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Voller Eigenlob nach dem Sieg auf Schalke: Bayerns Hoeneß (r.), hier mit Rummenigge © getty

Nach der Rückkehr an die Spitze in Unterzahl verspottet der Bayern-Präsident Königsblau. Auch im Rasenzoff legt er nach.

Von Christian Paschwitz

München - Der Demütigung mit nur zehn Mann folgte der Nachschlag kurz nach Abpfiff.

"Schalke hat einsehen müssen, dass sie eigentlich nicht Deutscher Meister werden dürfen", ätzte Uli Hoeneß nach dem 2:1 Sieg des FC Bayern bei Schalke04 bei "LIGA total".

Der Präsident des Rekordmeisters genoss es, die Rückkehr an die Tabellenspitze auch noch mit reichlich Sticheleien zu garnieren - und Königsblau zu verspotten. Ob das nun arrogant klang oder nicht.

"Wenn man gegen zehn Mann in 49 Minuten der zweiten Halbzeit nicht eine Torchance hat, dann darf man nicht Meister werden", so Hoeneß. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Altintop fliegt noch vor der Pause

In der Tat enttäuschten die Schalker maßlos, was den Ertrag aus ihrer Überzahl anging, nachdem der frühere Schalker Hamit Altintop mit einer Gelb-Roten Karte (41.) nicht mal mehr den Halbzeit-Pfiff erlebte.

Dabei hatte sich das Team von Coach Felix Magath nach Kevin Kuranyis Anschlusstreffer (31.) schon am Beginn einer erfolgreichen Aufholjagd gewähnt.

Vorher waren die Münchner durch einen 70-Sekunden-Doppelschlag von Franck Ribery und Müller (25./26.) eiskalt in Führung gegangen.

Auch Bordon fliegt

Doch mit einem Akteur mehr bot der vorherige Spitzenreiter, bei dem sich Marcelo Bordon in der Nachspielzeit ebenso noch die Ampelkarte einhandelte, eine ganz schwache Leistung.

Auch wenn Magath die Gründe für die empfindliche Pleite im Titelkampf - nach dem DFB-Pokal-Aus die zweite Niederlage gegen die Bayern binnen zehn Tagen - anders begründete:

"Das hat mit Überzahl wenig zu tun. Wir haben von Beginn an nicht die richtige mentale Spielauffassung gezeigt", so der Coach.

Magath: Situation falsch eingeschätzt

"Wir haben so gespielt, als hätten wir was zu verlieren", sagte Magath weiter.

"Und dann muss man sagen, haben wir die Situation falsch eingeschätzt, denn wir hatten vor dem Spiel eigentlich wenig zu verlieren - denn es ging gegen den Favoriten, gegen die beste Mannschaft der Liga."

Eine Einschätzung, die für das neue (alte) Münchner Selbstverständnis gar nicht nötig gewesen wäre. Die viel zitierte Abteilung Attacke geriet ohnehin zur Abteilung Eigenlob.

"Es tut mir Leid für alle Anderen"

"So leid es mir ja tut für alle Anderen", ließ Hoeneß verlauten. "Bayern München ist die beste deutsche Mannschaft."

So war der Dreier der Bayern, der sie wieder einen Punkt vor die Schalker (58 Zähler) katapultierte, denn auch mehr ein Sieg des Willens als eine spielerische Offenbarung.

"Es war unsere Pflicht, hier zu gewinnen", sagte Kapitän Mark van Bommel gar. "Ein Unentschieden war das Mindeste, was wir machen mussten. Jetzt sind wir Erster, so wie es sich gehört."

Und Trainer Louis van Gaal ergänzte süffisant: "Man kann nicht sagen, dass wir nicht fit sind bei zehn gegen elf Spieler."

Robben muss passen

Auch in Unterzahl und ohne Arjen Robben, der vor zehn Tagen den Siegtreffer im Pokal-Duell erzielte und wegen seiner Wadenprobleme nicht im Kader stand, blieben die Gäste bei ihren Vorstößen keineswegs ungefährlich.

Dagegen fanden die Knappen gegen die Gäste-Deckung in Hälfte zwei kaum eine Lücke, blieben vor allem spielerisch vieles schuldig. 220069(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags)

"Man sieht, dass wir noch viel lernen müssen. Wir haben uns vielleicht zu viele Gedanken gemacht", gab Kuranyi hinterher zu.

Rasen-Zoff, der Nachklapp

Mitansehen mussten die Schalker dagegen, wie gedankenschnell die Gäste zu Werke gingen, innerhalb von eineinhalb Minuten zweifach hinlangten und danach zu zehnt nichts mehr anbrennen ließen. ´

Da konnte sich Hoeneß auch eine Spitze angesichts des vorausgegangenen Zoffs um die zweifelhafte Rasen-Qualität in der Schalker Arena nicht verkneifen:

"Heute hätten sie einen guten Rasen gebraucht, denn wenn man elf gegen zehn spielt, dann gibt?s Räume, dann muss man in hohem Tempo dribbeln, dann muss man diesen Vorteil ausnutzen", so der Bayern-Präsident bei "LIGA total".

"Die Maßnahme, den Platz so zu lassen, hat sich eben gegen sie gewendet."

Erste Runde in der K.o.-Woche

Runde eins der dreiteiligen K.o-Woche auf fremdem Terrain haben die Bayern mit dem Sieg auf Schalke für sich entschieden.

Am Mittwoch will das Team bei Manchester United auch den Einzug ins Champions-League-Halbfinale perfekt machen, ehe am nächsten Samstag das Duell beim in der Krise steckenden Herbstmeister Bayer Leverkusen ansteht.

Hoeneß bringt es auf den Punkt: "Für uns ist das im Moment der volle Rückenwind." Die Brise des Erfolgs könnte die Münchner gar zum Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions-League-Sieg wehen.

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