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Franck Ribery erzielte gegen Schalke 04 sein viertes Saisontor © getty

Die Bayern träumen nach der Rückkehr an die Tabellenspitze vom großen Wurf. Nur Robbens Verletzung dämpft das Selbstbewusstsein.

Von Nikolai Kube

München - Last-Minute-Sieg gegen Manchester United, Energieleistung bei Schalke 04.

Die Wochen der Wahrheit sind in vollem Gange - und die Bayern haben gerade rechtzeitig wieder zur alten "Mia-San-Mia"-Mentalität zurückgefunden.

"Die großen Mannschaften zeichnet es aus, dass sie in Duellen der Giganten zeigen, was sie zu leisten im Stande sind", tönte Uli Hoeneß nach dem 2:1-Auswärtssieg in Gelsenkirchen.

Kapitän Mark van Bommel sagte selbstbewusst: "Jetzt sind wir Erster, so wie es sich gehört." Und Trainer Louis van Gaal schwärmte: "Ich bin natürlich sehr stolz. Wir haben mit zehn Mann gewonnen. Fantastisch!"

Bayern blasen zur Attacke

Der Bayern-Motor war nach Pleiten in Frankfurt und gegen den VfB Stuttgart (jeweils 1:2) erheblich ins Stocken geraten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch gegen United und Schalke bewies der Rekordmeister: Wenn es ums Eingemachte geht, ist van Gaals Truppe zur Stelle. 220069(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags)

Nun blasen die Münchner richtig zur Attacke. Drei Tage vor dem Viertelfinal-Rückspiel in Old Trafford träumen die Verantwortlichen sogar vom Titel-Triple.

"Es kann ein schönes Jahr werden"

"Ich spiele lang genug bei den Bayern: So oft hatte ich auch noch nicht die Chance, Meister und Pokalsieger zu werden und in der Champions League ganz weit zu kommen", sagt Bastian Schweinsteiger fast ein bisschen trotzig.

Und auch Hoeneß wagt die ganz optimistische Prognose - wenn auch diesmal in leicht zurückhaltender Rhetorik: "Wenn wir klug und bescheiden bleiben, kann das ein schönes Jahr für den FC Bayern werden." (NACHBERICHT: Hoeneß ätzt gegen Schalke)

Zumal gerade jetzt Leistungsträger wie Franck Ribery langsam zu alter Stärke zurückfinden. Der Franzose zeigte sich gegen United bereits formverbessert, auf Schalke traf er erneut.

Martin Demichelis, gerade erst von einer schweren Gesichtsverletzung genesen, ist zwar noch nicht bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens, die wackelige Bayern-Abwehr wird er aber dennoch stabilisieren.

Steiniger Weg zu den "Gladiolen"

Vorsicht ist dennoch geboten: Noch hat der Tabellenführer der Bundesliga nichts erreicht, der Weg zu den "Gladiolen", die van Gaal so oft zitiert, ist steinig:

Ein Ausscheiden in Manchester, wo zuletzt der AC Mailand mit 0:4 baden ging, ist nicht ausgeschlossen.

In der Meisterschaft ist bei einem Punkt Vorsprung auf Schalke noch nichts entschieden. Und im Pokal wartet mit Werder Bremen, der Titelverteidiger und eine echte "Pokal-Mannschaft", auf den Rekordmeister.

"Ich bin momentan nicht bereit, zu totaler Euphorie überzugehen", hebt Hoeneß daher zumindest leicht warnend den Finger.

Spezialisten kämpfen um Robben

Auch weil Arjen Robben weiter verletzt ausfällt. Ob der Niederländer in Manchester wieder mit von der Partie ist, ist ungewiss.

Die Reise nach Gelsenkirchen hatte der Flügelflitzer gar nicht erst angetreten. Seine Wadenzerrung ließ einen Einsatz nicht zu.

"Für das Schalke-Spiel war er gar kein Thema", bestätigte Manager Christian Nerlinger.

Nun kümmern sich gleich drei Mediziner des Rekordmeisters um den 26-Jährigen: Masseur Fredi Binder versorgt die lädierte linke Wade, die beiden Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi und Darcy Norman sollen Robbens Konditionswerte hochhalten.

Van Buyten verletzt ausgewechselt

Sorgen bereitet zudem die verletzungsbedingte Auswechslung von Abwehrchef Daniel van Buyten.

Der Belgier zog sich im Zweikampf mit Schalkes Jefferson Farfan einen Bluterguss unterhalb des linken Knies zu und ist für Mittwoch fraglich.

Die Tatsache, dass Manchesters "Tormonster" Wayne Rooney gegen die Münchner ein Blitzcomeback feiern könnte, lässt die Bayern-Bosse zudem mit Sicherheit nicht ruhiger schlafen.

Zunächst waren es sechs, dann vier, dann zwei Wochen Pause für den englischen Superstar. Gemäß englischen Medien absolviert Rooney nun angeblich sogar bereits wieder ein vorsichtiges Lauftraining.

Verwirrung um mögliches Rooney-Comeback

Laut "Daily Mirror" hofft Ferguson zumindest auf einen Kurzeinsatz des Stürmerstars gegen die Bayern.

Im "Sunday Telegraph" hingegen nennt der United-Coach den 17. April als anvisierten Termin für das Comeback seines besten Torschützens. Dann spielt der Titelverteidiger gegen den Lokalrivalen Manchester City.

"Es bliebe ihm dann noch genügend Zeit, auf den Verlauf dieser Saison Einfluss zu nehmen - wenn wir uns gegen Bayern durchsetzen, dann auch hoffentlich im Halbfinale", sagt der schottische Erfolgscoach der Engländer.

Ob mit oder ohne Rooney: Die Bayern sollten gegen die Engländer eigentlich kaum Probleme bekommen. Denn gegen Giganten wie Manchester United, glaubt man Hoeneß, sind die Bayern ja besonders stark...

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