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Benedikt Höwedes spielt seit 2001 für den FC Schalke © getty

Vor Schalkes Hit gegen Bayern spricht Benedikt Höwedes bei Sport1.de über offene Rechnungen und einen Keeper auf dem Zaun.

Von Christian Paschwitz

München - Der Ton im Titelkampf wird rauer.

Schalke 04 und Bayern München liefern sich im Saisonendspurt einen sportlich und verbal ansprechenden Schlagabtausch.

Allerdings feuert der Rekordmeister die weitaus giftigeren Pfeile aus der bayrischen Landeshauptstadt in den "Pott".

Der "Rasen-Zoff" beschäftigt Fußball-Deutschland nach wie vor. Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) kommt es nun zum nächsten Kräftemessen der Bundesliga-Topklubs auf Deutschlands meistdiskutierter Grünfläche.

Auf Schalke bleibt man indes gelassen. Das junge Team trohnt mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze, steht kurz vor dem ersten, historischen Titelgewinn seit 52 Jahren. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Eine der Stützen der Mannschaft ist Benedikt Höwedes.

Der 22-Jährige fehlte in dieser Saison erst in einem Spiel, stellt in der Abwehrkette Magaths Allzweckwaffe dar.

Besonders bei Standards ist der U-21-Europameister ein Fixpunkt im Schalker Spiel. Schon drei Saisontreffer stehen für das Eigengewächs zu Buche.

Im Sport1.de-Interview verrät Höwedes, was auf dem Zaun in Leverkusen passierte und wie das Saisonziel der Königsblauen wirklich lautet.

Sport1.de: Herr Höwedes, was treibt Sie stärker um vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit den Bayern: Die Rache-Gelüste wegen des Pokal-Aus kürzlich oder die Perspektive, den Bayern im Titelkampf womöglich vorentscheidend eine lange Nase drehen zu können?

Benedikt Höwedes: Unser Antrieb ist immer, das nächste Spiel zu gewinnen. Darauf fokussieren wir uns voll und ganz. Allerdings haben wir gegen die Bayern etwas gutzumachen.

Sport1.de: Nach dem 2:0 in Leverkusen hat Manuel Neuer auf dem Zaun den Fans schon mal die Meisterschaft versprochen, und auch Felix Magath stapelt inzwischen weniger tief. Nun sagen Sie uns doch bitte auch noch mal, weshalb S04 diesmal den Titel holt?

Höwedes: Nee, versprochen hat Manu auf dem Zaun sicherlich nichts. Wir haben eben mit den Fans gefeiert und gemeinsam die Lieder aus der Kurve gesungen. Und da geht es eben auch um Wünsche und Hoffnungen der Anhänger. An unserem Saisonziel hat sich nichts geändert. Wir wollen zunächst einmal ins internationale Geschäft.

Sport1.de: Gibt es einem Spieler eigentlich eine besondere Motivation oder Souveränität, mit Felix Magath erstmals nach Jupp Heynckes (2003/2004) wieder einen Trainer zu haben, der weiß, wie man Meister wird?

Höwedes: Felix Magath ist ein absoluter Fachmann und seine Erfolge sprechen für sich. Er kann sicherlich etwas von dieser Siegermentalität vermitteln.

Sport1.de: Die königsblauen Hoffnungen ruhen auch gegen Bayern nicht zuletzt auf Kevin Kuranyis Knipser-Qualitäten und der beste Liga-Abwehr - außerdem konnten Sie das Champions-League-Spiel der Bayern schön vom Sofa aus verfolgen. Was stimmt Sie noch positiv für das Direktduell?

Höwedes: Wir haben nach dem Pokal-Aus gegen die Bayern in Leverkusen eine gute Leistung gezeigt und dort in allen Belangen überzeugt. Wenn wir dort anknüpfen, haben wir auch Chancen, gegen die Bayern zu bestehen.

Sport1.de: Welche Lehren nehmen Sie persönlich aus der Pokal-Begegnung mit Arjen Robben, der zum Liga-Duell nun ja wieder fit ist - werden Sie gegen ihn anders zu Werke gehen?

Höwedes: Er ist ein Ausnahmespieler, keine Frage. Aber wir haben es - abgesehen von der einen Szene, die zum Tor führte - eigentlich ganz gut gemacht, haben versucht, ihn immer mit zwei Spielern zu attackieren. Gelingt uns das am Samstag auch, schaffen wir es hoffentlich, ihn in Schach zu halten.

Sport1.de: Die Münchner wüten schon mal vorab wegen der Rasen-Qualität in der Schalker Arena, haben nun sogar die DFL eingeschaltet - eine berechtigte Eskalation oder alles nur halb so wild Ihrer Meinung nach?

Höwedes: Damit beschäftigen wir uns als Mannschaft gar nicht. Wir konzentrieren uns nur auf das Sportliche.

Sport1.de: Mit Herthas Arne Friedrich hat erstmals nun auch ein Liga-Spieler Partei ergriffen für Kevin Kuranyis "Begnadigung" und Rückkehr ins DFB-Team. Wie lautet Ihre Meinung zu dem Thema - müsste Kuranyi womöglich auch noch stärker auf Jogi Löw zugehen?

Höwedes: Kevin ist in einer großartigen Verfassung und spielt eine starke Saison. Alles andere muss aber der Bundestrainer entscheiden.

Sport1.de: Aus Hamburg wird kolportiert, Sie könnten für eine Ablöse von acht bis zehn Millionen Euro Jerome Boateng ersetzen, und der HSV pflege schon seit Winter den Kontakt mit Ihnen. Klären Sie uns doch bitte auf, was es damit auf sich hat?

Höwedes: Ich bin seit 2001 auf Schalke und habe noch bis 2014 Vertrag. Schalke ist mein Verein und ich fühle mich hier ausgesprochen wohl. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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