. Der VfL hat das härteste Programm aller Konkurrenten um Platz sechs.

"Wir müssen auf Fehler der Gegner warten", sagt auch Zvjezdan Misimovic im Sport1.de-Interview.

Die Sport1.de-Prognose: Der VfL liebt es, aus dem Windschatten zu kommen, hat aber die geringsten Chancen des Kandidatenquartetts. Es dürfte nicht reichen.

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