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Sami Hyypiä (r.) spielt die erste Saison bei Bayer Leverkusen © getty

Durch die Pleite in Frankfurt muss Leverkusen um die Champions-League-Quali bangen. Mit der Europa League will sich Bayer aber nicht zufrieden geben.

Frankfurt/Main - Bittere Pille für Bundesligist Bayer Leverkusen:

Nach dem Ende aller Titelträume durch die kuriose 2:3 (1:1)-Pleite bei Eintracht Frankfurt droht dem "Herbstmeister" auf der Zielgeraden inzwischen sogar noch der Verlust eines Champions-League-Platzes.

Angesichts von nur noch einem Punkt Vorsprung auf den Tabellenvierten Borussia Dortmund kommen bei den Rheinländern vor dem Hit am kommenden Samstag gegen Spitzenreiter Bayern München nach vier Pleiten in den vergangenen fünf Spielen bereits Ängste vor einem neuerlichen Scheitern auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Friedrich schreibt Titel ab

"Wir sind wieder auf dem besten Weg, uns zum Ende der Saison alles kaputt zu machen. In den letzten fünf Spielen müssen wir ein anderes Gesicht zeigen, damit wir am Ende etwas in der Hand haben", sagte Manuel Friedrich.

Der Bayer-Kapitän beendete anschließend bei nunmehr sechs Zählern Rückstand auf München alle Hoffnungen auf den Meistertitel: "Damit haben wir uns ohnehin nicht wirklich beschäftigt."

Angst vor dem Absturz

Auch Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler packte nach einem für die 50.900 Zuschauer hochinteressanten Bundesliga-Spiel die Angst vor dem Absturz aus den Champions-League-Rängen.

"Wir hatten schon vor dem Spiel wenig Hoffnung, noch einmal um die Meisterschaft mitspielen zu können. Wir müssen jetzt nach hinten schauen, denn wir haben noch fünf Spiele. Den Punkt Vorsprung müssen wir unbedingt verteidigen, auch wenn es jetzt gegen die Bayern geht", sagte Völler.

Zwei Tore von Kießling

Dabei sahen die Gäste kurz nach der Pause bereits wie der sichere Sieger aus.

Nach der zu diesem Zeitpunkt überraschenden Frankfurter Führung durch einen verwandelten Elfmeter von Selim Teber (28.) hatte der über weite Strecken starke Nationalstürmer Stefan Kießling mit seinen Saisontreffern Nummer 17 und 18 (33. und 46.) die Leverkusener auf die Siegerstraße gebracht.

Schwaab muss vom Platz

Doch danach sah Daniel Schwaab von Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen eines Foulspiels die Rote Karte (49.) - und die Partie kippte noch einmal zugunsten der Gastgeber.

Zunächst sorgte Caio mit einem sensationellen Weitschuss Marke "Tor des Monats" aus 35 Metern über den verdutzten Nationalkeeper Rene Adler hinweg für das 2:2 (62.), und zwei Minuten vor dem Ende verwandelte Maik Franz mit einem erfolgreichen Fallrückzieher die Frankfurter WM-Arena in ein wahres Tollhaus.

Völler diskutiert mit Stark

Auch Völler sah den Wendepunkt des Spiels im Platzverweis gegen Schwaab, Verständnis zeigte er für die Entscheidung von Stark allerdings nicht.

"Ich habe ihn gefragt, ob er als FIFA-Schiedsrichter beim Spiel Manchester United gegen FC Chelsea auch so viele Gelbe Karten und die Rote Karte gezeigt hätte. Er antwortete mir: 'Ja, Herr Völler.' Daraufhin habe ich gesagt, dass ich ihm das nicht glaube. Ich werde seine nächsten internationalen Auftritte auf jeden Fall genau verfolgen", sagte Völler.

Europa League ist zu wenig

Leverkusens Coach Jupp Heynckes war an seiner früheren Wirkungsstätte die Enttäuschung deutlich anzumerken. Zwar hatte der 64-Jährige nie das Ziel Meisterschaft formuliert, doch die Teilnahme an der Europa League wäre nach der tollen Hinrunde einfach zu wenig.

"Wir haben zuletzt schon reichlich Boden nach oben verloren. Natürlich wollen wir aber in den letzten Spielen versuchen, den Champions-League-Platz zu verteidigen", sagte Heynckes.

Frankfurt will mehr

Die Eintracht wusste unterdessen nach dem dritten Sieg in Serie und dem zweiten Erfolg gegen einen Hochkaräter nach dem 2:1 gegen Bayern München vor zwei Wochen überhaupt nicht, wohin mit der ganzen Europapokal-Euphorie.

"Natürlich wollen wir jetzt noch mehr. Wir haben Tuchfühlung zu Platz sechs, der für die Europa League reichen könnte", sagte Siegtorschütze Franz.

Doch Eintracht-Coach Michael Skibbe vermied nach dem Sieg gegen seinen Ex-Klub, laut von der Europa League zu träumen: "Aber wir haben wieder gezeigt, dass wir an sehr guten Tagen mit sehr guten Teams mithalten können."

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